Am Ende hatten sich die achtplatzierten Schlieremerinnen einen Punkt erkämpft gegen die Femina Kickers Worb, eines der Spitzenteams der Nationalliga B. Dennoch war Erhard Lüscher nicht zufrieden. «Wir hätten diese Partie gewinnen können», sagte der Trainer der Schlieremerinnen.

Tatsächlich lief das Spiel lange zugunsten der Limmattalerinnen. Schon nach einer halben Minute gingen sie gleich mit ihrem ersten Angriff in Führung: Antje Notter rannte über die rechte Seite durch und spielte den Ball in die Mitte zu Sanja Mijovic, die Stürmerin passte nach links zur völlig frei stehenden Céline Roth und diese bezwang mit einem hohen Ball Worbs Torhüterin Murielle Chassot.

Die Gäste reagierten auf den frühen Gegentreffer und setzten die Schlieremer Defensive unter Druck. Nach zehn Minuten rettete Schlierens Torhüterin Annina Eigenmann gegen Elena Van Niekerk, eine Minute später grätschte Schlierens Céline Bürgisser den Ball vor der einschussbereiten Anja Furger weg. Auf der anderen Seite kam Mijovic zu zwei hervorragenden Chancen. Erst versuchte die Schlieremerin vergeblich, Chassot mit einem Heber zu überlisten. Kurz darauf wurde Mijovic steil angespielt und konnte alleine auf Chassot zulaufen, legte sich den Ball jedoch einen Tick zu weit vor. Noch nicht mal 20 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt gespielt. Die Partie beruhigte sich nun ein bisschen, die Torchancen wurden seltener. Kurz vor der Halbzeitpause dann die grösste Chance für die Gäste: Andrea Morger setzte aus der Distanz zum Schuss an und der Ball klatschte an die Latte – Glück für Schlieren.

Unentschieden auch bei den Lattentreffern

Die zweite Hälfte begann weniger spektakulär als die erste. Diesmal kamen die Schlieremerinnen erst nach zehn Minuten zu einer guten Möglichkeit durch Mijovic, doch Chassot konnte das zweite Gegentor verhindern. Eine Minute später ein direkter Freistoss von Fluter Agaj: Der Ball wurde immer länger und landete auf dem Querbalken. In Bezug auf die Lattentreffer stand es inzwischen also unentschieden.

Und nach über einer Stunde in dieser abwechslungsreichen Partie folgte der Ausgleich dann auch bezüglich der Tore. Die Worberinnen lancierten einen Angriff, Bürgisser glitt unglücklich aus, womit die Bahn für die Offensive der Gäste frei war. Van Niekerk kam im Strafraum an den Ball und traf mit einem Kunstschuss zum 1:1.

Die Schlieremerinnen steckten den Rückschlag jedoch gut weg und kamen in der Schlussviertelstunde abermals zu guten Möglichkeiten. Die beste hatte die eingewechselte Kathrin Rohr, die Chassot den Ball abluchste, bei ihrem Versuch aber nur das Aussennetz traf.

Nicht nur mangelnde Effizienz

«Wir hatten so viele gute Möglichkeiten», sagte Lüscher, der allerdings nicht nur mit der Effizienz seines Teams haderte. «Wir haben uns in der Rückwärtsbewegung blöde Ballverluste geleistet.» Einer dieser Ballverluste hatte zum Gegentor geführt. «Defensiv müssen wir uns noch finden», so der Trainer.

Auch im Spielaufbau habe sein Team immer wieder Fehler gemacht: «Die Passgenauigkeit muss massiv besser werden.» Der schnörkellose Fussball, den er von seinem Team fordere, funktioniere bisher nur im Training. «Da fehlt uns noch eine gewisse Reife.»

Trotz der Selbstkritik: Lüscher und seine Schlieremerinnen haben auch im dritten Spiel der Rückrunde gepunktet und in diesem Jahr noch nicht verloren. Nun geht es am nächsten Wochenende für die Limmattalerinnen gegen den Leader Thun Berner Oberland.