Stadtbüro
Schlieremer Stadtbüro: Die Visitenkarte der Stadt ist bereits jetzt ein Erfolg

Das Stadtbüro vereinfacht den Kontakt der Einwohner mit den Behörden. Diese Neuerung forderte einen Verwaltungsinternen Kulturwandel. Nach drei Wochen Probezeit zieht der Stadtrat eine positive Bilanz.

Florian Niedermann
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In dieser Wartelounge können es sich die Besucher bequem machen, bis ihre Nummer aufgerufen wird

In dieser Wartelounge können es sich die Besucher bequem machen, bis ihre Nummer aufgerufen wird

Mit der Einwohnerzahl wächst auch der Verwaltungsaufwand in einer Stadt. Um dieser Herausforderung gerecht zu werden und um gleichzeitig die Kundenfreundlichkeit zu erhöhen, beschloss der Stadtrat im Mai 2010, ein Konzept für ein Stadtbüro zu erarbeiten.

Vor drei Wochen öffnete dieses Dienstleistungs- und Kundenzentrum in der Stadtverwaltung seine Türen. Der Stadtrat ist mit der baulichen und betrieblichen Umstrukturierung sehr zufrieden.

Verwaltungsbetrieb vereinfacht

«Die Errichtung des Stadtbüros bedeutete nicht nur baulich, sondern vor allem auch betrieblich eine grosse Herausforderung», sagt Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin (SP). Im neuen Verwaltungsbetrieb soll die Schlieremer Bevölkerung in Zukunft 70 bis 80 Prozent der Bedürfnisse an einem einzigen Schalter abdecken können.

Der Eingang zum Stadthaus führt direkt ins Stadtbüro
8 Bilder
Offen und hell - so präsentiert sich das neue Stadtbüro dem Besucher
Das neue Ticketing-System koordiniert den Kundenfluss
Ganze 2000 Kunden wurden an den Schaltern des Stadtbüros in den ersten drei Wochen bedient
In dieser Wartelounge können es sich die Besucher bequem machen, bis ihre Nummer aufgerufen wird
Die Wartelounge vom Innern des Stadthauses aus gesehen
In diesen separaten Stellen können Einzelbesprechungen und beratende Gespräche geführt werden
Der Blick hinter die Kulissen des Stadtbüros

Der Eingang zum Stadthaus führt direkt ins Stadtbüro

«Dadurch wird der Kontakt der Einwohner mit der Verwaltung stark vereinfacht», erklärt Martin Studer, Geschäftsleiter der Stadt. Die Kompetenzen der Verwaltungsangestellten wurden dazu ausgebaut. Heute werden Fachpersonen aus den einzelnen Abteilungen nur hinzugezogen, wenn die Mitarbeitenden des Stadtbüros einen Fall nicht selbst abwickeln können.

Weiter wurden die Öffnungszeiten auf über 40 Stunden pro Woche verlängert, um auch Personen im normalen Arbeitsprozess die Möglichkeit zu bieten, ihre Verwaltungsgeschäfte erledigen zu können.

«Kulturwandel» verlief problemlos

Der Stadtrat habe einen Kulturwandel in der Verwaltung herbeigeführt, erklärt Martin Studer. Das Konzept dazu wurde intern erarbeitet. Im Vorfeld wurden Teamgespräche geführt und die Befürchtungen und Ängste der Angestellten aufgenommen. «Ich bin erstaunt, wie selbstverständlich diese betrieblichen Änderungen mitgetragen wurden», erklärt Studer.

Zwar seien noch einzelne organisatorische Verbesserungen nötig. Kunden und Mitarbeitende zeigten sich aber sehr zufrieden mit dem Stadtbüro. «Wir ziehen bereits jetzt eine durchwegs positive Bilanz», sagt Studer. In den ersten Wochen fanden über 2000 Kundenkontakte an den neuen Schaltern statt.

Eine abschliessende Beurteilung des Stadtbürobetriebs ist gemäss Zeitplan des Projekts allerdings erst im März 2013 vorgesehen.

Sie sei froh, dass das Parlament die Vorteile eines Stadtbüros erkannt habe, erklärt Manuela Stiefel, Ressortvorsteherin Finanzen und Liegenschaften (FDP): «Ich kann sagen, der Bau ist gelungen.»

Ausserdem habe auch der Gesamtkredit von 2,95 Millionen Franken für die Umsetzung des Projekts voraussichtlich ausgereicht. Sie freue sich, dem Parlament die Abrechnung präsentieren zu dürfen, so Stiefel.