Birmensdorf
Rücktritt des Präsidenten: Das Alterszentrum am Bach erhält einen neuen Vater

Karl Traub tritt als Präsident der Genossenschaft Alterszentrum am Bach zurück – sein Nachfolger ist der ehemalige Vize Dr. Bruno Letsch. An der Generalversammlung übergab der gesundheitlich angeschlagene Traub sein Amt.

Florian Niedermann
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Der neue Genossenschaftspräsident Dr. Bruno Letsch und sein abtretender Vorgänger Karl Traub.

Der neue Genossenschaftspräsident Dr. Bruno Letsch und sein abtretender Vorgänger Karl Traub.

Limmattaler Zeitung

Es dauert lange, bis der Applaus an der Generalversammlung der Genossenschaft des Alterszentrums am Bach im Gemeindezentrum Brüelmatt abklingt. Ein sichtlich gerührter Karl Traub wendet sein Wort ein letztes Mal an die Genossenschafterinnen und Genossenschafter. Der abtretende Präsident dankt den 122 Anwesenden für die Anerkennung und seinen Vorstandskollegen für ihren Einsatz während der letzten sechs Jahre. «Ihr habt alle einen grossen Teil eurer Freizeit für unsere Sache geopfert», sagt Traub.

Engagiert und gut vernetzt

Traubs Nachfolger als Genossenschaftspräsident, der bisherige Vizepräsident Dr. Bruno Letsch, wird von den Genossenschafterinnen und Genossenschaftern mit grosser Mehrheit in sein neues Amt gewählt. In seiner Antrittsrede betont er, wie viel Energie Traub in die Realisierung des Alterszentrums gesteckt habe: «Nichts ist ihm zu viel gewesen. Er hat sich in allen Schritten engagiert und sich um sein Baby bemüht.»

Besonderer Wert wurde darauf gelegt, dass die Fassade des Alterszentrums sich harmonisch in das Dorfzentrum einfügt.
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Im Korridor im zweiten Obergeschoss sind die Gipserarbeiten bereits sehr weit fortgeschritten.
Der Blick in den einen, unbegehbaren Innenhof. Die Fassadenstruktur und -Farbe ist hier bereits vorhanden.
So sehen die Nasszellen in den Einzelzimmern aus.
In beiden Obergeschossen stehen den Bewohnern zwei Gemeinschaftsräume mit Terassen zur Verfügung.
Im Treppenhaus sind bislang noch keine fixen Handläufe installiert worden.
An der Generalversammlung nahmen 122 Genossenschafterinnen und Genossenschafter teil.
Der bisherige Präsident der Genossenschaft Alterszentrum am Bach, Karl Traub, trat aus seinem Amt zurück. Die Generalversammlung wählte Dr. Bruno Letsch zu seinem Nachfolger.

Besonderer Wert wurde darauf gelegt, dass die Fassade des Alterszentrums sich harmonisch in das Dorfzentrum einfügt.

Nachdem sich Traub vor einem Jahr einer Hüftoperation unterziehen musste, wollte er sein Amt bereits abgeben, entschied sich aber dann doch, noch ein weiteres Jahr anzuhängen. Man sei im Vorstand froh gewesen über diesen Entscheid, erklärt Letsch.

Traubs Vernetzung in der Gemeinde habe viele Türen geöffnet und er habe die Arbeit im Vorstand immer wieder mit neuen, guten Ideen bereichert. Man werde auch unter der neuen Führung genau gleich weiterfahren wie bisher, so Letsch.

Als Nachfolger Traubs in den Vorstand wählen die Anwesenden Paul Gähler. Brigitte Restle übernimmt mit dem Betriebsbeginn des Alterszentrums das Vorstandsmandat von Evelyne Flückiger, die eine Stelle im Betrieb übernehmen wird und deshalb aus dem Vorstand austreten muss.

Gutes Wetter und präzise Arbeit

An seiner letzten Generalversammlung präsentiert Traub den anwesenden den Jahresbericht 2011. Einen «ersten Meilenstein» nennt er den 13. April des vergangenen Jahres, an dem die Genossenschaft die Leistungsvereinbarung mit der Gemeinde Arni absegnete.

Baulich wurde das Alterszentrum im letzten Sommer in seiner ganzen Dimension augenscheinlich. Nachdem die drei Geschosse bis nach den Sommerferien aufgezogen worden waren, wurden in der zweiten Jahreshälfte die Arbeiten für die Sanitär-, Lüftungs-, Heizungs- und elektrischen Installationen angegangen.

Besondere Beachtung habe die Fassadengestaltung gefunden, erklärt Traub: «Durch die Gliederung und die Farbgebung wird sich der Bau harmonisch in das Dorfzentrum einfügen.» Dank idealem Wetter und einer präzisen Arbeitsorganisation hätten sowohl in Bezug auf die Kosten als auch auf den Zeitplan die Vorgaben eingehalten werden können, so Traub.

Ressourcen reichten nicht mehr aus

Ebenfalls in Angriff genommen wurde dieses Jahr die Vorbereitung des Betriebs im Alterszentrum. Auch dieser Aspekt forderte den Vorstand neben seiner regulären Tätigkeit stark. Deshalb entschloss dieser sich dazu, eine Sekretariatsstelle mit stundenweisem Ansatz zu schaffen. Aus den eingegangenen Bewerbungen für diese Stelle wurde Beatrice Brand gewählt.

Ausserdem wurden auch 2011 wieder Dienste verschiedener Abteilungen der Gemeindeverwaltung Birmensdorf in Anspruch genommen. «Für diese Unterstützung sind wir dankbar. Sie ist nicht selbstverständlich», sagt Traub.
Anteilsscheine noch nicht verzinst

Die Erfolgsrechnung der Genossenschaft schliesst 2011 mit einem Verlust von rund 185 000 Franken. Zwar ergab sich durch Spenden und Steuererträge ein Gesamtertrag von 3400 Franken. Da das Alterszentrum jedoch noch nicht in Betrieb ist, steht dieser kleine Ertrag einem Aufwand von 188 400 Franken gegenüber.

Finanzvorstand Werner Haab muss den Genossenschaftern deshalb mitteilen, dass man in diesem Jahr noch auf eine Verzinsung des Anteilsscheinkapitals verzichten müsse. Und dieser Entscheid findet schliesslich unter den Genossenschaftern ebenso grossmehrheitliche Zustimmung wie die Entlastung des Vorstands.