Am Sonntag stimmt die Kirchgemeindeversammlung über die erste Etappe des Projekts ab, die mit 970000 Franken budgetiert ist. «Wir möchten zuerst die Aussenarbeiten machen lassen – die Kirchgemeinde soll aber bereits jetzt über das ganze Projekt informiert werden», erklärt Robert Eigenmann, Vizepräsident der Kirchgemeinde.

Die Aussenarbeiten seien dringender als die Arbeiten am inneren Teil. Sie umfassen eine Betonsanierung von Kirche und Kirchturm, den Ersatz des Glockenmechanismus, energetische Massnahmen und die Sanierung von Dach und Fenstern. Mit einer Vorverglasung sollen zudem einige der Kirchenfenster geschützt werden. Die Optik der Kirche wird sich nicht merklich verändern.

Im zweiten Teil ist die innere Renovation geplant: Wände und Decke, das Chorbild und Bänke werden aufgefrischt, der Boden erneuert. Auch Lüftung, Heizung und Strominstallationen werden saniert. Dafür sind 850000 Franken geplant, allerdings erst im Budget von 2013. «So sind die Ausgaben gestaffelt und sprengen nicht das Budget. Ausserdem haben wir für die Innenrenovation noch etwas Zeit, um Details zu entscheiden», sagt Finanzvorstand Marc Joye.

Zustand schlechter als erwartet

Stimmt die Kirchgemeindeversammlung der Sanierung zu, folgen zwischen April und Juni Submission, Planung und Aufgabenerteilung. Zwischen Juli und Dezember sollen die Arbeiten ausgeführt werden. Finanziert wird das Projekt zu einem grossen Teil aus dem Eigenkapital. Der Steuerfuss müsse dazu nicht erhöht werden, sagt Joye.

«Seit 2004 machen wir Rückstellungen und haben nun ein Vermögen von 1,6 Millionen.» Ursprünglich waren für die Gesamtsanierung Kosten von einer Million geplant. Es gab aber einige Überraschungen bei der Detailplanung. «Der Zustand der Bausubstanz ist schlechter, als wir angenommen hatten, besonders im Bereich des Dachs und der Kanalisation», sagt Eigenmann.

Weniger Energieverbrauch

Die Renovation bringt aber auch Sparpotenzial: Mit den energetischen Massnahmen könne man 30 bis 40 Prozent Energie sparen, erklärt Eigenmann. «Es geht dabei nicht nur um die Kosten. Als öffentliche Institution fühlen wir uns auch verpflichtet, Energie zu sparen.» Die Erneuerung der elektrischen Anlagen ermöglicht eine bessere Steuerung der Raumtemperatur: Wenn die Kirche nicht genutzt wird, wird die Raumtemperatur auf etwa 12 Grad herunter gefahren. Die Vorverglasungen, die die Kirchenfenster schützen werden, sorgen dafür, dass weniger Wärme verloren geht.

Eine Photovoltaik-Anlage ist nicht geplant. «Momentan gibt es keine Zusicherung, dass man den Strom ins Netz einspeisen kann», erklärt Eigenmann. Auf dem Dach würden aber sogenannte Befestigungspunkte angebracht, damit zu einem späteren Zeitpunkt nachgerüstet werden könnte.

Der grosse Saal als «Ersatz-Kirche»

Während den Sanierungsarbeiten wird die Kirche nicht immer benutzbar sein. Als Ausweichmöglichkeit hat sich der grosse Saal unterhalb der Kirche angeboten. Vereine, die diesen Saal sonst nutzen, müssen ab Juli für etwa ein Jahr darauf verzichten.

Auch das Pfarrhaus muss renoviert oder gar neu gebaut werden. Das Konzept dazu ist allerdings noch nicht definiert. «Es gibt drei Varianten: Minimalrenovation, Renovation mit Ausbau oder ein Neubau», so Joye. Je nach Variante belaufen sich die Kosten zwischen einer halben und zwei Millionen Franken. Die Ausführung wird voraussichtlich in etwa zwei bis drei Jahren folgen.