Hofacker
Schlieremer Schule leidet unter Elterntaxis: Wo Eltern zur Gefahr für Kinder werden

Bei einem Schlieremer Schulhaus ergeben sich seit Jahren immer wieder gefährliche Situationen durch Elterntaxis. Nach den Sommerferien wird die Polizei wieder verstärkt präsent sein.

Alex Rudolf
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Elterntaxis sind eine Gefahr für Schüler. Im Limmattal ist besonders das Schulhaus Hofacker in Schlieren betroffen. (Symbolbild)

Elterntaxis sind eine Gefahr für Schüler. Im Limmattal ist besonders das Schulhaus Hofacker in Schlieren betroffen. (Symbolbild)

AZ

Im Spätsommer ist es wieder soweit: Eine ganze Schar von Schlieremer Kindern wird ihren ersten Tag im Kindergarten oder in der Schule absolvieren. Neue Mitschüler, neue Lehrer und Lehrerinnen und ein neuer Schulweg erwartet sie dann. Die Sicherheit auf Schulwegen sorgte in jüngster Zeit für viel Gesprächsstoff in der Stadt. Besonders beim Schulhaus Hofacker kämpfen Schule und Anwohner mit der Zunahme von Elterntaxis.

«Bei Schulbeginn wird die Polizei vermehrt Präsenz um die Schulhäuser markieren und Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto in die Schule bringen, auf die Gefahren aufmerksam machen», sagt Sicherheitsvorstand Pierre Dalcher (SVP) auf Anfrage. Warum gerade das Hofacker als einziges Schlieremer Schulhaus mit diesem Problem kämpfe, entziehe sich seiner Kenntnis. Doch sei das Verkehrsaufkommen an der Kreuzung Hofacker-/Zentralstrasse jeweils morgens um kurz vor acht massiv. «Kinder schwirren zwischen Autos durch. Mehr als einmal kam es zu gefährlichen Situationen», sagt Dalcher, der dies im Gespräch mit Anwohnern und der Schule gehört habe. Doch Elterntaxis stellten nicht nur eine Gefahr für die Schüler dar, es gebe auch andere Nachteile: «Die Erlebnisse und der Austausch unter den Schülern auf dem Schulweg ist wichtig für ihre Entwicklung.»

Sicherheit aufgerüstet

Bereits seit 2013 unterrichtet die Schule Eltern an Infoabenden über die Gefahren von Elterntaxis. Das ist eine Reaktion auf ein Postulat von Gemeinderat John Daniels (FDP), in welchem er den Elterntaxi-Trend bemängelte und auf die Gefahren hinwies. Trotzdem brauchet es nach den Sommerferien stets ein grösseres Polizeiaufgebot rund um die Schulhäuser. Dieses Jahr kommt jedoch noch ein weiterer Grund für die erhöhte Polizeipräsenz nach den Ferien hinzu: ein Vorstoss von Gemeinderätin Sarah Impusino (CVP). Ursprünglich forderte sie einen Fussgängerstreifen vor dem Schulhaus Hofacker, wegen der unübersichtlichen Verkehrssituation im Generellen. Weil der Stadtrat dies jedoch nicht als sinnvoll erachtete, da es ein solcher in der Tempo-30-Zone gar nicht gibt, ersuchte sie ihn in einem neuen Postulat um die Aufrüstung sämtlicher Schlieremer Schulwege in Sicherheitsbelangen.

Neue «Füsschen» für Schüler

Jüngst gab der Stadtrat bekannt, dass er Verkehrsmassnahmen an verschiedenen Schlieremer Schulhäusern und Kindergärten vornehmen werde. Dabei handelt es sich um Bodenmarkierungen, wie etwa die sogenannten Füsschen, welche die Schüler darauf hinweisen sollen, wo sie die Strasse überqueren sollen. Beim Schulhaus Reitmen etwa wird Tempo 30 eingeführt und der Verkehrsinstruktor nimmt mit den Schülern neue Routen durch.

Die aufgeführten Massnahmen seien sinnvoll und würden hoffentlich so schnell wie möglich ausgeführt, sagte Impusino bei der Abschreibung ihres Vorstosses vergangene Woche.

Einzig Walter Jucker (SP) übte leise Kritik: So fahre gute Präventionsarbeit immer mehrgleisig. «Die Vorschläge des Stadtrates sind mehrheitlich bauliche Massnahmen in der Signalisation. Es fehlt die Ausbildung und die Kontrolle der Gesetze.» Doch freue es ihn etwa, dass der Schlieremer Verkehrsinstruktor den Lehrgang zum Fachlehrer für Verkehr bewilligt, so Jucker. «Dort wird er lernen, das eingleisige Präventionsarbeit nichts bringt.»

Dalcher sagt dazu: «Die 14 Schlieremer Polizisten decken viele Tätigkeitsgebiete ab. Die Unfallprävention ist nur eines davon.» Die Neuerungen rund um die Schulen seien aus seiner Sicht sehr effizient und würden die Wege sicherer machen.