«Liebe ist eben einfach da, ob man will oder nicht.» Das ist die Erkenntnis aus Simone Kleins erstem Roman «Typen, Trouble, Trabitanz». Ein Roman über das Teenagersein, über die Zeit, in der das Leben losgeht. Über heimliche Schwärmereien, Träume, taktische Spielchen, die politische Lage Deutschlands im Jahr 1989 aus Sicht von Jugendlichen.

Als Klein das Buch schrieb, lebte sie noch in Deutschland. 2006 zog sie von Frankfurt am Main in die Schweiz, nach Schlieren. 2011 hat sie ihren Erstling hier veröffentlicht. «Wenn du schreibst, wie du sprichst, kommt das gut», hatte ihr eine Lehrerin gesagt. Es kam sogar so gut, dass Klein nach der Veröffentlichung von «Typen, Trouble, Trabitanz» noch einmal in die Tasten griff. Diesmal aber ist es kein Buch für Jugendliche und Junggebliebene, sondern eines für Erwachsene. Ein Krimi; der Titel ist noch geheim.

Ein Toter im Limmattal

Von rosaroten Teenieschwärmereien zu blutroter Metzelei? «Nein, ich kann kein Blut sehen», sagt Klein und lacht. Zwar gebe es eine Leiche, wie es sich für einen Krimi gehört, Blut fliesse aber keines. «Es ist eine intrigante, fetischistisch angehauchte Geschichte, die in einer Nebenhandlung das Thema Stalking
aufgreift. Viel läuft verdeckt und wird bloss angedeutet, die Geschichte bietet viel Interpretationsspielraum.»

Hauptfigur ist ein Kommissar der Kantonspolizei Zürich, der an
seiner gescheiterten Beziehung zu einer Deutschen nagt, die Ermittlungen drehen sich um einen Swingerklub. Das Spezielle: Die ganze Geschichte spielt im Limmattal. Der Swingerklub befindet sich in Spreitenbach, der Kommissar wohnt in Baden, ermittelt wird ausserdem in Schlieren und Dietikon. Die Locations seien aber alle frei erfunden, versichert Klein. «Das Limmattal habe ich gewählt, weil ich die Umgebung, in der eine Geschichte spielt, kennen muss.» Und ja, es sei auch eine Hommage an ihre neue Heimat.

Klein hat Germanistik und Skandinavistik studiert, arbeitet heute im Personalwesen einer Grossbank. Als Autorin arbeitet sie nach Feierabend. Obwohl; geschrieben hat Klein schon immer gern. Als 16-Jährige beginnt sie, für eine Regionalzeitung als freie Mitarbeiterin zu schreiben. Später übersetzt sie einen schwedischen Jugendkrimi, verfasst Jugendbuchrezensionen.

Die Idee zu ihrem Erstling ist im Rahmen ihrer Dissertation zum Thema Adoleszenzromane entstanden und lange gereift. Eine Geschichte über das Erwachsenwerden, mit all seinen Tücken und Freuden, sollte es werden. «Die Geschichte ist nicht autobiografisch, auch wenn die Heldin aus einer Welt stammt, die ich kenne», sagt Klein.

Ganz anders kam es zum zweiten Buch: Die Idee zum Krimi sei plötzlich da gewesen, habe sie regelrecht überfallen. «Ich habe an einem Konzept für ein Krimi-Drehbuch gearbeitet und parallel dazu die Idee für einen zweiten Krimi entwickelt.» Dann sei sie ins Schreiben geraten. 246 Seiten hat sie vollgeschrieben, innert kürzester Zeit. «Ich habe ins Blaue hinaus geschrieben», sagt Klein und lacht.

Ohne Probieren gehts nicht

Geschichten schreiben ist das eine, Geschichten veröffentlichen, das andere. «Ich bin der Überzeugung, dass ich etwas schreibe, was andere Autoren so nicht schreiben», sagt Klein zu ihrer Motivation. Natürlich brauche es Mut, ein Buch zu veröffentlichen. «Aber ich vertraue auf meine Qualitäten.» Und die positiven Reaktionen auf ihren ersten Roman würden ihr Recht geben.

Jetzt sucht Klein nach einer passenden Printlösung für das Krimi-Manuskript, das E-Book soll Ende März erscheinen. Sich auf dem Buchmarkt als Nicht-Bestsellerautorin zu etablieren sei nicht immer einfach, sagt sie. Trotzdem will sie nicht klein beigeben: «Ohne Probieren gehts nicht. Wer nichts wagt, der nichts gewinnt.»