Dietikon

Schelling bringt vieles unter einen Hut - sie engagiert sich in mancher Hinsicht für Dietikon

Der Musikunterricht von Edith Schelling findet oft auch bei ihr Zuhause statt.

Der Musikunterricht von Edith Schelling findet oft auch bei ihr Zuhause statt.

Die Musiklehrerin Edith Schelling liebt das vielseitige Leben. Dazu gehören auch Stadtführungen durch Dietikon. Die Faszination für sportliche Betätigung hat sie gleich beiden Söhne in die Wiege gelegt.

Der Tag hat bekanntlich 24 Stunden. Für die Dietikerin Edith Schelling hat er mehr. Jedenfalls scheint das so zu sein, wenn man ihren vielseitigen Tätigkeiten und Leidenschaften zuhört. Sie zeichnet sich nicht nur durch ihre Begeisterungsfähigkeit für so vieles im Leben aus, sondern auch durch ihr Engagement für die Stadt Dietikon. Erst kürzlich wurde ihr im Rahmen des Weihnachtskonzertes der Musikschule Dietikon für ihre dreissigjährige Lehrtätigkeit in Akkordeon und Keyboard gedankt. Zudem gibt sie den Erstklässlern im Schulhaus Fondli und im Steinmürli Musikunterricht. Unter dem Jahr tritt sie selber bei Festen in der Region mit der Musikformation Limmatchlüpler auf – wenn sie nicht gerade ihr Wissen zur Dietiker Geschichte während diversen Stadtführungen weitergibt, die vom Stadtverein Dietikon organisiert werden. So etwa im Herbst, als der zweite «Tag der Reppisch» im ­Rahmen des Herbstmarktes durch­geführt wurde und Schelling über das ehemalige Dorf Dietikon an der ­Reppisch referierte.

«Ich probiere gerne Neues aus und war auch bei der Anfrage vor vier Jahren offen für die Herausforderung, die Stadtführungen mit sich bringen», erzählt sie. Ihr bereite es Freude und obwohl sie in Dietikon aufgewachsen sei, habe sie während der einjährigen Vorbereitungsphase sehr viel dazugelernt: «Es war mir wichtig, dass ich mich gründlich einlese und ich habe eine Menge über die Stadt, in der ich schon so lange lebe, erfahren. Je mehr ich wusste, desto mehr interessierte es mich», erzählt sie. Was sie an Dietikon schätze, sei die Nähe der Stadt zur Natur. Ihr gefalle der Marmoriweiher, aber der Egelsee sei für sie noch geheimnisvoller. Auch wenn dieser nicht zu ­Dietikon gehöre. Es sei eine schöne Strecke, die sie für das Training, dass sie drei bis vier Mal in der Woche ab­solviere, wähle.

Neben der Musik begeistert sie sich auch für den Sport

Schelling nimmt seit 2002 in ihrer Freizeit an Marathonläufen teil und tanzt in einer Rock’n’Roll-Showgruppe. Bereits fünfmal war sie am Jungfraumarathon anzutreffen. «Es ist nicht der Wettkampf an sich, der mich reizt, sondern die Frage, ob ich das schaffe», sagt sie. Es sei eine Challenge, die sie immer wieder gerne annehme. Etwas Verrücktes stehe auch in diesem Jahr an: Der Marathon du Médoc. Bei diesem Lauf wird in Bordeaux auf der Strecke Wein degustiert. «Ich muss deshalb die nächsten Male ein Gläschen Wein vor dem Rennen kosten und schauen, wie sich das anfühlt», sagt sie lachend. Dann gäbe es immerhin mal etwas anderes als die Powerriegel und Bananen.

«Ich probiere gerne Neues aus und war auch bei der Anfrage vor vier Jahren offen für die Herausforderung, die Stadtführungen mit sich bringen»

«Ich probiere gerne Neues aus und war auch bei der Anfrage vor vier Jahren offen für die Herausforderung, die Stadtführungen mit sich bringen»

Mit einem Bekannten habe sie auch schon an einem Gigathlon teilgenommen. «Wir wechselten uns damals ab. Für mich galt es an einem Tag zu schwimmen, dann eine längere Strecke Inlineskates zu fahren und danach noch zu rennen.» Bei dieser Herausforderung habe es Momente gegeben, da dachte sie, es gehe nicht mehr weiter. Sie habe eine mentale Stärke in solchen Situationen, aber könne auch aufhören, wenn der Leidensdruck zu gross werde. Das Ziel habe sie zwar auch dort erreicht. «Ich bin konsequent und bei mir kann man sich nicht einfach vor etwas drücken», meint sie. Auch ihre beiden Söhne sind sportlich unterwegs. Erst kürzlich unterzeichnete ihr jüngerer Sohn Simon Schelling, Handball-Goalie bei der ersten Mannschaft im Verein Pfadi Winterthur, einen Vertrag für die Nationalliga A beim BSV Bern. «Bei einem solchen sportlichen Werdegang ist man als Mutter schon sehr früh involviert und natürlich bin ich sein grösster Fan», sagt sie. Ihr älterer Sohn
Marco ist im Unihockey zuhause.

Studenten bringen weitere Vielfalt in den Alltag

Gemeinsam mit ihrem Partner Rolf Brönnimann lebt Schelling in Dietikon. Sie hat für die Musikstunden in ihrer Wohnung ein Musikzimmer eingerichtet. Aber die beiden erhalten nicht nur regelmässig Besuch von ihren Schülerinnen und Schülern, sondern auch von Studenten. Seit letztem Frühling teilen sich nämlich drei junge Erwachsene die obere Etage der Wohnung, während die Küche allen zur Verfügung steht. «Das ist eine total lässige Sache», so Schelling. Die Idee kam mit dem Auszug der Kinder, weil es genügend Platz gab.

In ihrer täglichen Arbeit als Musiklehrerin müsse sie ebenfalls flexibel sein und auf neue Gegebenheiten reagieren können. Gerade in einer Musikstunde sei zwischendurch Improvisation gefragt. Das falle ihr aber nicht schwer und es seien Fähigkeiten, die sie sich über die Jahre angeeignet habe. «Ich kann aus einem Fundus an Erfahrungen schöpfen», meint sie. Sie sei frei in der Gestaltung und so bringe es sie nicht aus der Ruhe, wenn mal ein Problem wegen einem doppelt besetzen Saal in der Schule auftrete, oder wenn ein Kind ohne Noten in eine Musikstunde komme. «Manchmal bringen Schüler auch Lieder mit, die sie gerne lernen möchten.» Es sei für sie wichtig, auf solche Inputs einzugehen.
Schelling ist 53 Jahre alt. Anfragen für weitere Engagements zurückweisen sei für sie wegen ihrer Freude an neuen Dingen gar nicht so einfach. Für Dietikon wünsche sie sich mehr Vielfalt. «Ich versuche bei lokalen Anbietern einzukaufen und es wäre schön, wenn es wieder mehr Angebote geben würde.» Zum Beispiel fehle ein ganz normales Bekleidungsgeschäft für Männer. Dietikon sei aber ihre Heimat und bleibe für sie immer ein Dorf.

Autor

Cynthia Mira

Cynthia Mira

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