Dietikon

Richtige WCs statt Toi-Tois: Wasserlassen wird angenehmer für die Böötler

Auf der Allmend Glanzenberg werden richtige Toiletten gebaut und nicht nur Toi-Tois wie auf der Nötzliwiese. Der Dietiker Stadtrat hat die Projektänderung genehmigt.

Wer bei der Dietiker Nötzliwiese aus dem Limmat-Wasser kommt und Wasser lassen muss, hat es seit einem Jahr einfacher. Denn im Sommer 2017 stellte die Stadt Dietikon kurzerhand Toi-Toi-WCs auf, nachdem vier Dietiker innerhalb von zehn Tagen 1000 Unterschriften für dieses Anliegen gesammelt hatten. Bis dahin verfügte die Nötzliwiese über keine WC-Anlage.

Toi-Tois, wie sie heute bei der Nötzliwiese bereitgestellt werden, waren eigentlich auch auf der neuen Allmend Glanzenberg geplant. Der neue Böötler-Landeplatz mit Grillstellen, Wasserzapfsäulen, Bänken, Tischen und mehr wird derzeit gebaut und soll im Sommer 2019 eröffnet werden, um die Nötzliwiese zu ersetzen.

Nun beurteilt der Dietiker Stadtrat Toi-Toi-Anlagen aber als «nicht zweckmässig», wie er jüngst mitteilte. Vielmehr soll es eine richtige Toilette geben, mit Anschluss an das Abwasserleitungs- und Stromnetz. Denn für Menschen mit Behinderung sind Toi-Tois nicht wirklich praktisch. Zudem ist die Kapazität von Toi-Tois limitiert, da der Fäkalientank jeweils nach einer gewissen Zeit voll ist. Der Stadtrat hat nun den Bau einer richtigen, fix installierten Toilettenanlage genehmigt.

Regionale 2025 hat geholfen

Doch mit dieser Projektänderung steigen die Baukosten für die neue Allmend Glanzenberg um 200 000 Franken, von 325 000 auf 525 000 Franken. Der kantonale Natur- und Heimatschutzfonds hat neu aber zugesichert, das Gesamtprojekt mit 200 000 Franken zu subventionieren.

Das Geld aus dem Fonds hatte die Stadt beantragt. Tatkräftig unterstützt wurde sie vom Verein Regionale Projektschau Limmattal, bekannt als Regionale 2025. «Das Vorhaben an der Allmend Glanzenberg wurde von der Regionalen 2025 als bedeutsam für das ganze Limmattal eingestuft. Dies hat dem Antrag beim Naturschutz- und Heimatschutz-Fonds entscheidend geholfen. Es freut uns, dass sich das Engagement aller Beteiligten gelohnt hat», sagt Carmen Simon, Mitarbeiterin der Regionale 2025.

Der genannte Fonds ist organisatorisch im Generalsekretariat der kantonalen Baudirektion angesiedelt. Dieses koordiniert die Vorhaben in den Bereichen Naturschutz, Denkmalschutz, Archäologie, Ortsbild- und Landschaftsschutz sowie Erholung. Mit dem Thema Erholung befasst sich die Abteilung Raumplanung, die zum Amt für Raumentwicklung der Baudirektion gehört.

«Aus kantonaler Sicht ist das Gebiet Allmend Glanzenberg aufgrund seiner Lage von Bedeutung», erklärt Remo Bürgi, Sprecher der Baudirektion. «Dietikon und das Limmattal liegen gemäss kantonalem Raumordnungskonzept im Handlungsraum Stadtlandschaft, in dem 80 Prozent des zukünftigen Bevölkerungswachstums stattfinden sollen.» In diesem Raum werde der Entwicklung von Erholungsinfrastrukturen und -möglichkeiten besondere Bedeutung beigemessen. Die Allmend Glanzenberg werde eine wichtige Erholungsfunktion nicht nur für Dietikon, sondern auch für Schlieren und Urdorf übernehmen, so Bürgi.

Böötle-Guides auch 2019 möglich

Neben dem Natur- und Heimatschutzfonds beteiligt sich wie bisher die Stadt Dietikon mit 195 000 Franken. Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) zahlen den Rest.

Ein Thema in Sachen Limmat-Böötle ist auch der Abfall. Manche fehlbaren Böötler lassen ihre Gummiboote nach der Fahrt bei der Nötzliwiese liegen (die Limmattaler Zeitung berichtete). Die Regionale 2025, die diesen Samstag wieder ihren Limmat-Böötle-Guide am Höngger Wehr verteilt, wird die Gummiböötler auch auf dieses Thema ansprechen, wie Carmen Simon auf Anfrage sagt. «Wir sind keine Polizei, aber wir können mit freundlichen Hinweisen an die Böötler helfen.»

Bereits zum zweiten Mal verteilt die Regionale 2025 ihre Guides, die auf die Regeln in der Limmat hinweisen. Sie werden in wasserfesten Beuteln abgegeben, in denen beim Böötlen auch das Handy trocken bleibt. Stimmt das Wetter, gibt es im August eine dritte solche Verteilaktion. Danach dürften die rund 1200 gedruckten Guides alle verteilt sein. «Wir diskutieren aber darüber, unseren Böötle-Guide 2019 wieder zu verteilen», sagt Simon. Sollte das der Fall sein, wird der Guide überarbeitet. «In einer neuen Version würden wir auf jeden Fall auch eine Passage zum Thema Littering aufnehmen», sagt Simon.

Hinweis für Gummiböötler: Die für Samstagmittag geplante Limmat-Böötle-Guide-Verteilaktion wurde am Samstagmorgen wegen Regen abgesagt.

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