Urdorf

Rücktritt gefordert: Gibt Schulpfleger René Eberle sein Amt ab?

Nach dem Austritt von René Eberle aus der SVP fordert diese nun seinen Rücktritt. Hier im Bild: das Schulhaus Embri in Urdorf.

Nach dem Austritt von René Eberle aus der SVP fordert diese nun seinen Rücktritt. Hier im Bild: das Schulhaus Embri in Urdorf.

Schulpfleger René Eberle und Sozialbehördemitglied Olivia Eberle sind per sofort aus der SVP ausgetreten. Der Vorstand der Ortspartei fordert nun, dass sie ihre Ämter abgeben. Und die Schulpflege hat heute Abend Sitzung.

René Eberle ist seit 2002 Schulpfleger in Urdorf. Seine Frau Olivia Eberle wurde 2018 als Mitglied der Sozialkommission gewählt. Noch bei den kommunalen Gesamterneuerungswahlen im Jahr 2018 unterstützte die SVP Urdorf René Eberle, als er erfolgreich die Wiederwahl in die Schulpflege schaffte, sich mit seiner Kandidatur als Schulpräsident aber gegen Irmgard Struchen (CVP) geschlagen geben musste.

Nun scheinen sich Eberles und die SVP voneinander entfernt zu haben. Seit Kurzem führt die SVP Urdorf auf ihrer Website René und Olivia Eberle nicht mehr unter den Mandatsträgern auf. Dort sind sonst alle Mitglieder des Gemeinderats, der Schulpflege, der Rechnungsprüfungskommission, der Sozialkommission und des Wahlbüros aufgelistet, die der SVP angehören.

Namen und Gesichter gelöscht

Jetzt wird bekannt, wieso ihre Namen, ihre Gesichter und ihr kurzer Vorstellungstext von der Website der SVP Urdorf gelöscht wurden: Sie sind keine Parteimitglieder mehr. «Aufgrund persönlicher Umstände» seien beide, sowohl René Eberle als auch Olivia Eberle, «per sofort» aus der SVP Urdorf ausgetreten, schreibt der Vorstand der SVP Urdorf in einer Medienmitteilung.

Nachdem Eberles aus der Partei zurückgetreten sind, hat die SVP die beiden nun zum Rücktritt von ihren Ämtern aufgefordert. Diese Rücktrittsforderungen hat die SVP in der erwähnten Medienmitteilung öffentlich gemacht. Konkret teilte der Vorstand der SVP Urdorf folgendes mit: «Die Behördenmandate Sozialbehörde und Schulpflege, die durch die Familie Eberle besetzt sind, wurden mit Unterstützung der SVP Urdorf ermöglicht. Obwohl diese Personen demokratisch an der Urne gewählt wurden, fordern wir sie auf, zurückzutreten, da diese Mandate der SVP Urdorf zugeschrieben werden.»

Eberle: «Forderung ist legitim»

Auf die Rücktrittsforderung der SVP angesprochen, sagte René Eberle gestern: «Es ist legitim, wenn eine Partei jemanden, der aus der Partei ausgetreten ist, zu einem Rücktritt aus seinem Amt auffordert, da diese Partei Anspruch auf diesen Sitz hat.»

Wie er auf die Rücktrittsforderung reagieren wird, will Eberle noch nicht sagen. «Ich muss mir das noch überlegen. Weiter gibt es noch nichts zu kommentieren», sagt er. Wieso er überhaupt aus der Partei ausgetreten ist, will er nicht genauer sagen. Ausser: «Das war ein persönlicher Entscheid.

SVP-Mitglieder stützen Vorstand

Auch Markus Lottenbach, Präsident der SVP Urdorf, nahm gestern auf Anfrage der Limmattaler Zeitung Stellung zur Rücktrittsforderung. «Wir erwarten, dass René und Olivia Eberle uns über ihr Vorgehen betreffend dem Rücktritt von ihren Ämtern auf dem Laufenden halten. Ein Rücktritt wäre beim Dietiker Bezirksrat einzureichen.»

Die Sache wird vermutlich auch am 22. März für Gesprächsstoff sorgen: Dann trifft sich die Urdorfer SVP zu ihrer Generalversammlung. Schon jetzt ist aber bekannt, dass der Vorstand der Urdorfer SVP auch im Sinne mehrerer Parteimitglieder handelt. «Für den erweiterten Vorstand war die Rücktrittsforderung nach dem Austritt aus der Partei ein logisch folgender Schritt, der durch verschiedene Parteimitglieder stark unterstützt wird», sagt Lottenbach weiter.

Womöglich wird schon heute Abend klar, ob sich René Eberle zu einem Rücktritt entschliesst oder nicht. Denn die Urdorfer Schulpflege trifft sich heute Abend zu ihrer Sitzung. Es ist die erste seit einigen Wochen. Kaum vorstellbar, dass die neunköpfige Schulpflege an dieser Sitzung nicht auch in irgendeiner Form über die Rücktrittsforderung spricht.

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