Urdorf

René Gutknecht: «Ich fühle mich nicht als Gewinner»

Der 52-jährige René Gutknecht ist Präsident der Grünliberalen des Bezirks Dietikon. Der in Murten aufgewachsene Aussendienstmitarbeiter ist verheiratet, Vater von vier Kindern und wohnt seit 1999 in Urdorf.  MKE

Der 52-jährige René Gutknecht ist Präsident der Grünliberalen des Bezirks Dietikon. Der in Murten aufgewachsene Aussendienstmitarbeiter ist verheiratet, Vater von vier Kindern und wohnt seit 1999 in Urdorf. MKE

Der Grünliberalen-Bezirkspräsident René Gutknecht nimmt im Interview Stellung zu seiner Wahl in den Kantonsrat. Als Gewinner werde er sich erst fühlen, wenn er in vier Jahren wiedergewählt werde, so der neu gewählte Kantonsrat.

Herr Gutknecht, wie fühlt es sich an, ein Gewinner zu sein?

René Gutknecht: Das ist natürlich immer ein gutes Gefühl. Wobei ich mich nicht als Gewinner fühle, sondern ganz klar von der Leistung der Partei profitieren konnte. Als Gewinner werde ich mich fühlen, wenn ich in vier Jahren wiedergewählt werde, weil ich die entsprechende Leistung gebracht habe.

Sie haben einen Kantonsratssitz ergattert, bevor Ihre Partei sich in der Region etabliert haben. Folgt nun die Arbeit an der Basis?

Jawohl, richtig. Wir konnten wahnsinnig von der guten Arbeit profitieren, die unsere Kollegen in anderen Bezirken bereits geleistet haben. Deshalb ist es für mich und die ganze Partei eine riesige Herausforderung, das Vertrauen, das wir bereits bekommen haben, diese Vorschusslorbeeren nun in Leistung umzusetzen.

Wie stärken Sie Ihr Fundament nun im Bezirk?

Die Ortsparteien müssen gestärkt und ausgebaut werden. Die Zahlen zeigen auch, dass wir in Schlieren und Dietikon noch einiges aufzuholen haben. Und wenn es zu Erneuerungswahlen im Bezirk kommt, müssen wir sicher präsent sein.

Der GLP wird gerne vorgeworfen, es fehle ihr an politischer Erfahrung, an Personal und an einer Offensivstrategie.

Das Personal ist zwar jung, aber nicht schlechter als dasjenige von anderen Parteien. Klar braucht es eine Einarbeitungszeit, aber das ist wie bei jedem anderen Job, den man neu beginnt. Der Erfolg ist nicht auf einen Modeeffekt zurückzuführen, sondern auf gute Sachpolitik.

Doch laut Parteipräsident Martin Bäumle sind die Grünliberalen zurzeit einfach im Trend. Trends gehen aber auch wieder vorbei.

Das ist richtig. Trends gehen tatsächlich vorbei, wenn sie nicht stabil und gut sind. Es liegt nun an der Partei, sich während der nächsten vier Jahre zu beweisen.

Etwas überspitzt könnte man sagen, dass Sie nun den Flirt der Wähler mit den neuen unverbrauchten Kräften der GLP in eine dauerhafte Liebe umwandeln müssen.

Das ist sehr überspitzt gesagt (lacht). Aber ich stimme mit Ihnen überein, dass die Wähler etwas Neues wollen und suchen. Davon bin ich überzeugt. Ich denke jedoch nicht, dass der Wähler einfach irgendetwas ausprobiert, sondern dass er wirklich an diese neue Kraft glaubt.

Wofür steht denn diese neue Kraft? Bei der Gründung der GLP im Bezirk hiess es, man wolle mehr sein als «grün» und «liberal».

Ich glaube nicht, dass wir mehr als grün und liberal sein müssen. Die Herausforderung ist, ökonomisch und ökologisch gleichzeitig zu sein. Wir wollen nicht als Bremsklotz wirken, aber trotzdem die Natur und den Mensch in den Vordergrund stellen. Wir sind klar eine Mittepartei, die durch Sachpolitik links oder rechts unterstützen kann.

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