Für Bauer Hans-Ulrich Hedinger weckt der Vorfall, der sich vergangene Woche in der Nähe bei Hinwil ereignet hat, schlechte Erinnerungen. Es war das Jahr 2010, als von Hedingers Weide südlich von Birmensdorf 14 Schafe gestohlen wurden und nicht mehr zum Vorschein gekommen sind.

Ein ähnliches Schicksal ist vor wenigen Tagen einem Bauer im Zürcher Oberland widerfahren: Von einer Weide bei Girenbad kamen über Nacht sieben Kamerunschafe abhanden. Wie der Hinwiler Besitzer dem «Zürcher Oberländer» sagte, könne er sich das Verschwinden der kleinen, widerstandsfähigen Schafe westafrikanischer Herkunft nicht erklären.

Regelmässiger Schafdiebstahl

Bei Bauer Hedinger wurden vor vier Jahren nicht sieben, sondern zwei Alpenschafe gestohlen. Doch nach dem ersten Diebstahl, der sich im Mai abgespielt hat, wiederholte sich die Szene alle fünf bis sechs Wochen. Das letzte Tier ging auf einer Weide in der Nähe des Weilers Altenberg verloren. Insgesamt verlor der Birmensdorfer damals 14 seiner rund 70 Tiere. «Die Täter wurden zwar geschnappt, jedoch wieder auf freien Fuss gesetzt», erzählt Hedinger auf Anfrage.

Nachdem die Limmattaler Zeitung den Fall publik machte, hätten sich viele Leute bei ihm gemeldet, «mit einigen bin ich bis heute in Kontakt geblieben». Während der Besitzer den Wert der sieben Kamerunschafe auf rund 1 500 Franken schätzt, betrug der finanzielle Schaden beim Birmensdorfer Bauer gut das Doppelte.

Diebe schlugen erneut zu

Die Lage blieb auf Hedingers Hof auch dank des grossen Echos, das der Fall damals fand, bis zum letzten Jahr hin ruhig. Doch im vergangenen Sommer wurde erneut ein Schaf entwendet. «Es geschah am helllichten Tag. Der Nachbar konnte den beiden Tätern zusehen, wie sie in einem weissen Bus mit Anhänger davonfuhren», sagt der Birmensdorfer. Der Nachbar, der mittlerweile verstorben ist, sei aufgrund seines Alters nicht in der Lage gewesen, unverzüglich zu reagieren. «Ich habe es dann der Polizei gemeldet», erklärt der 63-Jährige.

Bis heute ist das mittlerweile 15. abhandengekommene Schaf nicht aufgetaucht. Doch Hedinger ist überzeugt, dass seine Tiere zwecks Verzehr geschlachtet wurden.

Situation hat sich beruhigt

Nach dem Vorfall im letzten Sommer hat sich die Situation auf dem Hof von Hans-Ulrich Hedinger beruhigt. Jedoch nicht nur auf der Weide, sondern auch in seinem Leben kehrt langsam Ruhe ein. «Ich werde noch dieses und das nächste Jahr weitermachen. Dann gehe ich in Pension», sagt der Bauer.

In den Startlöchern steht bereits seine Tochter: Obwohl sie momentan noch eine Ausbildung durchläuft, wird sie sich bald um die Weiterführung des Hofs kümmern – und auch um die 42 Schafe, die dem Birmensdorfer Bauer geblieben sind.