Ein Ort der Sehnsucht und Emotionen, ein Treffpunkt für Gross und Klein – auch dieses Jahr boten die Limmattaler Public Viewings den zahlreichen Fussballfans einen Platz, um gemeinsam während den WM-Spielen mitfiebern zu können. «Im Schnitt hatten wir auf dem Dietiker Kirchplatz etwa 300 Zuschauer pro Spiel. Da es insgesamt 64 Spiele waren, rechnen wir während der ganzen Weltmeisterschaft mit ungefähr 20 000 Zuschauer», sagt Organisator Roger Zeindler. Noch vor der WM erwartete er etwa 18 000 Gäste, da sich die italienische Nationalmannschaft nicht für die WM qualifizieren konnte.

Die meisten Fussballfans erschienen laut Zeindler während des Spiels Schweiz gegen Costa Rica. Wer an der WM den dritten Platz belegte, war den Dietikern hingegen egal. «Am schlechtesten lief das Spiel um den dritten Platz. Zum einen interessiert es niemanden, wer Dritter wird, zum anderen lief das Spiel nachmittags um 16 Uhr bei über 30 Grad Hitze. Da sind die Leute lieber in der Badi und kühlen sich ab», sagt Zeindler. Im Vergleich zur EM 2016 war die Anzahl Zuschauer sowie der Verkauf von Getränken und Esswaren praktisch identisch. Die Dietiker dürfen sich bereits jetzt auf die EM 2020 freuen. Auch dann werden die Spiele wieder in Dietikon gezeigt. Ob wie gewohnt auf dem Kirchplatz, oder wegen der Limmattalbahnbaustelle auf dem Rapidplatz ist noch unklar.

2020 wieder auf dem Stadtplatz

Die Limmattalbahnbaustelle verhinderte dieses Jahr das Public Viewing auf dem Schlieremer Stadtplatz. Marco Lazri, Betreiber der Pizzeria Corona, organisierte das Public Viewing deshalb auf dem Geistlich-Areal. Der Standortwechsel hatte zur Folge, dass weniger Zuschauer die Spiele in der Summerbeiz verfolgten: «Durch den Ortswechsel hatten wir bei dieser WM weniger Zuschauer, als bei der EM 2016. Vor allem an den Spielen um 14 Uhr kamen besonders wenig Zuschauer. Während der gesamten WM zählten wir ungefähr 5 000 Besucher.» Wie in Dietikon, nahm die Anzahl Besucher bei den Schweizer Spielen in der Summerbeiz zu.

Besonders schade findet der Organisator, dass die Schweizer Nationalmannschaft bereits im Achtelfinale ausgeschieden ist. Er freut sich jedoch, die Fussballspiele an der Europameisterschaft in zwei Jahren, wieder auf dem Stadtplatz zeigen zu dürfen, wenn der Bau der Limmattalbahn abgeschlossen ist.

Ähnlich sieht die Bilanz bei der BölleBar auf dem Urdorfer Chilbiplatz aus. Bei den Schweizer Spielen besuchten besonders viele Fussballfans das Public Viewing, wie Organisator Michael Pauli berichtet. «Das Spiel Japan gegen Senegal verfolgten am wenigsten Zuschauer.» Laut Pauli gibt es keine grossen Unterschiede zur EM 2016: «Mit zirka 7 000 bis 8 000 Besuchern ist die Zahl im Vergleich zu den bisherigen Meisterschaften etwa gleich geblieben.» Besonders die Natispiele waren sehr bewegend für Pauli. Nach den Siegen der Schweizer Nationalmannschaft feierten die Fussballfans noch lange ausgelassen in der Bölle-Bar. «Wie lange die Besucher den Sieg unserer Nati feierten weiss ich allerdings nicht, denn ich bin schon vorher nach Hause gegangen.» Auch die Urdorfer dürfen an der EM 2020 wieder auf die Bölle-Bar zählen. Hoffentlich mit Schweizer Beteiligung.