Schlieren
«Salmen»-Schliessung: Einige Fragezeichen bleiben bestehen

Wirtefamilie und Behörden sind sich nicht einig darüber, ob ein neues Patent nötig war.

Florian Niedermann
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Das bekannte Schlieremer Restaurant Salmen wurde am Montag von der Polizei geschlossen. Bereits am Dienstag nahm es jedoch den Betrieb wieder auf.

Das bekannte Schlieremer Restaurant Salmen wurde am Montag von der Polizei geschlossen. Bereits am Dienstag nahm es jedoch den Betrieb wieder auf.

Julia Wartmann

Zwar kommen immer mehr Details zur spektakulären Schliessung des Restaurants Salmen vom Montag ans Licht. Klar ist nun etwa, weshalb der Betrieb nur kurzzeitig geschlossen blieb und am Dienstag schon wieder öffnen konnte. Doch einige Fragen bleiben weiterhin ungeklärt. Und dies, obwohl die Behörden und die Pächterfamilie um Aufklärung bemüht scheinen.

Die Gäste des Restaurants Salmen wurden am Montagvormittag von der Stadtpolizei Schlieren recht abrupt dazu aufgefordert, das Lokal zu verlassen. Laut Wirt Nue Komani hat der zuständige Polizist mit lauter Stimme gefordert, dass sie die Pizzeria «innert zehn Sekunden» räumen.

Der Grund für die Schliessung: Die Stadt habe Komani und seinen Söhnen bereits vor Monaten mitgeteilt, dass für den Betrieb kein gültiges Gastwirtschaftspatent mehr bestehe und dass der Betrieb geschlossen werden könne, wenn sie kein neues Patent beantragen, erklärte der Schlieremer Polizeivorstand Pierre Dalcher (SVP) am Montag. Ein solches Patent muss im Kanton Zürich gemäss Gastgewerbegesetz beantragen, wer ein Restaurant betreibt oder Alkohol «im Klein- und Mittelverkauf» vertreibt.

Der Strafregisterauszug fehlte

Komani hätte die Unterlagen vor dem 28. Februar in Ordnung bringen sollen, damit per 1. März ein Patent ausgestellt worden wäre. Da dies nicht geschah, schloss die Polizei schliesslich den Betrieb. Der Wirt stellt sich auf den Standpunkt, die Unterlagen bereits am 24. eingereicht zu haben. Laut Dalcher waren diese allerdings nicht vollständig: «Es fehlte der Strafregisterauszug, den Herr Komani beim Bund anfordern musste.»

Bereits am Dienstagmorgen konnte das Restaurant allerdings wieder geöffnet werden. Dies, weil der Wirt am Montagmorgen die fehlende Bescheinigung per Post erhalten und nachgereicht habe, so Dalcher. Am Montagabend sei Komani das Gastwirtschaftspatent ausgestellt worden, weshalb er seinen Betrieb am Dienstag wieder habe öffnen können.

Darüber, ob die Komanis überhaupt ein neues Patent für das Restaurant hätte beantragen müssen, unterscheiden sich die Ansichten der Stadtverwaltung und der Wirtefamilie. Laut Vater Nue Komani übernahm die Kominn GmbH seines Sohnes Manuel im Juli 2013 den «Salmen» von der Noli GmbH seines zweiten Sohnes Fanol.

Während Letzterer über ein Gastwirtschaftspatent für Schlieren verfügt, hat der neue Inhaber Manuel ein solches nur für die Stadt Zürich. Fanol sei jedoch auch nach dem Inhaberwechsel immer im «Salmen» angestellt gewesen, sagt sein Bruder: «Wir verfügten daher stets über ein gültiges Patent, da es auf eine Person ausgestellt wird und nicht auf eine Firma», ist er überzeugt.

Verantwortung abgegeben?

Anderer Ansicht ist hierin Dalcher. Nachforschungen der Stadt und Aussagen von Aussenstehenden hätten darauf schliessen lassen, dass Manuel Komani im vergangenen Jahr die Verantwortung für den Betrieb übernommen habe, sagt er. Die Quellen der Informationen wollte der Polizeivorstand nicht näher bezeichnen.

Stimmt die Einschätzung der Stadt – und für Dalcher ist dies erwiesen –, so wäre der neue Firmeninhaber nach kantonalem Gastgewerbegesetz tatsächlich verpflichtet gewesen, sich bei der Stadt von sich aus zu melden und ein Gastwirtschaftspatent zu beantragen. Denn: Gemäss Paragraf 7 des Gesetzes muss «die für die Betriebsführung verantwortliche Person» eines Restaurants über eine solche Bewilligung verfügen.

Als Manuel Komani auf Aufforderung der Stadtverwaltung schliesslich ein Patentgesuch stellte, verweigerten ihm die Behörden dieses. Dalcher begründet dies folgendermassen: «Herr Komani amtete zu diesem Zeitpunkt seit längerem als verantwortliche Person ohne Patent. Daher missachtete er die Meldepflicht.»
Nicht geklärt werden konnte gestern, ob die Beamten der Schlieremer Stadtpolizei bei der Räumung tatsächlich so harsch agierten, wie dies der Vater des aktuellen Firmeninhabers schildert.