Dietikon

Riesenpiadina und Blume: Beschilderungen im Limmatfeld dürfen vorläufig bleiben

Die übergrosse Piadina dürfte eigentlich nicht an den Arkaden hängen – sie sorgt aber für mehr Kundschaft, gerade am Wochenende des Stadtfestes.

Die übergrosse Piadina dürfte eigentlich nicht an den Arkaden hängen – sie sorgt aber für mehr Kundschaft, gerade am Wochenende des Stadtfestes.

Dicke Post für Dietiker Gewerbler: Sie müssen ihre Werbeschilder auf das Stadtfest hin abhängen. Nun dürfen sie sie aber belassen.

Die Geschäfte unter den Arkaden an der Heimstrasse in Dietikon haben es nicht leicht: Sie werden von einer potenziellen Kundschaft leicht übersehen. Deshalb haben sich das Blumengeschäft «Blumenprinz» und das italienische Take-away «Via-vai» etwas einfallen lassen: Sie brachten an den Arkadensäulen zwei übergrosse Blumen beziehungsweise eine Riesenpiadina an – also ein Fladenbrot mit Füllung –, um besser auf sich aufmerksam zu machen. Diese zwei unbewilligten Beschilderungen sind nun aber zum Stein des Anstosses geworden. Ausgerechnet jetzt, kurz vor dem Stadtfest, das nächstes Wochenende steigt und an dem sich die Gewerbler erhofft haben, neue Kundschaft zu gewinnen. Denn laut Stadt entsprechen sie dem bewilligten Werbekonzept nicht, welches nur Schilder zwischen den Säulen erlaubt. Die Livit als Verwalterin hat die Gewerbetreibenden deshalb schriftlich aufgefordert, die Schilder bis Freitag abzumontieren. Ab Ende August – so heisst es im eingeschriebenen Brief weiter – würde dann bei Nichtbefolgung gebüsst.

«Was sechs Jahre lang nicht gestört hat, stört nun plötzlich», sagt Geschäftsführerin Michaela Leiser vom «Blumenprinz». Aber noch unglücklicher findet sie es, dass die Beschilderung just auf das Stadtfest hin wegmuss. «Für uns wäre das eine gute Plattform gewesen, um uns zu präsentieren.» Dennoch ist Leiser der Aufforderung nachgekommen, weil sie keinen Ärger will.

Widerstand beim «Via-Vai»

Nicht abhängen wird die Geschäftsführerin Carolina Calà vom «Via-Vai» die Riesenpiadina. «Unser Umsatz ist um 20 Prozent gestiegen, seit wir das Werbeteil aufgehängt haben», sagt ihr Partner, der nicht mit Namen genannt werden will. Diesen Mehrverdienst hat das Geschäft nötig. Denn: «Versteckt in den Arkaden sieht man unseren Take-away von der Strasse her nicht. Zusätzlich erschwert uns die Parksituation die Lage.» So müssen die Kunden Parkgebühren zahlen, auch wenn sie sich nur kurz eine Piadina holen. Kontrolliert werde von der Polizei fleissig, «drei Mal pro Tag». Geputzt von der Verwaltung hingegen weniger. Es sei oft sehr «dreckig», so heisst es von verschiedenen Gewerbetreibenden. Es fehlt an Abfalleimern und Aschenbechern. Und, sagt der Partner der «Via-Vai»-Betreiberin: «Für die Gewerbler im Limmatfeld könnte die Stadt viel mehr machen.» Dass sie nun just auf das Stadtfest hin den Geschäften die Beschilderung verbietet, kann er nicht verstehen. «Wir sind hier Pioniere und sorgen dafür, dass das Limmatfeld belebt wird. Da sollte uns die Stadt das Leben nicht noch schwerer machen.»

Ausgehängt habe man die Beschilderungen ohne Bewilligung, geben beide Geschäfte zu. Allerdings nur, weil die Livit ihr Versprechen, offizielle Schilder anzubringen, nicht eingehalten habe.

«Es ist ein unglücklicher Zufall»

Die Stadt sagt auf Anfrage, dass es nicht ihre Absicht gewesen sei, den Gewerbetreibenden zu schaden. «Wir haben allerdings eine Begehung im Juli durchgeführt und festgestellt, dass diverse Reklameschilder im Bereich der Arkaden an der Heimstrasse nicht dem Werbekonzept entsprechen», so Bausekretär Beat Frischknecht. Demzufolge habe man die Eigentümerin der Liegenschaft aufgefordert, die nicht bewilligungsfähigen Schilder zu entfernen.

«Es ist ein unglücklicher Zufall, dass die Frist zur Entfernung der Schilde gerade auf das Wochenende des Stadtfests gefallen ist», sagt auch Hochbauvorstand Toni Kiwic (SP). Die Livit habe inzwischen im Namen der Mieter einen Antrag auf Fristverlängerung bis Ende November gestellt, sodass die Gewerbler die gute Möglichkeit nutzen können, neue Kundschaft zu gewinnen. «Diesem Antrag haben wir stattgegeben», so Kiwic. Der entsprechende Brief sei allerdings wegen Ferienabwesenheiten noch nicht verschickt worden und erreiche die Mieter erst nächste Woche.

Auch bei der Livit tönt es nach einem Happy End: So sei man mit den Mietern um eine einheitliche Beschilderung bemüht und prüfe derzeit Angebote. Der «Blumenprinz» wird also die bereits abgehängten Blumen nächste Woche wohl wieder montieren.

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