Dietikon

Schleichverkehr an der Schöneggstrasse – so wollen sich die Anwohner jetzt zur Wehr setzen

Ist hier bald kein Durchkommen mehr? Eine Sperrung der Schöneggstrasse könnte Schleichverkehr unterbinden.

Ist hier bald kein Durchkommen mehr? Eine Sperrung der Schöneggstrasse könnte Schleichverkehr unterbinden.

Sobald die Limmattalbahn fährt, soll die Dietiker Schöneggstrasse unterbrochen werden, fordert eine Motion.

Die Schöneggstrasse in Dietikon ist derzeit nicht die eher ruhige «kommunale Sammelstrasse», als die sie in den Plänen definiert ist. Auf ihr rollt – während des langen Baus der Limmattalbahn – im Einbahnregime der gesamte West-Ost-Durchgangsverkehr. Diese Umleitung stelle für die Anwohnerinnen und Anwohner eine grosse Belastung dar, sagt SP-Gemeinderat Manuel Peer.

Peer befürchtet, dass sich ein Teil der Lastwagen-, Auto- und Töfffahrer nun an diese Strecke gewöhnt und diese auch nach dem Ende der Bauarbeiten als Schleichweg benutzen könnte. Der Stadtrat teilt diese Befürchtung zu einem gewissen Grad, wie er im August 2019 festhielt, als er ein Postulat zu Tempo 30 auf der Schöneggstrasse von Peer beantwortete.

«Es besteht ein gewisses Risiko, dass die Schöneggstrasse zukünftig vermehrt als parallele Ausweichroute zur Hauptroute Zürcherstrasse und Bremgartnerstrasse genutzt werden könnte», schrieb der Stadtrat damals. Und: Gerade um den Knoten Kirchplatz zu umfahren, könne diese Route allenfalls an Attraktivität gewinnen.

Bei einer Zunahme des Durchgangsverkehrs soll der quartierfremde Verkehr wieder zurück auf die Zürcherstrasse geleitet werden, versprach der Stadtrat damals. Dieses Ziel könnte am besten erreicht werden, indem die Schöneggstrasse im westlichen Bereich – zwischen Poststrasse und Asylstrasse – für den Verkehr unterbrochen werde.

Zunächst abzuwarten und erst im Fall einer Verkehrszunahme zu reagieren, stuft Peer als den falschen Weg ein. «Am ersten Tag, an dem die Limmattalbahn fährt, muss auch der Individualverkehr bereits wieder aus den Quartieren auf die Achse Zürcherstrasse gelenkt werden», verlangt Peer. «Die Wohnquartiere müssen von Anfang an entlastet werden.»

In einer Motion, die von 13 weiteren Gemeinderäten unterzeichnet wurde, verlangt er deshalb, dass der Stadtrat bereits jetzt eine entsprechende Kreditvorlage ausarbeitet. Diese soll eine Sperrung der Schöneggstrasse im westlichen Bereich zwischen Bremgartnerstrasse und Poststrasse enthalten. Die Sperrung, von der Fussgänger und Velofahrer nicht betroffen wären, könnte laut Peer etwa mit automatisch senkbaren Pfosten erfolgen. So könnte auch die Feuerwehr weiterhin über die Schöneggstrasse ausrücken, wenn sich auf der Autobahn ein Unfall ereignet hat.

In seiner aktuellen Motion verlangt SP-Gemeinderat Manuel Peer im Weiteren, dass die geforderte stadträtliche Kreditvorlage auch die Einführung eines Tempo-30-Regimes auf der gesamten, rund 1300 Meter langen und geraden Schöneggstrasse umfassen soll.

In seiner Antwort auf Peers früheres Postulat hatte sich der Stadtrat diesbezüglich eher kritisch geäussert. Die Sperrung würde für die gewünschte Verlagerung des Verkehrs den grössten Effekt erzielen. Zudem wäre eine Tempo-30-Zone mit teuren baulichen Massnahmen verbunden und würde sich auch negativ auf den Busfahrplan auswirken.

«Entlang der Schöneggstrasse wird gewohnt, zur Schule oder in den Kindergarten gegangen, flaniert und mit dem Velo zur Kantonsschule und ins Schulhaus Luberzen gefahren», sagt demgegenüber Peer. «Das sind mehr als genug Gründe, um mit Tempo 30 die Sicherheit und die Wohnqualität entlang der Strasse zu verbessern.»

Die Motion «Sperrung und Tempo 30 auf der Schöneggstrasse» ist an der nächsten Gemeinderatssitzung vom 2. Juli traktandiert.

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