Uitikon

Rückbau: Das Lothardenkmal ist nicht mehr windsicher

Bald muss das «Lothar»-Denkmal aus Sicherheitsgründen einer Spielwiese weichen.

Bald muss das «Lothar»-Denkmal aus Sicherheitsgründen einer Spielwiese weichen.

Drei bis vier Meter ragen die Hölzer gleich beim Uitiker Hallenbad aus dem Boden. Die Baumstämme fielen allesamt im Jahr 1999 dem Megasturm «Lothar» zum Opfer, wurden daraufhin von einer Künstlerin als Installation weiterverwertet.

Die Gedenkstätte an die Zerstörung, die der Sturm damals angerichtet hat, wird aber bald der Vergangenheit angehören. Wie die Gemeinde in ihrem aktuellen Mitteilungsblatt bekannt gibt, wird das Werk rückgebaut. Der Grund: Bei Sturm besteht Einsturzgefahr.

Am 26. Dezember 1999 fegte der Orkan «Lothar» mit Geschwindigkeiten von bis zu 241 Stundenkilometern über die Schweiz. Insgesamt fielen im Bezirk Dietikon rund 66 000 Kubikmeter Sturmholz an. Uitikon war mit rund 10 000 Kubikmetern gefallenem Material nach Birmensdorf und Dietikon die am drittstärksten betroffene Gemeinde des ganzen Bezirks.

Alles Irdische ist verletzlich

Dies veranlasste Heidi Schmucki, die «Lothar»-Installation erstellen zu lassen. In einem früheren Interview sagte sie gegenüber der Limmattaler Zeitung, dass die in einem Betonfundament stehenden Baumstümpfe ein sichtbares Mahnmal für die Verletzlichkeit des Irdischen seien. Die Symbolkraft des Werks bestehe darin, dass durch den Sturm die Struktur des Waldes verändert wurde, sodass sich danach ein völlig neues Bild ergeben habe.

Bald werden die Besucher des Hallenbads und der Sternwarte jedoch nicht mehr an den Megasturm erinnert, denn der Werkhof wird bald mit den Rückbauarbeiten beginnen. Dem Leiter Martin Landis ist bereits in diesem Frühling aufgefallen, dass es um die Installation nicht gut steht: «Die in Betonplatten gegossenen Baumstämme schwanken bei jeder Berührung», sagt er. Seit Jahren schneiden die Werkhof-Mitarbeiter die Brombeerstauden und das restliche Gestrüpp, das sich auf den Betonplatten breitgemacht hat.

Der Zustand der Installation habe sich jedoch rapide verschlechtert. Landis führt dies darauf zurück, dass die Baumstämme ohne spezielle Präparation einbetoniert wurden. «Das Holz im Inneren des Betons ist morsch und komplett verfault. Daher fehlt den aus dem Beton ragenden Stämmen das Fundament», so Landis weiter. Wann genau er und seine Angestellten das inzwischen gut 15-jährige Kunstwerk rückbauen werden, steht noch nicht fest — er rechnet damit, dass im November oder Dezember begonnen werden könne. Die Gefahr für Passanten sei noch nicht akut, so Landis.

Was nach dem Rückbau des «Lothar»-Denkmals auf diesem Stück Land gemacht wird, weiss Landis bereits. «Die Brombeerstauden, die während der letzten 15 Jahre dort wachsen konnten, werden wir zurückschneiden.» Auf dem Beton-Fundament — dieses ist gänzlich mit Erde überwachsen — wird Rasen angepflanzt. So kann die angrenzende Spielwiese bis zum Parkplatz des Hallenbades vergrössert werden.

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