Dem Restaurant Steinerhof in Urdorf stehen einige Änderungen bevor. Angefangen mit der Führung des Gasthofs. Im September wurde bekannt, dass das Wirtepaar Koni und Adélia Seglias den «Steinerhof» Ende Jahr nach 14 Jahren verlässt und das Restaurant Brüelmatt in Birmensdorf ab Mai 2019 übernimmt. Dies nach einem längeren Streit mit den Eigentümern, der vor Gericht endete (die Limmattaler Zeitung berichtete). Nun ist klar, wer die Nachfolge im «Steinerhof» antritt. Robin Leutwiler wird das Restaurant ab dem 9. Februar 2019 leiten. Der 28-Jährige stammt aus einer Urdorfer Wirtefamilie. Sein Urgrossvater, sein Grossvater, sein Vater und sein Onkel betrieben das Restaurant Frohsinn in Urdorf. 2015 wurde das Gebäude abgerissen.

«Das Restaurant ist mir ans Herz gewachsen.»

«Für mich geht mit der Übernahme des ‹Steinerhofs› ein Herzenswunsch in Erfüllung», sagt Leutwiler. Er habe schon immer eine Gaststätte führen wollen. Der «Steinerhof» ist ihm zudem nicht fremd. «Ich habe hier meine Ausbildung zum Koch gemacht und insgesamt neuneinhalb Jahre im Betrieb gearbeitet. Das Restaurant ist mir ans Herz gewachsen.» Einen Pachtvertrag wird es derzeit aber nicht geben. Die Eigentümerin Regina Schuler-Steiner hat zusammen mit ihrem Mann Roger Schuler vor kurzem die Betriebsgesellschaft Restaurant Steinerhof AG gegründet und Leutwiler als Geschäftsführer angestellt. «Es handelt sich dabei aber weniger um ein Anstellungsverhältnis als vielmehr um eine Partnerschaft», betont Roger Schuler. Leutwiler sei für das Restaurant zuständig und er und seine Frau übernähmen als Treuhänder die Buchhaltung.

Pacht nicht möglich

Dass eine Pacht derzeit nicht infrage kommt, begründet das Ehepaar Schuler mit den Sanierungsplänen für den «Steinerhof». «Wir können das Restaurant jetzt nicht mit gutem Gewissen verpachten, wenn wir wissen, dass es in ein paar Jahren für die Sanierung mindestens 9 bis 18 Monate geschlossen werden muss», sagt Regina Schuler-Steiner. So sei gewährleistet, dass das Restaurant bis zum Umbau für die Bevölkerung offenbleibe. Die Absicht des Ehepaars ist, die Gaststätte Leutwiler danach ganz zu übergeben.
Dem «Steinerhof» blüht also nicht nur ein Leitungswechsel, sondern auch eine Renovierung. Die Schulers wollen das Restaurant, das 1982 eröffnet wurde, auf den neusten Stand bringen. «Das reicht von den Kühlzellen im Keller bis zur Lüftung im Dach», sagt Schuler-Steiner. Zudem wolle man das Lokal vollständig rollstuhlgängig machen und den Saal auf dem Heuboden heller und freundlicher gestalten, indem grössere Fenster eingebaut würden. Der eigentliche Haupteingang hinter dem Haus soll bis zur Höhe der Küche ausgebaut werden, um dort einen Lift und sanitäre Anlagen zu errichten. Geplant ist auch, die Terrasse zu vergrössern und Richtung Muulaffeplatz auszurichten. Zudem sollen die beiden Gebäude, die auf dem «Steinerhof»-Areal nahe der Kirchgasse stehen, Richtung Birmensdorferstrasse verschoben werden, um so den Muulaffeplatz zu vergrössern und aufzuwerten.

Baubeginn wäre frühestens Ende 2020 möglich

Dafür benötigen die Schulers einen privaten Gestaltungsplan. Seit drei Jahren sei man bereits am Planen, so Schuler-Steiner. Dies in enger Absprache mit der Gemeinde Urdorf, die auch Neugestaltungspläne für den Muulaffeplatz hegt. Das Projekt, an dem die Gemeinde bereits seit längerer Zeit arbeitet und das auch die Erhöhung der Hochwassersicherheit des Schäflibachs beinhaltet, wurde kürzlich den Anrainern an einer Informationsveranstaltung präsentiert. Ihre Anregungen wolle der Gemeinderat bei der weiteren Planung berücksichtigen, sagt Planungs-, Bau- und Umweltvorstand Danilo Follador (CVP).
Abstimmung wird koordiniert


Über das Projekt der Gemeinde sowie den privaten Gestaltungsplan der Schulers hat die Gemeindeversammlung zu befinden. «Da sich unser und das Projekt der Gemeinde stark überschneiden, macht es keinen Sinn, unseres vorher an der Gemeindeversammlung zur Abstimmung zu bringen», sagt Schuler-Steiner. Daher warte man, bis die Gemeinde ihr Projekt den Stimmberechtigten vorlegt. Die Schulers rechnen damit, dass das frühestens 2019 der Fall sein wird. Wenn alles problemlos laufe, wäre dann ein Baubeginn ab Ende 2020 möglich.

Kulinarisch gibt es keine Kursänderung

Für Leutwiler liegen diese Pläne derzeit noch in weiter Ferne. Er freut sich auf die neue Herausforderung. «Ich sehe diese Zwischenphase bis zum Umbau als Chance, in meine Aufgabe hineinzuwachsen.» Was er während der Zeit der Sanierung machen werde, wisse er noch nicht. «Es wird sich dann schon etwas ergeben.» Kulinarisch verfolgt Leutwiler denselben Kurs wie sein Vorgänger. «Gutbürgerliche Schweizer Gerichte bleiben auf der Speisekarte.» Auch an den Cordon-bleu-Spezialitäten will er festhalten. Weiterhin möchte Leutwiler auch auf Events im «Steinerhof» setzen. «Es soll künftig einen Bauernbrunch, Metzgete mit Musik oder Jassturniere geben.»


Eines soll sich aber ändern. «Ich werde den Wirtesonntag auf einen anderen Tag verschieben und am Montag wieder öffnen», sagt Leutwiler. Viele Vereine würden am Montagabend proben und trainieren. «So haben sie wieder einen Ort, um danach noch etwas zusammenzusitzen.»
Von Anfang Januar bis zur Eröffnung am 9. Februar 2019 bleibt das Restaurant geschlossen.