Die Schweizerischen Bundesbahnen wollen sparen. Um 1,2 Milliarden Franken sollen die Kosten jährlich gesenkt werden. Dafür bauen die SBB 1400 Stellen ab. So sieht es der Umbauplan «RailFit20/30» vor, der letzte Woche präsentiert worden ist. Von den Sparmassnahmen ist auch der Bereich SBB Intervention betroffen, wie die SBB nun in einer Mitteilung schreiben. Das hat Auswirkungen auf die seit 1978 existierende Betriebswehr im Rangierbahnhof Limmattal. Diese wird per 1. Januar 2017 aufgehoben, wie es auf Anfrage bei den SBB heisst.

Grund für die Auflösung der Betriebswehr im Rangierbahnhof ist die Reorganisation des Interventionsbereichs. Bisher führten die SBB getrennte Ereignismanagement- und Betriebswehrstandorte. Das für Betriebsstörungen zuständige regionale Ereignismanagement und die für feuerwehrliche Aufgaben tätige Betriebswehr mit Lösch- und Rettungszügen werden ab März 2017 nun an schweizweit 15 Betriebswehrstandorten zusammengefasst.

50 Stellen werden abgebaut

Die SBB Intervention wird ab dann von den Standorten Genf, Lausanne, Biel, Bern, Brig, Basel, Olten, Rotkreuz, Erstfeld, Biasca, Brugg, Zürich, Rapperswil, Winterthur und St. Gallen aus operieren. Die meisten der bisherigen Aussenstandorte des Ereignismanagements werden dagegen aufgelöst. Einzig jene in Nyon, Burgdorf und im sankt gallischen Buchs sollen wegen der langen Anfahrtswege beibehalten werden, heisst es seitens der SBB. Gleichzeitig sollen auch die zentralen Strukturen zusammengeführt werden.

Durch die Reorganisation werden laut SBB insgesamt 50 Stellen abgebaut. Dieser Stellenabbau soll weitgehend über natürliche Fluktuationen und Pensionierungen erfolgen. Davon nicht betroffen sind die Mitglieder der Betriebswehr im Rangierbahnhof Limmattal. Denn dort wird «die Milizwehr durch Mitarbeitende von Cargo und Betrieb im Nebenamt alimentiert. Es werden keine Stellen abgebaut. Es werden jedoch jährliche Kosten von 200 000 Franken für Material und Übungs- sowie Einsatzstunden eingespart», wie die SBB auf Anfrage mitteilen. Insgesamt besteht die Betriebswehr im Rangierbahnhof Limmattal aus 21 Freiwilligen.

Sonderfall Rangierbahnhof

Ein Sicherheitsrisiko sehen die SBB in der Reorganisation und der damit verbundenen Auflösung der Betriebswehr nicht. Sie habe keine Auswirkungen auf die Sicherheit der Kunden, die weiterhin an erster Stelle stehe, halten die SBB fest. «Der Rangierbahnhof Limmattal ist ab dem Standort Zürich aus in zehn Minuten erreichbar. Das professionelle Interventionspersonal Zürich kann die Aufgaben übernehmen. Falls weitere Unterstützung notwendig ist, rückt das Interventionspersonal von Brugg oder Olten nach», heisst es bei den SBB. Die Rangierbahnhöfe Lausanne und Basel würden bereits seit Jahren von einer professionellen Betriebswehr mit zehn Minuten Anfahrtsweg geführt. Der Rangierbahnhof Limmattal sei daher ein Sonderfall gewesen.

Durch die Bündelung von Ereignismanagern und Interventionsspezialisten an einem Standort rücken neu bei Einsätzen immer zwei Einsatzkräfte aus, schreiben die SBB weiter. Diese neue Einsatztaktik verbessere die Aufgabenteilung am Schadenplatz. «Mit der neuen Organisation der Intervention können die Spezialisten vor Ort im Ereignisfall besser reagieren, Ereignisse effizienter bewältigen und die Sicherheit der Kunden gewährleisten», heisst es in der Mitteilung. Die Neuorganisation ermögliche neben einer effizienteren Ereignisbewältigung zudem jährliche Einsparungen im Umfang von sieben Millionen Franken.