Dietikon
Rochus Burtscher will die BD-Bahn in Dietikon zur Metro machen

Dass die BD-Bahn im Zentrum die Verkehrssituation zusätzlich verschärft, ist der SVP ein Dorn im Auge. Deshalb soll sie in einem Tunnel verschwinden – welches bis Glanzenberg führen könnte.

Bettina Hamilton-Irvine
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SVP-Gemeinderat Rochus Burtscher

SVP-Gemeinderat Rochus Burtscher

Schon seit Jahren sorgt die Bremgarten-Dietikon-Bahn immer wieder für rote Köpfe im Dietiker Gemeinderat. Kritisiert wird vor allem der verursachte Lärm sowie die Tatsache, dass die Bahn öfters in Unfälle verwickelt ist. Bemängelt wurde dies zuletzt in zwei Interpellationen von SVP-Gemeinderat Rochus Burtscher, welche an der Parlamentssitzung vom Donnerstag abgeschrieben wurden.

Bis ins Quartier Silbern als Metro

Burtscher wollte sich jedoch mit den Antworten des Stadtrates nicht ohne weiteres zufrieden geben. Er rechnete dem Parlament vor, dass zwischen der Haltestelle Stoffelbach und dem Bahnhof Dietikon jährlich bis zu zehn Unfälle passieren. «Jeder Unfall ist einer zu viel», betonte Burtscher. Um die Situation zu verbessern, müsse man sich nicht unbedingt «ganz neuen Ideen widmen», so Burtscher.

So könnte die BD-Bahn unterirdisch bis zum Bahnhof Dietikon und allenfalls weiter bis zum Coop Silbern als Metro geführt werden – eine Idee, die schon öfters diskutiert wurde. Es gebe jedoch noch eine weitere Idee, erklärte Burtscher: Ab Reppischhof soll die Bahn in einem Tunnel bis Bahnhof Glanzenberg geführt werden.

«So haben wir mehrere Probleme gelöst», erklärte Burtscher: Das Quietschen sei weg, die Unfallgefahr sei weg und die Stausituation würde sich verbessern. Ausserdem könnten Passagiere der BD-Bahn am Bahnhof Glanzenberg gleich auf die Limmattalbahn umsteigen. Es sei ihm klar, dass diese Lösung nicht günstig wäre, sagte Burtscher. Doch sollten sowohl die Kantone Zürich und Aargau als auch vor allem die Dietiker ein Interesse an der Entflechtung des Verkehrsproblems in Dietikon haben.

Um die Idee voranzutreiben, plant die SVP, ein entsprechendes Postulat einzureichen. Darin ersucht sie den Stadtrat unter anderem, «eine Entlastung der Bremgartnerstrasse und des Stadtzentrums» durch eine Verlegung der BD-Linie zum Bahnhof Glanzenberg zu prüfen. Untersucht werden soll auch die Machbarkeit einer unterirdischen Verlängerung ins Industriequartier Silbern.

Eine «elegante Lösung»

Wie viel Unterstützung diese «elegante Lösung», wie er sie nannte, erfahren werde, könne er noch nicht sagen, meinte Burtscher gestern auf Anfrage. Doch sei er sich sicher, dass das Thema vielen Leuten unter den Nägeln brenne. Für die Grünen trifft dies offensichtlich nicht zu, wie Fraktionschef Lukas Neff im Gemeinderat sagte. Es sei «relativ ungeschickt», jetzt ein Tunnel vorzuschlagen, sagte er. Man solle sich besser darauf konzentrieren, dass im Rahmen des Agglomerationsprogramms die Doppelspur umgesetzt werde.