Limmattal

Rotary-Verein für Kinder und Jugendliche will noch mehr Eltern erreichen

Mit Hilfe von Flyern will man den Bekanntheitsgrad des Rotary-Clubs für Kinder und Jugendliche (Rokj) erweitern. (Symbolbild)

Mit Hilfe von Flyern will man den Bekanntheitsgrad des Rotary-Clubs für Kinder und Jugendliche (Rokj) erweitern. (Symbolbild)

Vor einem Jahr haben die Rotary-Clubs Zürich-Limmattal und Zürich-Dietikon einen Verein gegründet, mit dem sie Kindern und Jugendlichen ihre Hobbys finanzieren wollen.

Dominik ist das jüngste Kind einer alleinerziehenden Mutter. Er möchte unbedingt Trompete spielen lernen, den Unterricht kann ihm seine Mutter aber nicht bezahlen. Mit ihrer 100-Prozent Arbeitsstelle verdient sie nur gerade genug, dass sie keine Sozialhilfe beantragen muss. Genau in solchen Fällen kann die Limmattaler Abteilung des Rotary-Clubs für Kinder und Jugendliche (Rokj) die nötige Unterstützung bieten. Dank dem vor einem Jahr gegründeten Verein kann Dominik mittlerweile am Musikunterricht teilnehmen.

«Seit wir mit Rokj Limmattal gestartet sind, haben wir 38 Gesuche erhalten», zieht Vereinspräsidentin Carol Hofer Bilanz. Das sei ein guter Anfang. Gegründet wurde Rokj in der Absicht, Kindern und Jugendlichen aus wenig begüterten Familien ihre Hobbys zu finanzieren. Das Geld stammt in erster Linie von Spenden. Vorerst beschränkt sich der Verein auf Unterstützungen in den Bereichen Musik und Sport. Deshalb konnten sieben der im letzten Jahr eingereichten Anfragen nicht bewilligt werden, so Carol Hofer.

Eine Ausnahme bilden lediglich Flüchtlingskinder. Um sie schnell zu integrieren, wolle man ihnen nicht unnötig Steine in den Weg legen. Daher werden ihnen auch andere Aktivitäten finanziert. Eine Regelmässigkeit bei der Art der Gesuche sei aber nicht zu erkennen. Lediglich Anfang eines Schulhalbjahres würde man vermehrt Anträge im Bereich Musik verzeichnen, meinte Hofer.

Keiner soll ausgeschlossen sein

Um unterstützt zu werden, müssen Eltern einen Antrag einreichen und dabei auch sensible persönliche Angaben machen, um die Bedürftigkeit zu belegen. Neben Musikunterricht und Sporttrainings werden etwa auch die Teilnahme an einem Sportlager oder eine passende Skiausrüstung finanziert. Das soll gewährleisten, dass sich Kinder nicht ausgeschlossen fühlen und genauso an Freizeitaktivitäten teilnehmen können wie ihre Kameraden.

Um den Verein bekannt zu machen, wurde einiges unternommen. «Im Vorfeld haben wir uns beiden Musikschulen im Limmattal vorgestellt», sagt Hofer. Genau gleich sei man bei den Sozialamt-Leitern im Bezirk vorgegangen. Daneben habe man alle Sportvereine angeschrieben und die Schulsozialarbeit über die Koordinationsstelle des Kinder- und Jugendhilfszentrums Dietikon informiert. Mithilfe von Flyern werde nun aber nachgedoppelt. Denn nach einem befriedigenden Start sieht die Präsidentin Steigerungspotenzial vor allem beim Bekanntheitsgrad ihres Vereins bei den involvierten Stellen und den Eltern.

Kooperation ausdehnen

Ein anderer Punkt auf der To-do-Liste von Carol Hofer ist die Kooperation mit weiteren Organisationen. «Wir würden uns freuen, wenn ausser der zwei Rotary-Clubs im Bezirk (Zürich-Dietikon und Zürich-Limmattal) auch noch weitere Clubs bei uns mitmachen würden», sagt sie. Damit könnte das Wirkungsgebiet vergrössert und möglicherweise sogar in den Kanton Aargau ausgedehnt werden.

«Auch gilt es, jene Eltern zu erreichen, deren Hemmschwelle etwas grösser ist, da doch einige Angaben zu den finanziellen Verhältnissen notwendig sind, um Unterstützung zu erhalten», räumt Hofer ein. Doch müsse man auch die Vorteile sehen. Die Prüfung eines Gesuchs dauert rund eine Woche. «Das ist ein schnelles Ergebnis, wenn man bedenkt, dass diese Arbeit nebenberuflich ausgeführt wird», so Hofer. Zudem würden alle Angaben absolut vertraulich behandelt.

Für Hofer ist diese Art von Arbeit kein Neuland. Seit 23 Jahren ist sie im sozialen Bereich tätig. Da sei es auch einfacher, mit schwierigen Geschichten klarzukommen. «Ich habe gelernt, damit umzugehen», sagt sie. Ihre Kollegen und Kolleginnen im Vorstand seien jedoch ganz neu in diesem Bereich tätig. Die Reaktionen zeigten, dass ihnen manche der Geschichten der Menschen unter die Haut gehen würden. Trotz allem würden die positiven Dinge überwiegen. Zum einen sei da die bereichernde und gute Zusammenarbeit im Vorstand und über die Vereinsgrenzen hinaus. Zum anderen «bestätigen uns die Dankesschreiben von Kindern und deren Familien, dass die gebotene Unterstützung wertgeschätzt wird».

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