Schlieren

Schärerwiese-Neugestaltung: Hier werden Kinder zu Spielplatzplanern

An einem Workshop im Stadthaus konnten Familien Schärerwiese-Neugestaltung mitdiskutieren.

Der Schlieremer Spielplatz Schärerwiese ist über 60 Jahre alt. Zuletzt wurde er in den 1980er-Jahren saniert. Im Moment stehen dort eine Rutsche, eine Schaukel, eine Wippe, mehrere Betonröhren und ein Brunnen. «Jetzt ist es eine Ansammlung von Spielgeräten. Neu wird es eine Anordnung von Themenerlebnissen sein», sagte Roger Gerber, Abteilungsleiter Werke, Versorgung und Anlagen der Stadt Schlieren. Am Samstag lud die Stadt zu einem Workshop im Stadthaus ein. Die Bevölkerung war eingeladen, die Projektierungspläne für die Sanierung des Spielplatzes zu diskutieren.

Bereits im Juni hatten Eltern und Kinder während eines Spielplatznachmittags die Gelegenheit genutzt, zusammen mit Mitarbeitenden der Planungs- und der Werksabteilung der Stadt den Spielplatz mit Kartonbauten neu zu denken und umzugestalten. Im Auswertungsbericht steht deshalb: Der Spielplatz Schärerwiese soll grösser werden, einen naturnahen Charakter haben und Bereiche sowohl für kleine als auch für grössere Kinder enthalten.

Die Firma Kukuk Schweiz wurde beauftragt, diese Wünsche in Projektierungsplänen umzusetzen. Die zuständigen Planerinnen, Valerie Spallek und Elena Nimmrichter, stellten am Workshop ihr Konzept vor. Der neue Spielplatz Schärerwiese werde ein naturnaher Spielplatz aus Holz, Stein und Seilen. Fünf Themenerlebnisse würden realisiert: Aufenthaltsbereiche mit Holztischen und Sitzsteinen, ein Baumhaus, Bewegungsmöglichkeiten mit Kletternetz und Rutsche, ein Wasserspiel und Spielbereiche für Kleinkinder.

Seilbahn gewünscht

Zum Workshop gekommen sind rund 30 Interessierte. Darunter waren die SP-Gemeinderätin Rixhil Agusi, Konrad Süsskow vom Elternforum, die Integrationsbeauftragte Dascha Krizan und Marikita Gschwend von der Gemeinwesenarbeit Bezirk Dietikon. Gschwend brachte die Stimme des Horts ein. «Nach der Kinderrechtskonvention ist es wichtig, dass Kinder Mitsprache haben und Selbstwirksamkeit erfahren», sagte sie.

Auch eine vierköpfige Delegation des Schülerrats der Schule Schulstrasse nahm am Workshop teil. Zusammen mit der Schülerratspräsidentin Valentina Filipovic (12) brachten Alba Lamelza (9), Leandro Testone (10) und Labian Sokoli (10) ihre Sicht ein. Gleich zu Beginn hielt Leandro fest, dass nicht alle Kinder das gleiche mögen, um seine Stimme am Workshop zu relativieren. Die kindliche Vernunft wich zuweilen der Begeisterung für Spielmöglichkeiten. Im Laufe der Diskussion näherten sich die Wünsche der Kinder der Realität von Budget, Sicherheit und Platz an.

Die Projektierungspläne seien gut angekommen, besonders Anklang fanden die Berücksichtigung verschiedener Altersklassen und der Wasserspielbereich, sagte Planerin Spallek. Ihre Kollegin Nimmrichter fasste die Inputs zusammen: «Farbgestaltung und eine Seilbahn wurden stark gewünscht. Das Baumhaus soll so hoch wie möglich sein. Das Bedürfnis nach einem Bodentrampolin könnte mit der Anschaffung eines mobilen Trampolins durch den Hort realisiert werden.» Auch die Frage nach einem Abfallregime sei aufgekommen. Der Einbezug der Kinder in der konkreten Bauphase sei bereits angedacht.

Vielleicht schon 2019 spielbereit

Mit den Resultaten aus dem Workshop werden die Verantwortlichen nun ein Bauprojekt mit Kostenvoranschlag erarbeiten, das dem Stadtrat im Frühling zur Bewilligung vorgelegt werden soll. Zuvor entscheidet am 17. Dezember das Parlament über den Voranschlag 2019. Darin sind 200 000 Franken für die Umsetzung des städtischen Spielplatzkonzepts enthalten. Laufe alles nach Plan, könne der Spielplatz Schärerwiese Sommer 2019 gebaut und eröffnet werden, sagte Gerber. Der neue Werkvorstand, GLP-Stadtrat Andreas Kriesi, ist zuversichtlich, dass das Konzept für öffentliche Spielplätze umgesetzt werden kann. «Spielplätze leisten einen wichtigen Beitrag zur Integration, deshalb bin ich hell begeistert, bald einen weiteren schönen Spielplatz der Bevölkerung zur Verfügung stellen zu können», so Kriesi. Die Stadt unterhält derzeit zehn öffentliche Spielplätze. Der Spielplatz Schönenwerd wurde bereits erneuert, vier sollen geschlossen und fünf saniert werden.

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