Das Duell fand am helllichten Tag in der Mittagszeit vom 30. Juni 2012 statt. Tatort war die Badenerstrasse in Schlieren, wo sich zwei langjährige Auto-Occasionshändler schon seit Jahren unerbittlich anfeinden.

Steine, Flüche und obszöne Gesten

Doch nun eskalierte die Situation. Laut Anklage war es der italienische Autohändler, der seinem Nachbarn ankündigte, dass er ihn jetzt umbringen werde: «Ich werde dich am Rücken festhalten und du lebst nicht länger als eine Woche!», rief er dem Araber mit Schweizer Pass zu.

Die Anklage zitierte auch die Antwort des aus dem Orient stammenden Mannes erstaunlich genau. So beschimpfte er seinen Gegner in dessen Muttersprache als «cornuto» und «Arschloch». Dann griff er zu mehreren Steinen und warf diese gezielt auf den Ausstellungsplatz seines Kontrahenten. Dabei landete er einen Volltreffer. So traf ein Geschoss die Frontscheibe eines Occasions-Wagens der Marke VW Golf. Der Schaden betrug 750 Franken.

Nun platzte auch dem Italiener endgültig der Kragen: Er beschimpfte seinen Berufskollegen auf Italienisch ebenfalls als «cornuto» und auch noch als «figlio di putana». Zudem rief er ihm zu: «Deine Mutter muss eine Kuh sein, wenn sie einen Sohn wie dich auf die Welt gestellt hat!»

Der Araber gab erneut zurück, indem er sich auf obszöne Gesten verlegte. Doch lassen wir den zuständigen Staatsanwalt davon berichten: «Der Beschuldigte nahm wissentlich und willentlich ungefähr viermal seinen Penis in die Hand, packte diesen aus der Hose und der Unterhose aus und präsentierte diesen gegenüber seinem Gegner, um diesen damit zu verhöhnen», schrieb er. Dann folgte der Kampf auf juristischer Ebene.

Beide Streithähne verurteilt

Beide Streithähne im bedenklich reifen Alter von 59 Jahren und 63 Jahren zeigten sich in der Folge gegenseitig an und standen sich kürzlich am Bezirksgericht Dietikon gegenüber. Der zuständige Einzelrichter musste zum Schluss die verfeindeten Parteien nacheinander aus dem Gerichtssaal entlassen. Andernfalls wären sie sich wohl in die Haare geraten.

Nun hat das Gericht sein Urteil gefällt. Es hat beide Männer zu bedingten Geldstrafen verurteilt. Den Italiener wegen Drohung zu 20 Tagessätzen zu 30 Franken bedingt. Der Araber-Schweizer kassierte wegen Beschimpfung 10 Tagessätze zu 30 Franken auf Bewährung. Vom Vorwurf der Sachbeschädigung wurde er dagegen freigesprochen. Beide Männer müssen die Gerichtskosten von je 1500 Franken übernehmen. Ob das Verdikt das Ende der Fehde bedeutet, bleibt allerdings mehr als fraglich.