Grundsätzlich, schreibt der Stadtrat in seiner Stellungnahme zur Volksinitiative «Flaniermeile Schlieren», unterstütze er deren Stossrichtung, «die Verkehrssituation im Bereich der Bahnhofstrasse zu optimieren und die Aufenthaltsqualität zu steigern». Denn das Bedürfnis nach Verkehrberuhigung sei ausgewiesen.

Die Initiative, die «eine autofreie Fussgängerzone auf der Bahnhofstrasse und dem Platz vor dem Bahnhof» fordert, sei aber «nicht buchstabengetreu umsetzbar», weshalb der Stadtrat dem Parlament deren Ablehnung beantragt. Einerseits würde eine wortgetreue Umsetzung weitere Massnahmen im Bereich der Güter-, Graben und Neuen Fossertstrasse nach sich ziehen. Zudem würden die für das Gewerbe wichtigen Parkplätze an der Bahnhofstrasse gänzlich entfallen.

Andererseits sei das Anliegen im kommunalen Verkehrsplan, der im Juni verabschiedet wurde und die Bahnhofstrasse als Fussgängerbereich ausweist, bereits aufgenommen. Zudem sei ein Projekt zur Neugestaltung der Güterstrasse im Bahnhofsbereich als Begegnungszone (mit Tempo 20 und Fussgängervortritt) im 2. Agglomerationsprogramm des Bundes aufgenommen und ein Bundesbeitrag von 35 Prozent zugesichert.

Als mögliche Alternativen zur Initiative schlägt der Stadtrat eine Begegnungszone im gesamten Bahnhofsbereich oder aber eine Fussgängerzone an der Bahnhofstrasse und eine Begegnungszone am Bahnhofplatz vor. Der Stadtrat strebe eine mehrheitsfähige Lösung an, bei der die Bedürfnisse von Anwohnern, Gewerbe und Passanten gleichermassen berücksichtigt werden, schreibt er; die Initiative hingegen privilegiere einzig die Fussgänger, «was nicht als angezeigt erscheint».

Initiant und Gemeinderat Nikolaus Wyss (GLP) hat mit der stadträtlichen Ablehnung gerechnet, wie er auf Anfrage sagt. Er hätte aber erwartet, dass der Initiative zumindest einen Gegenvorschlag gegenüberstellt wird. «Durch diese grundsätzlich ablehnende Haltung fühle ich mich schon ein wenig vor den Kopf gestossen», sagt er.

Der Vorschlag des Stadtrats, anstelle eines generellen Fahrverbots Begegnungszonen zu planen, ist Wyss zu zaghaft: «Die Bemühungen des Stadtrats sind besser als nichts – aber sie genügen nicht, um der Forderung nach einem attraktiven Zentrum Rechnung zu tragen.»