Schlieren/Unterengstringen
Saisonstart: Limmatfähre Maurizius nimmt ihren Betrieb auf.

Petrus muss ein «Fährimaa» sein: Pünktlich zur ersten Überfahrt der Maurizius in dieser Saison bricht die Sonne durch die Wolken. Ursprünglich hätte eine Brücke statt einer Fähre die Ufer der Limmat verbinden sollen.

Christian Murer
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Die ersten Gäste fuhren gestern von einem Ufer zum anderen: Die «Maurizius» führt seit 1981 Passagiere über die Limmat. Christian Murer

Die ersten Gäste fuhren gestern von einem Ufer zum anderen: Die «Maurizius» führt seit 1981 Passagiere über die Limmat. Christian Murer

Die ersten Gäste am Ufer des Zelgliwegs um 13 Uhr waren Lisbeth und Fredi Mast aus Schlieren: «Trotz unsicherem Wetter wollten wir heute einen Spaziergang machen und dabei die Limmatfähre benützen», so die beiden.

Tatsächlich blinzelte die Sonne zeitweise auf die 6,3 Grad kalte Limmat. Unter den ersten Überfahrer war auch der Schlieremer SVP-Stadtrat Christian Meier, der auf dem Boot zur Wetterlage bemerkte, dass Petrus wohl ein «Fährimaa» gewesen sein müsse.

«Es ist immer wieder eindrücklich, wenn wir Spaziergänger übersetzen können», freut sich Werner Wenk, Präsident des Wasserfahrvereins, der heuer im November das 40-Jahr-Jubiläum feiern kann.

Denn für viele Ausflügler sei die Überfahrt zwischen dem Schlieremer Limmatufer und dem Kloster Fahr mit der zwölfjährigen Fähre Maurizius ein beliebtes Sonntagnachmittags-Programm.

Auch für Wenk selber ist nicht nur der Fährdienst ein Erlebnis: «Ich geniesse auch die Zeit auf der Limmat und in dieser herrlichen Umgebung.»

Auf dem Wasser «entschleunigen»

Erstmals beförderte die Fähre am 28. Mai 1981 350 Personen. Warum denn gerade eine Fähre zum Kloster Fahr? «Die Fähre ist eine altbewährte Technik, ein fliessendes Gewässer zu überqueren.

Mit ihr kann man sich wunderbar ‹entschleunigen›», sagte Christian Meier. Dazu ergänzte Werner Wenk: «Im Gespräch war damals eine Fussgängerbrücke.» Doch aus finanziellen Gründen habe sich schliesslich die Idee mit der Fähre durchgesetzt.

So sei seit vielen Jahren eine feste Installation mit Fährseil, zwei Landungsstegen und dem grünen Fährschiff vorhanden, welche alljährlich durch die Stadt Schlieren montiert, gewartet und über den Winter auch eingelagert werde.

Im Dienst der Allgemeinheit

«Einzig das Ausrüsten der Fähre mit Ruder und Stachel sowie mit Sicherheitsmaterial nimmt jeweils etwa eine halbe Stunde Zeit in Anspruch», sagte Werner Wenk.

Trotzdem sei es alle Jahre eine grosse Aufgabe, beim Wasserfahrverein Schlieren und der Seepfadi Zürich für die Fährdaten Freiwillige zu finden, die den Sonntagnachmittag auf der Limmat verbringen wollen, stellte der hauptberufliche Hauswart fest.

Er selber sei froh, dass der Schlieremer Stadtrat sich damals für einen Fährbetrieb entschieden habe und auch weiterhin bereit sei, diesen finanziell zu unterhalten.

Und Christian Meier meinte dazu: «In der heutigen Zeit finde ich das ein beachtliches Engagement im Dienste der Allgemeinheit. Ich hoffe, dass das Wasserfahrzeug Maurizius noch lange seinen Dienst versieht und Schlieren mit dem Kloster Fahr verbindet.»