Schlieren
Schlieremer Baustellen beziehen nicht mehr illegal Wasser

Die Stadt Schlieren hat ihre Kontrolle über die Wasserbezüge auf Gemeindegebiet stark verbessert. Dies geht aus dem Geschäftsbericht 2012 hervor. Noch im Vorjahr war ihr rund 82 000 Kubikmeter mehr Wasser abhandengekommen.

Florian Niedermann
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Im Jahr 2011 wurde auf mehreren Schlieremer baustellen Wasser bezogen, ohne dies zu melden.

Im Jahr 2011 wurde auf mehreren Schlieremer baustellen Wasser bezogen, ohne dies zu melden.

Limmattaler Zeitung

Heute hat man die Situation besser im Griff: Einerseits wurden Reparaturarbeiten am Netz vorgenommen. Andererseits konnte die Abteilung Werke, Versorgung und Anlagen in Zusammenarbeit mit den Baukontrolleuren des Bauamts auch den illegalen Wasserbezug auf Baustellen unterbinden.

«Im Jahr 2011 mussten wir mehrere Baufirmen verwarnen, weil sie Wasser bezogen, ohne dies per Wasserzähler zu rapportieren», sagt Abteilungsleiter Roger Gerber. Die illegal bezogene Menge Wasser, die etwa beim Betonieren an Hitzetagen oder zur Reinigung des Arbeitsmaterials gebraucht wurde, habe die Stadt den fehlbaren Firmen verrechnet.

Eigenbezüge nicht gemessen

Wie viel Wasser verloren ging, konnte die Stadt bis 2011 viel weniger genau eruieren als heute. Der Grund: Bis zu diesem Zeitpunkt gab es eine grosse Menge an Verlusten, die nicht zugeordnet werden konnten. Dazu gehörten sowohl «echte» Verluste, die beispielsweise durch Rohrbrüche entstanden oder auch «unechte» Verluste wegen Fehlmessungen und unkontrollierten Entnahmen. Ausserdem wurden früher auch Eigenbezüge der Gemeinde für die Tankfüllungen bei Strassenreinigungsfahrzeugen und Tanklöschfahrzeugen der Feuerwehr nicht gemessen.

Mitte 2011 begann die Stadt, diese Wasserbezüge mit mobilen Wasseruhren zu erfassen. Gleichzeitig habe man die Kontrolleure des Bauamts darauf hingewiesen, bei ihren Baustellenkontrollen darauf zu achten, ob an den Hydranten Wasseruhren angebracht und die Wasserbezüge somit legal seien, sagt Gerber. «Die Meldedisziplin der Baufirmen hat sich dadurch massiv verbessert. 2012 mussten wir keinerlei illegale Bezüge mehr ahnden.» Genaue Werte der 2011 illegal bezogenen Wassermenge konnte die Abteilung Werke, Versorgung und Anlagen auf Anfrage nicht angeben.

Reduktion von 12 auf 8 Prozent

Die Reparaturarbeiten am Leitungsnetz und das Unterbinden der unkontrollierten Bezüge führten dazu, dass die Wasserverluste der Stadt massiv gesenkt werden konnten. Während sie im Jahr 2011 noch 245 000 Kubikmeter (12 Prozent des Gesamtverbrauches der Stadt) betrugen, waren es im Jahr 2012 nur noch 163 000 Kubikmeter (8 Prozent des Gesamtverbrauchs).

Dieser Wert liegt unter den Vorgaben des Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfaches. Insgesamt förderte die Stadt letztes Jahr 1,95 Millionen Kubikmeter Wasser für sich selbst und 0,33 Millionen Kubikmeter für die Gemeinde Unterengstringen. Davon verkaufte sie 2,10 Millionen Kubikmeter an die Bezüger.