Limmattal
Romana Kaiser brillierte im Cello-Konzert von Haydn

Gleich zweimal konzertierten das Streichorchester Dietikon und der Schlieremer Frauenchor in Schlieren und Dietikon. Highlight des Abends war die 24-Jährige Cellistin.

Christian Murer
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Romana Kaiser am Cello.

Romana Kaiser am Cello.

Christian Murer

Der Höhepunkt des Konzertabends in der reformierten Kirche Schlieren war das Cello-Konzert Nr. 1 von Joseph Haydn mit der jungen Cellistin Romana Kaiser aus Uitikon. Ohne Fehl und Tadel meisterte sie dieses bis 1961 verschollene Werk. Einfühlsam begleitete das Dietiker Streichorchester unter Leitung von Günther Stückle die auswendig spielende Solistin.

Als jahrzehntelanges Mitglied des Zürcher Kammerorchesters versteht es Dirigent Stückle, das Laien-Orchester zu fördern und Schwächen auszumerzen. Und: «Nach wie vor hat es sich das Streichorchester zum Ziel gesetzt, jungen Musikern eine Plattform zu bieten», so Stückle.

Die Dietiker Streicher eröffneten das Konzert mit der Sinfonie in G-Dur von Christoph Willibald Gluck. Der erste Satz war geprägt von frischer Lebendigkeit, der zweite von inniger Klarheit und der dritte sprühte nur so von Lebensfreude. Schwungvoll und begeistert interpretierten die Musikerinnen und Musiker das Werk.

Zum krönenden Abschluss sang der Frauenchor Schlieren – begleitet von den Dietiker Streichern – die «Missa sub titulo Sancti Leopoldi» von Michael Haydn, dem Bruder von Joseph Haydn. Die melodiöse, fast fröhliche Messe sangen die Frauen unter der Leitung von Igor Retnev mit viel Freude und Einsatz. Das melodiöse Kyrie diente als Zugabe. Die Sopranistin Maria Gerter sowie die Mezzosopranistin Natalia Staroverova trugen mit ihren kurzen Soli dazu bei, dass die Komposition wunderschön ausklang.

Eine Notiz am Rand: Das Streichorchester Dietikon wird selbst in der Musikstadt Wien wahrgenommen. Eine ehemalige Cellistin des einstigen Orchestervereins Dietikon hat extra für dieses Konzert einen Blitzbesuch eingeschaltet: «Ich wünschte mir, dass ich beim Streichorchester wieder mitspielen könnte. Allerdings ist der Weg zur wöchentlichen Probe von Wien nach Dietikon doch etwas zu weit», meinte sie. Weniger weit hingegen hatte Felix Häfelin aus Urdorf: «Das Haydn-Konzert mit der jungen Cellistin fand ich herrlich erfrischend.»