Um Punkt 14.30 Uhr war es so weit: Otto Müller (FDP) übergab im Büro, in dem er zwölf Jahre lang als Dietiker Stadtpräsident gearbeitet hat, symbolisch einen Brotschlüssel an seinen am 22. April gewählten Nachfolger Roger Bachmann (SVP). Mit dem Amt reichte er ihm auch ein grosses Pflichtenheft weiter. Es besteht aus drei Teilen. «Der Stadtpräsident muss Ideen liefern, er muss Ideen vorantreiben und er muss den Puls bei der Bevölkerung fühlen», sagte Müller.

Zwar geht jeder Stadtpräsident seinen eigenen Weg. Aber einige Tipps konnte Müller Bachmann schon mit auf den Weg geben, wofür sich Bachmann im Rahmen der Stabübergabe bedankte. «Es war eine kurze und knackige Einführung», sagte Bachmann. Und für Otto Müller seien die Türen im Dietiker Stadthaus auch weiterhin offen, er sei jederzeit zu einem Kaffee im Stadtpräsidenten-Büro eingeladen, sagte Bachmann. «Ich komme sicher gerne mal vorbei. Aber nicht so bald. Denn einmischen will ich mich nicht», machte Müller klar. Wobei man Müller, der zur Stadtratswahl diesen Frühling nicht mehr angetreten war, bis zum 23. September auch weiterhin politisch wahrnehmen wird. Er wird sich für seine Herzensangelegenheit, die Limmattalbahn, einsetzen – als Co-Präsident des Komitees «Nein zur halben Limmattalbahn».

Ausserdem ist Müller Präsident des Organisationskomitees des grossen Dietiker Stadtfests, das vom 31. August bis zum 2. September stattfinden wird. Mit dem Präsidium des Dietiker Stadtvereins hat Müller zudem eine weitere ehrenvolle Aufgabe übernommen.

Auch Dällikon nimmt Abschied

Roger Bachmann, der bisher als Leiter der Abteilung Finanzen der Gemeinde Dällikon arbeitete, hat letzte Woche nach 25 Jahren seinen Schlüssel zum Dälliker Gemeindehaus abgegeben. Bereits am Abend des 1. Augusts wird er nach Dällikon zurückkehren, um dort die Rede zur Bundesfeier zu halten – in Dietikon wird er am Vormittag eine Rede halten.

Nach der Schlüsselübergabe ging es am Freitag für Roger Bachmann, Otto Müller und dessen Frau Doris Müller sowie zahlreiche Angestellte der Stadt Dietikon vom Stadthaus weiter in den Garten des benachbarten Musikschulhauses, um anzustossen und die zwölf Jahre Stadtpräsidium von Otto Müller Revue passieren zu lassen, wozu auch sein Wahlkampf 2006 gehörte, in dem er als «Otto-Motor» bekannt wurde. «Er darf jetzt einen Gang runterschalten», sagte Stadtschreiberin Karin Hauser. Müller war von den verschiedenen Reden und Abschiedsgeschenken sichtlich gerührt.