Parlament

«Schlieremer Zentrum zu wertvoll» – CVP bekämpft beide Zentrumsprojekte

Die CVP will bei den beiden Millionenprojekten zurück auf Feld eins.

Die CVP will bei den beiden Millionenprojekten zurück auf Feld eins.

Das Stadtzentrum sei zu wertvoll, als dass es verschandelt werden sollte, sagte CVP-Gemeinderat Rolf Wegmüller gestern im Parlament. Zwar zog er seinen Vorstoss zurück, kündigte jedoch Widerstand an.

Die Gemeindeparlamentarier konnten sich an ihrer Sitzung vom Montagabend nicht zur Motion von Rolf Wegmüller äussern. Noch bevor es zu einer Diskussion kam, zog der CVP-Gemeinderat seinen Vorstoss zurück. Darin hatte er verlangt, dass der geplante Stadtsaal und das geplante Alterszentrum in Schlieren im selben Bau unterkommen. «Mir war klar, dass die Motion nicht sonderlich beliebt sein wird», sagt Wegmüller in seiner Kurzrede.

Bereits im Vorfeld hatte sich die Exekutive gegen eine Überweisung ausgesprochen. Die Reaktionen aus der Bevölkerung seien jedoch sehr interessant gewesen, so Wegmüller weiter. «Es gab wichtige Diskussionen darüber, wie das Schlieremer Zentrum werden sollte», sagte er. «Zwar ziehe ich die Motion nun zurück, doch gebe ich mich nicht geschlagen."

Bereits Ende April veröffentlichte der Stadtrat den Kreditantrag für den Architekturwettbewerb des Stadtsaals, einen Monat später folgte jener für das Alterszentrum. Dieses soll als Ersatz des Sandbühl unweit vom Stadtsaal an der Badenerstrasse neben dem Ortsmuseum erstellt werden. Der Saal soll voraussichtlich 35 Millionen kosten, das Alterszentrum mit 60 Wohnungen und 30 Pflegezimmern rund 42 Millionen Franken.

Aus Sicht der Christdemokraten sollte die gemeinsame Realisierung der beiden Projekte geprüft werden, da auf diese Weise weniger Grünfläche verloren und möglicherweise gar Kosten bei der Erstellung eingespart werden können. Auch würden sich allenfalls Synergien nutzen lassen.

Anders sieht dies der Stadtrat. So würde der Bau nicht nur teurer, wenn die Infrastruktur für ein Alterszentrum erstellt werden müsste, hielt er fest. Auch würden die Bewohner ausgestellt, auf zusätzliche Nutzungen wie etwa einen Coiffeur müsste verzichtet werden und die Synergien zu den Alterswohnungen am Bach könnten teils nicht mehr genutzt werden. Aus architektonischer Sicht gibt es ebenfalls Hindernisse. Auf Kultur- und Altersbauten würden unterschiedliche Architekturformen angewendet, die sich nur schwer vereinen lassen.

Kredite werden bekämpft

Wegmüller lässt diese Begründungen nicht gelten. «Es wäre besser, wenn man mit der Zentrumsplanung nochmals auf Feld eins zurückgeht», sagte er gestern. So gebe es noch zu viele offene Fragen – vom Standort des Spielplatzes bis hin zur Art und Weise der Saalbestuhlung.

«Das Schlieremer Zentrum ist zu wertvoll, als dass wir es für Jahrzehnte verschandeln sollten», sagte er. «Der Stadtplatz soll nicht zum neuen Albisriederplatz werden, der im Verkehr ertrinkt», so Wegmüller. Aus diesem Grund werde die EVP/CVP-Fraktion die beiden Kreditvorlagen für die Durchführung der Architekturwettbewerbe bekämpfen. Wann diese im Parlament behandelt werden, ist noch offen, frühestens jedoch nach den Sommerferien.

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