Der Stadtrat soll prüfen, wie er den Einsatz von Springern bei personellen Wechseln in der Verwaltung minimieren kann. Dies fordert CVP-Parlamentarier Stefano Kunz in einem Postulat, das er vor kurzem eingereicht hat. Die Stadt Schlieren hat für das Jahr 2013 insgesamt 150 000 Franken für Einsätze solcher Aushilfen budgetiert.

Zum einen seien die Kosten für Springer höher als die von fest angestelltem Personal, zum anderen brächten sie auch andere betriebliche Nachteile mit sich, begründet Kunz seinen Vorstoss.

«Letztlich steht hinter der Häufung dieser Übergangslösungen ein Führungsproblem, das angegangen werden muss», sagt er auf Anfrage.

Zu den Nachteilen, die Springereinsätze mit sich bringen, zählt Kunz etwa die Einarbeitungszeit, die es braucht, bis sie ihre Funktion in der Verwaltung übernehmen können. Weiter würden jeweils auch einige Wochen vergehen, bis sich das Team an die temporären Neuzugänge gewöhnt habe.

«Die Einarbeitung von Springern bindet Ressourcen - sowohl von der vorgesetzten Stelle als auch von den Mitarbeitenden», schreibt Kunz in seinem Postulat. Und schliesslich müsse diese Arbeit immer doppelt geleistet werden, einmal bei den Springern und dann erneut bei den neuen Stelleninhabern.

Auslösendes Moment beachten

«In den meisten Fällen könnten Springereinsätze bei Stellenwechseln verhindert werden», sagt Kunz. Dies bedinge aber eine längerfristige Planung. «Die Abläufe, die bei einem personellen Abgang ins Rollen geraten, sind bekannt. Man muss aber dem auslösenden Moment mehr Beachtung schenken.» Es reiche nicht, die Suche nach einem Ersatz erst dann auszulösen, wenn die Kündigung auf dem Tisch liege, so Kunz.

Der Postulant erwartet vom Stadtrat, dass er konkrete Massnahmen nennt, die er ergreift, um Springereinsätze künftig auf ein Minimum zu reduzieren. «Mit einer Floskel gebe ich mich nicht zufrieden. Bei der Antwort muss mehr Fleisch am Knochen sein», sagt Kunz.

Anlass zu seinem Vorstoss gab eine Parlamentssitzung Ende Mai 2013. Der Stadtrat nahm damals Stellung zu einer Interpellation, in welcher der CVP-Parlamentarier Auskunft darüber einforderte, weshalb die Leitung der Schulverwaltung innert dreier Jahre viermal neu besetzt werden musste, und weshalb es der Stadtrat nach dem letzten Abgang verpasst hat, rechtzeitig für Ersatz zu sorgen.

Springer als Ersatz für Leiterin

Geschäftsleiter Martin Studer erklärte damals, dass die vormalige Abteilungsleiterin Bildung und Jugend, Susanne Ita-Graf, Überbelastung als Kündigungsgrund angegeben habe. Der Stadtrat will das Stellenprofil nun überarbeiten und die Stelle im Herbst definitiv neu besetzen.

Bis dahin übernehmen Springer die Aufgaben der Abteilungsleitung.
Im Anschluss an die Erklärungen Studers sagte Kunz, dass er mit den Antworten vorerst zufrieden sei. Er kritisierte aber die vergleichsweise hohen Kosten von Springereinsätzen und stellte einen weiteren Vorstoss in Aussicht, der nun vorliegt.