Dietikon

Saxophon Quartett beflügelt am Weihnachtskonzert das Publikum

Beherrschen ihr Handwerk virtuos: Hans Baumann, Rolf Schaeren, Alexander Zurbruegg und Martn Hartwig.

Beherrschen ihr Handwerk virtuos: Hans Baumann, Rolf Schaeren, Alexander Zurbruegg und Martn Hartwig.

Das Dietiker Saxophon Quartett begab sich am traditionellen Weihnachtskonzert auf die Spuren der Altmeister.

Bei Duke Ellington bildete sie traditionell die Schlussnummer, beim Dietiker Saxophon Quartett den Auftakt: «Satin Doll», der Jazz-Standard, den man am liebsten mit einem Weisswein und einer Zigarre geniessen möchte. Immerhin das Getränk – zum Beispiel einen St. Staphorin – konnte man am Freitag dazu haben. Da die Musiker aber nicht in einer Bar, sondern der ehemaligen St. Josefskapelle in Dietikon auftraten, musste man es beim flüssigen Genussmittel bewenden lassen.

Bereits zum zwölften Mal hatte das Quartett zum Weihnachtskonzert geladen. Und Dietikon war gekommen: Dicht an dicht sassen die Leute, die vordersten, gemütlich auf Sofas, hätten den Musikern bequem ans Schienbein treten können, so nah sassen sie an der Bühne. Für Proteste dieser Art bestand aber keinerlei Anlass, viel zu virtuos beherrschten Hans Baumann, Rolf Schaeren, Alexander Zurbruegg und Martin Hartwig ihr Handwerk. Verstärkt wurden sie vom Profi-Drummer Marcello Mosca.

Mit dem von Puccini inspirierten «Poor Butterfly» wurde das Tempo zugunsten einer behäbigen Gemütlichkeit etwas zurückgeschraubt. Immer wieder liessen sich die tief-brummenden Einwürfe eines Saxophons hören. Sie verbreiteten eine Stimmung, wie sie an einem späten Sonntagabend in einer Bar vorherrschen mag. Man weiss, man sollte langsam gehen, aber man gönnt sich noch einen Drink.

Sozusagen vom Barhocker auf die Tanzfläche wurde das Publikum mit «It don’t mean a thing» gezogen. Heiter und bewegt ging es damit zu. Nicht von ungefähr, kündete der Klassiker doch 1931 die Ära des Swing an. Das Dietiker Saxofon Quartett spielte ihn so frisch und vergnügt, dass man – wäre da nur mehr Platz gewesen – am liebsten mobil geworden wäre. Doch auch sitzend konnte man sich vom Offbeat beflügeln lassen.

Vor der Pause sollte es nach Hans Baumann noch einmal «ein rassiges Stück» geben. «Jetzt geht die Post ab», sagte er, und liess seinen Worten Taten folgen. «Zoot Siut Riot» wurde von dem Quartett so feurig gespielt, dass es stellenweise gar an Rockmusik erinnerte.

Der zweite Teil des Abends stand fast ganz im Zeichen von Weihnachten. Sehr innerlich wurde er mit «Ave verum corpus» von Mozart eröffnet, das von Baumann eigens für das Quartett arrangiert worden war. Zwar schien das Transzendente dieses Stücks etwas verloren zu gehen, man wurde vielleicht nicht völlig entrückt, aber gelangte immerhin bis ins Vorzimmer des Himmels.

«Das Herz erwärmt»

Verschiedene Weihnachtsklassiker erfreuten danach das Gemüt, so «Stille Nacht» und das nicht minder obligatorische «O du fröhliche». Als dann auch noch «Winter Wonderland» gespielt wurde, konnte man sich vollkommen vom Weihnachtszauber absorbieren lassen. Dass es draussen vor allem nass war – alles andere als ein Wunderland – spielte da keine Rolle mehr.

Das Publikum applaudierte lange und entliess das Quartett nicht ohne mehrere Zugaben. Dementsprechend positiv fielen die Kommentare aus: «Die Weihnachtslieder waren besonders schön», sagte Wenxi Feng aus Dietikon. «Sie haben mir das Herz erwärmt und mich an das chinesische Neujahrsfest erinnert.» Auch Markus Schwyter aus Dietikon zeigte sich angetan vom Quartett. «Ich kennen einen der Musiker persönlich und bin nicht zum ersten Mal da», sagte er. «Für mich ist das Konzert jedes Jahr ein Pflichttermin.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1