Birmensdorf
Relikt der Westumfahrung: Dieses Schild blieb sechs Jahre stehen

Seit Jahren ist eine Strasse in der Nähe der Kiesgrube Unterberg für Fussgänger gesperrt – doch weshalb eigentlich?

Julia Wartmann
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Diese Schilder wurden nach dem Bau der Westumfahrung nicht entfernt.

Diese Schilder wurden nach dem Bau der Westumfahrung nicht entfernt.

Kurt Sauter

«Seit Jahren sind die Bauarbeiten zur Westumfahrung beendet: Trotzdem ist nordwestlich von Birmensdorf grösste Vorsicht geboten», schreibt Kurt Sauter aus Birmensdorf in einer E-Mail an die Limmattaler Zeitung scherzhaft.

Im Anhang schickt er ein Bild, auf dem zwei Schilder zu sehen sind. Diese befinden sich am Ende eines Wendeplatzes auf der Militärstrasse in der Nähe der Kiesgrube Unterberg.

Als Bildunterschrift schreibt Sauter: «Die Tafel links gestattet die Zufahrt zur Baustelle, aus diesem Grund dürfen Fussgänger keinesfalls werktags die gefährliche Strasse benutzen.»

Doch von welcher Baustelle ist eigentlich die Rede? Weit und breit werden an dieser Stelle keine Bauarbeiten verrichtet. Es wird schnell klar: Bei dieser Beschilderung muss es sich um ein Missverständnis handeln.

Auf Anfrage bei der Gemeinde stellt sich heraus, dass der Leiter des Bauamts Peter Siegrist von den Tafeln an der Militärstrasse nichts wusste.

Nach internen Abklärungen lässt Siegrist verlauten: «Die Tafeln stammen tatsächlich noch von der Bauzeit des Nationalstrassenbaues und sind seitens des Bundesamts für Strassen nicht abgeräumt worden.»

Weiter versichert er, dass sich Viktor Meyer, Leiter des Werkdienstes, in den nächsten Tagen um den Abtransport der Schilder kümmern wird.

Bauarbeiten seit 2008 beendet

Die Bauarbeiten im Zentrum von Birmensdorf wurden Ende August 2008 abgeschlossen. Um den Verkehr nach der Teileröffnung der Westumfahrung im Juni des Jahres 2006 auf die Autobahn bei Birmensdorf zu lenken, wurde dort die Ortsdurchfahrt neu gestaltet.

Als letzte Massnahmen wurden von April bis Juli 2009 der Verkehr an der Aescherkreuzung neu geregelt sowie die Stierlibergstrasse zwischen dem Knoten Schönegg und dem ehemaligen Humusdeponieplatz saniert.

Wer also zurückrechnet, merkt: Vor rund sechs Jahren verloren die Tafeln bereits ihren Zweck. Da sich an der besagten Stelle gar keine Baustelle mehr befindet, besteht dort demnach auch keine Gefahr für Fussgänger. So sieht das auch Sauter: «Die Verbotstafel übergeht man als Fussgänger einfach», sagt er auf Anfrage.

Ein Foto, grosse Wirkung

Dass vor ihm noch niemand den Umstand gemeldet hat, läge wohl daran, dass dort, in der Nähe der Kiesgrube, selten andere Spaziergänger vorbeikämen. Obwohl er selbst schon oft an den Tafeln vorbeispaziert ist, trug er am 19. April zum ersten Mal eine Kamera bei sich.

Er packte die Gelegenheit beim Schopf und schoss ein Foto dieser Relikte der Ortsumfahrung. Über die Reaktion des Bauamts zeigt sich Sauter erfreut. «Man sieht, was ein Foto für eine grosse Wirkung haben kann», sagt er.