Die Hitze macht nicht nur den Menschen zu schaffen, sondern auch den Tieren. Abkühlung heisst das Zauberwort. Auf dem Neuschwendenhof von Landwirt Walter Müller bekommen die Pferde beispielsweise drei bis vier Mal pro Tag eine Dusche und die Wollschweine dürfen sich nach Herzenslust im Schlammbad wälzen.

Etwas schwieriger sieht die Sache bei den Galloway-Rindern aus – mit ihrem dicken Fell trotzen die widerstandsfähigen Tiere mühelos tiefsten Minusgraden. Ihr Fell isoliert so gut, dass Schnee darauf nicht schmilzt. Jetzt, bei über 30 Grad, stehen die Tiere dicht gedrängt unter den Bäumen im Schatten, manche haben die Augen geschlossen, atmen schnell und keuchend. Es ist ihnen sichtbar zu heiss. «Die Tiere suchen bereits bei 20 Grad Celsius Schattenplätze», sagt Müller. Wichtig sei jetzt, den Rindern genügend Schatten und Wasser anzubieten und sie nicht zu stressen. Genügend Wasser; das bedeutet im Moment 2000 Liter pro Tag. Auf die 50 Galloways aufgeteilt macht das stolze 40 Liter Wasser.

Stoische Ruhe

Die Hitze verschlägt den Tieren sogar den Appetit. «Sie fressen deutlich weniger und geben ihren Kälbern auch weniger Milch», sagt Müller. Ideal wäre es, die Galloways den Sommer über jeweils auf die Alp zu schicken; das ist aber eine Preisfrage. Noch schlimmer als die momentane Gluthitze sei aber der Frühling gewesen. Auch da war es bereits sehr warm – und die Galloways trugen noch ihr Winterfell. Doch auch das haben sie mit stoischer Ruhe ertragen. Müller: «Ich hatte noch nie ein Tier mit einem Kreislaufkollaps.»