Schlieren
Schlieremer Autohändler baut Roboter-Parkhaus als Verkaufsstelle

Auto Züri West weiht dieses Wochenende den modernsten Auto-Tower der Schweiz ein. Per Inventarnummer können einzelne Autos angewählt und mit einen vollautomatischen Lift in den Showroom, die Garage oder in die Waschanlage befördert werden.

Florian Niedermann
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Auto Zürich West erbaute zusammen mit Skyline Parking den modernsten vollautomatischen Auto-Tower der Schweiz
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Im 21 Meter hohen Turm finden insgesamt 128 Autos Platz, die auf Abruf per Roboterlift in die Showrooms, die Werkstatt oder die Waschanlage beordert werden können
Der modernste Auto-Tower der Schweiz steht in Schlieren
In diesen Showroom transportiert der Roboterlift die Fahrzeuge auf Befehl
Blick in die Waschanlage, die ebenfalls vollautomatisch bedient wird
Blick in eines der Verkaufsbüros

Auto Zürich West erbaute zusammen mit Skyline Parking den modernsten vollautomatischen Auto-Tower der Schweiz

Florian Niedermann

Die Inventarnummer eingeben und schon geht es los: Ein Roboter-Lift befördert den gewünschten Personenwagen innerhalb einer Minute aus einem der oberen Geschosse des 21 Meter hohen, zylinderförmigen Turms auf den Boden. Was in Grossstädten längst zum Stadtbild gehört, steht nun auch in Schlieren, auf dem Gelände des Autohändlers Auto Züri West (AZW): ein vollautomatischer Auto-Tower. Auf 8 Geschossen finden darin 128 Fahrzeuge Platz. Ursprünglich als Parking-Anlage in verdichteten Siedlungsräumen konzipiert, dient er bei AZW als Erweiterung der Lagerfläche, Aufbereitungswerkstatt, Waschanlage und Showroom zugleich.

Welche Vorteile bringt diese Hightech-Verkaufsstelle? Dominique Frison, Pressesprecher bei AZW, sagt: «Uns steht dank dieser Anlage mehr Platz für unsere Autos zur Verfügung. Dadurch konnten wir unser Angebot erweitern.» Den Neubau präsentiert der Autohändler dem interessierten Publikum ab heute bis Sonntag den ganzen Tag über an seinem Verkaufsstandort an der Zürcherstrasse.

Wo Roboter eingesetzt werden, ersetzen sie meist menschliche Arbeit. Nicht so im Fall des Autoturms bei AZW. «Wir brauchen sogar mehr Personal. Zu den Verkäufern, die unverzichtbar sind, kommt neu ein Techniker für die Wartung des Turms und ein Angestellter für die Aufbereitung verkaufter Wagen», sagt Frison.

Konzipiert wurde der Autoturm von der Firma Skyline Parking mit Sitz in Winterthur. In Grossstädten hätten sich vollautomatische Parkhaustürme längst durchgesetzt, erklärt Pressesprecherin Ladina Caluori. Dies, weil sie im verdichteten Siedlungsraum eine platzsparende Parkiermöglichkeit bieten würden. In der Schweiz sind derzeit im Tessin und in der Innerschweiz Projekte in der Baubewilligungsphase, aber bisher wurde noch keines realisiert. Die Adaption des Systems als Autoverkaufsstelle der AZW kommt der Skyline Parking daher sehr gelegen: «Für uns ist es ein neues Marktsegment, das wir erschliessen können», so Caluori. Man hoffe aber, dass sich das Konzept als Parking-Lösung auch im europäischen Raum längerfristig durchsetzen werde.

Vorteile bieten die robotergesteuerten Autotürme laut den Entwicklern nicht nur, weil sie platzsparender sind als herkömmliche Parkhäuser, «Der verwendete elektrische Transport ist dem Kriechgang eines Verbrennungsmotors beim konventionellen Parken aus ökologischer Sicht weit überlegen», schreiben sie auf ihrer Website. Ausserdem entstehe weder ein Aufwand für Belüftung, Personenlifte, Fluchtwege noch für Reinigung und Beleuchtung der Parkflächen.

Doch bringt der Turm auch als Autoverkaufsstelle gegenüber der Freiluftlagerung der Wagen ökologische Vorteile? «Nein», sagt Frison. «Natürlich verbraucht der Autoturm Strom, der für die Präsentation der im Freien abgestellten Autos nicht benötigt wird.» Allerdings könne der Turm mit Solar-Panelen nachgerüstet werden, sodass er zum grössten Teil mit erneuerbarer Energie betrieben würde. «Wir haben diese Möglichkeit ins Auge gefasst», so Frison.

Der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) hat Autotürmen als Parkiermöglichkeiten gegenüber eine gespaltene Meinung. Zwar böten sie eine «mögliche Optimierung» gegenüber herkömmlichen Parkhäusern, wie Pressesprecher Markus Knauss sagt: «Sie bieten aber keinen Beitrag zur Lösung der Verkehrsprobleme, die darauf gründen, dass im Verkehr motorisierte Fahrzeuge noch immer priorisiert behandelt werden.»