Schlieren

Scharf auf Motorräder und Pneus: Serbe wird nach Einbruchserie ausgeschafft

Objekte der Begierde: Der Verurteilte stahl 20 Autoräder, fünf Motorräder sowie Kinderfahrzeuge aus Sammelgaragen in Schlieren.

Objekte der Begierde: Der Verurteilte stahl 20 Autoräder, fünf Motorräder sowie Kinderfahrzeuge aus Sammelgaragen in Schlieren.

Ein Serbe, der Sammelgaragen mit Selbstbedienungsläden verwechselte, freut sich über seine baldige Abschiebung. Gestern stand er vor dem Bezirksgericht Dietikon.

Mitte September 2017 war der 42-jährige Serbe in einer Werkstatt in Effretikon verhaftet worden. Gemeinsam mit vier Landsmännern (separate Verfahren) war er dabei, fünf Motorräder im Gesamtwert von rund 61 900 Franken für den Transport nach Serbien zu verladen. Die Zweiräder hatte er zuvor in einer Garage in Schlieren abgeholt. Wie sich herausstellte, hatte er in seiner Heimat von einem Bekannten, der ihm als Entgelt 1000 Euro in Aussicht gestellt hatte, den entsprechenden Auftrag erhalten.

Im Verlauf der Untersuchungen stellte sich heraus, dass der vierfach Vorbestrafte trotz Verbot mehrfach in die Schweiz eingereist war. Dies nicht zur Erholung, sondern um tätig zu sein, wodurch er zahlreiche Menschen geschädigt hatte.

Als erste Missetat konnte ihm nachgewiesen werden, dass er im August 2016 in Schlieren in eine Sammelgarage eingestiegen war und 20 Autoräder sowie zwei Kinderfahrzeuge im Wert von 17 250 Franken «entführt» hatte. Einen Monat später hatte er aus einer Garage in Buchs ZH ein Motorrad MV Augusta im Wert von 15 000 Franken mitrollen lassen und in derselben Nacht in Winterthur eine gleichwertige Yamaha J «besorgt».

Tresor und Zigaretten aus Tankstellenshop geklaut

Im Dezember stattete der Serbe der Bundeshauptstadt einen Besuch ab. Diesmal hatte er allerdings kein Motorrad im Visier, sondern Bargeld. Bewaffnet mit einer Metallstange betrat er an einem Montag gegen 22 Uhr einen Migrolino-Tankstellenshop und forderte von der Kassiererin Geld. Nebst der Tageskasse plünderte er auch den Tresor und liess, so nebenbei, noch fünf Stangen Zigaretten mitlaufen. Alles in allem bescherte sein Besuch in Bern dem Migrolino einen Verlust in der Höhe von 3529,95 Franken.

Eine Freiheitsstrafe von 34 Monaten

Nach dem schief gelaufenen Coup mit dem geplanten Transfer der fünf Motorräder nach Serbien war im September 2017 Schluss mit den Selbstbedienungs-Touren des Serben. Er legte bezüglich aller Vorwürfe vollumfängliche Geständnisse ab und trat nach einem knappen halben Jahr in U-Haft in den vorzeitigen Strafvollzug über.

Gegen die Anklagepunkte, darunter Diebstahl, Hehlerei und Raub als schwerstes Delikt, hatte der Serbe ebenso wenig einzuwenden, wie dem Antrag auf eine Freiheitsstrafe von 34 Monaten. So kam es zu einem abgekürzten Verfahren, über das gestern das Bezirksgericht Dietikon unter Vorsitz von Stephan Aeschbacher befinden musste.

Die drei Richter erhoben den Antrag zum Urteil und entschieden, dass der Serbe unverzüglich aus dem Vollzug entlassen und den Migrationsbehörden übergeben wird. Der Verurteilte habe, so Aeschbacher, inzwischen ziemlich genau zwei Drittel seiner Haft verbüsst. Er werde aber nicht bedingt in Freiheit entlassen, sondern in den nächsten Tagen in sein Heimatland Serbien zurückgeführt. «Ich danke Ihnen vielmals», sagte der 42-jährige Verurteilte inbrünstig zuhanden der Richter.

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