Es war im März 2010, als ein Geschäftsführer einer Limmattaler Baufirma den Sitz des Unternehmens kurzerhand ins Appenzeller Hinterland verlegte. Der Grund für diesen abrupten Schritt des im Bezirk Dietikon wohnhaften Mannes ist heute klar.

So war die Firma bereits so fest überschuldet, dass sie vor dem Zusammenbruch stand. Dabei wollte der Architekt verhindern, dass der Konkurs im Kanton Zürich öffentlich wird – vergebens. So wurde bereits wenige Monate später in der Ostschweiz der Konkurs eröffnet.

Der gesamte Schaden der ausstehenden Forderungen betrug rund eine Million Franken. Davon erfuhren auch bald die geprellten Investoren aus dem Kanton Zürich.

Nach mehreren Anzeigen von Geschädigten leitete die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis eine umfassende Strafuntersuchung ein. Nicht nur gegen den Geschäftsführer, sondern auch gegen den Buchhalter des gescheiterten Unternehmens.

Die Ermittlungen ergaben, dass die hohen Verluste auf jahrelange Misswirtschaft, aber auch auf ungetreue Geschäftsbesorgung zurückzuführen waren.

Es war vor allem der Geschäftsführer, der private Schulden immer wieder illegal mit Geldern der Firma bezahlt hatte. Die Anklageschrift listete mehrere 100 000 Franken auf.

Bei einem Bauprojekt in Bassersdorf gingen der Beschuldigte und sein Buchhalter noch weiter und veruntreuten insgesamt 485 000 Franken.

Bedingte Freiheitsstrafen

Vergangene Woche mussten sich die zwei Beschuldigten in einem abgekürzten Verfahren am Bezirksgericht Dietikon verantworten. Da beide Limmattaler umfassende Geständnisse abgelegt hatten, musste das Gericht nur noch die Urteilsvorschläge der Parteien absegnen.

Dabei wurde der Hauptbeschuldigte wegen mehrfacher ungetreuer Geschäftsbesorgung, mehrfacher Veruntreuung, Pfändungsbetrug sowie Misswirtschaft zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt.

Der 43-jährige Buchhalter erhielt als untergeordneter Mittäter eine deutlich mildere Freiheitsstrafe von 15 Monaten bedingt.

Monatlich 500 Franken

Strafmildernd wirkten sich vor Gericht nicht nur die Geständnisse, sondern auch die tätige Reue der Angeklagten aus. So arbeiten heute beide Männer und zahlen den Geschädigten, welche ihre Gelder in die Firma investiert und verloren hatten, monatlich einen Betrag von 500 Franken zurück.

Dies bereits seit Ende 2013 und obwohl der Haupttäter ernsthaft erkrankt ist.
Das Gericht stufte ihn allerdings als treibende Kraft ein und lastete ihm auch eine stärkere persönliche Bereicherung an.

Er habe sicherlich kriminelle Energie aufgewendet, um persönliche Schulden auf Kosten der Firma loszuwerden, erklärte der Vorsitzende Stephan Aeschbacher.

Beim Hauptbeschuldigten setzten die Richter auch eine lange Probezeit von vier Jahren fest. Der Buchhalter muss mit zwei Jahren eine wesentlich kürzere Bewährungszeit überstehen.