Die Wahlcouverts sind wieder ins Haus geflattert, in zehn Tagen sind in den Parlamentsstädten Dietikon und Schlieren Stadt- und Gemeinderatswahlen. Für Wähler der Jahrgänge 1992 bis 1996 ist es der erste reguläre Wahlgang. Da kann es nicht schaden, die Regeln rund ums Wählen etwas aufzufrischen.

Wen kann ich in den Stadtrat wählen?

Die Wähler können sieben Namen in die Liste für den Stadtrat eintragen. Es ist ihnen frei überlassen, ob sie einen der offiziellen Kandidaten – in Dietikon sind es 13, in Schlieren 8 – oder den apolitischen lieben Herrn Nachbarn wählen, solange die Person in der Wahlgemeinde wohnt und das Stimmrecht hat. Eine achte Zeile ist mit dem gewünschten Stadtpräsidenten auszufüllen. Diese Person muss auch unter den aufgeschriebenen Wunschstadträten figurieren. Gewählt sind die meistgenannten Kandidaten, sofern sie das absolute Mehr erreichen, also einen Wähleranteil von über 50 Prozent (wobei leere und ungültige Stimmen nicht zählen).

Wie stelle ich meinem Erzfeind ein Bein?

Nicht ihn wählen – natürlich –, dafür möglichst viele andere offizielle Kandidaten, die gute Wahlchancen haben.

Was geschieht, wenn weniger als sieben Kandidaten das absolute Mehr erreichen?

Dann braucht es einen zweiten Wahlgang. Je umstrittener die Wahl ist, desto wahrscheinlicher ist dieses Szenario.

Wann findet ein eventueller zweiter Wahlgang statt?

Sowohl in Schlieren wie auch in Dietikon ist der Termin für einen allfälligen zweiten Wahlgang auf den 30. März gelegt worden.

Wen kann ich in den Gemeinderat wählen?

Jeder hat 36 Stimmen an die Gemeinderatskandidaten zu vergeben. Trotzdem ist die Auswahl beschränkter als bei der Wahl des Stadtrats. Hier kommen nur offizielle Kandidaten infrage. Die verfügbaren 36 Sitze werden, verhältnismässig zu den Parteistimmen, an die Parteien vergeben. Daraufhin werden die der Partei zustehenden Sitze auf jene ihrer Kandidaten mit den meisten Stimmen verteilt.

Wie stark kann ich die Listen für den Gemeinderat frisieren?

Eine Liste kann unverändert, wie von der Partei vorgeschlagen, abgegeben werden. Die allenfalls leeren Zeilen kommen der Partei zugute. Unerwünschte Kandidaten können aber auch gestrichen werden. Es steht einem auch frei, einen besonders beliebten Anwärter nochmals zu wählen und so zu kumulieren. Jedoch darf jeder Amtsbewerber höchstens doppelt aufgelistet werden. Man kann auch panaschieren, indem man einen Kandidaten einer anderen Partei auflistet. Es gilt dabei zu beachten, dass die zuoberst auf der Liste aufgeführten Politiker am meisten Chancen haben.

Verschenke ich Parteistimmen, wenn ich Namen aus einer Liste streiche?

Panaschiert man, verliert die Partei, deren Liste man verwendet, Parteistimmen. Streicht man einen Namen, kommt die Stimme zwar nicht der gestrichenen Person zugute, dennoch erhält die Lieblingspartei eine Stimme. Genauso wenig verliert die Partei beim Kumulieren an Stimmen.

Verliere ich Stimmen, wenn ich besonders fantasiereich bin?

Fantasie ist beim Wählen nicht gefragt. Auf die Liste gehören Personenbezeichnungen und sonst nichts. Werden beleidigende Bemerkungen gemacht, ist im Normalfall der ganze Wahlzettel ungültig.

Kann ich mit dem Kürzel «JPB» Jean-Pierre Balbiani oder mit «Tony» Toni Brühlmann-Jecklin wählen?

Kosenamen gehören ins Schlafzimmer und nicht auf den Wahlzettel. Auch Abkürzungen kosten einem die Stimme. Ist trotz vollständigem Namen noch mit einer Verwechslung zu rechnen, empfiehlt es sich, den Beruf der Person anzugeben.

Wählt überhaupt jemand während der Ferien?

Die Parlamentsstädte müssen das Wahldatum nach den Bundesabstimmungen richten. Der Zeitpunkt zu Beginn der Skiferien ist sicher nicht ideal. Andererseits locken möglicherweise die Themen der anstehenden Abstimmungen – Masseneinwanderung, Fabi, Abtreibung – die Wähler zusätzlich an. Zudem haben bereits viele Stimmberechtigte brieflich gewählt.