Vom Rekurs gegen die neue Verkehrsanordnung sei er überrascht gewesen, sagt Patrik Wolf. Der FDP-Sicherheitsvorstand der Gemeinde Uitikon hielt und hält das neue Regime für Autofahrer auf dem Zürcher Hausberg für eine «pragmatische, einfach umsetzbare» Lösung, wie er sagt. Das im vergangenen April eingeführte System habe zur Verbesserung der Situation für alle Beteiligten geführt, so Wolf.

Damals wurde gegenüber vom Schülerheim an der Üetlibergstrasse im Quartier Ringlikon eine Kamera installiert, mithilfe derer unberechtigte Autofahrer registriert und im Anschluss gebüsst werden können. «Von den 800 Autofahrern, die seither gebüsst wurden, haben 75 Prozent ihr Fahrzeug gewendet und die Retourfahrt angetreten.» Auf dem Üetliberg habe es also deutlich weniger Verkehr als zuvor. «Daher überrascht es mich besonders, dass Naturschützer und Anwohner Rekurs einlegten.»

So funktioniert der Auto-Zähler vom Üetliberg

So funktioniert der Auto-Zähler vom Üetliberg


Erst vergangene Woche wurde bekannt, dass der Verein Pro Üetliberg gemeinsam mit Anwohnern und dem Fachverband Fussverkehr Schweiz gegen die Anordnung rekurriert. Die Begründung: Die neue Gesetzgebung sei nicht weitgehend und verbindlich genug. «Die Kriterien, um eine Ausnahmebewilligung zu erhalten, sind zu lasch», sagte Margrith Gysel, Präsidentin von Pro Üetliberg, gegenüber der Limmattaler Zeitung.


Gremium braucht Augenmass


Doch auch das Bewilligungswesen wird kritisiert. Auf der Website der Gemeinde können ebenfalls seit April Ausnahmebewilligungen online beantragt werden. Bislang wurden 1200 Einzel- und 350 Dauerbewilligungen ausgestellt.

«Wir sind uns darüber im Klaren, dass das Bewilligungswesen für Berechtigte angenehmer gestaltet wurde», sagt Wolf. Dies solle auch so bleiben. «Anwohner, Zulieferer und Wirte auf dem Üetliberg sollen weiterhin das Anrecht haben, im Rahmen der geltenden Regulierung auf den Berg zu fahren und dort zu wirken.» Weiter stiessen gewisse Formulierungen in der Anordnung auf Kritik. So werde dem Uitiker Gemeinderat zu viel Handlungsspielraum eingeräumt. «Dabei ist es auch wichtig, dass das Gremium mit Augenmass agieren kann», so Wolf.

Sicherheitsvorstand Uitikon (FDP)

Patrik Wolf

Sicherheitsvorstand Uitikon (FDP)

Ob an den Befürchtungen der Rekurrenten, dass die neue Anordnung dem Gestaltungsplan Uto Kulm vorgreife, etwas dran ist, bleibt offen. Diesen beabsichtigt der Regierungsrat im Laufe der kommenden Wochen zu veröffentlichen. Laut Wolf besteht zwischen Verkehrsanordnung und Gestaltungsplan kein Zusammenhang. Die für den Gestaltungsplan verantwortliche kantonale Baudirektion will dazu mit Verweis auf das laufende Verfahren keine Stellung nehmen, wie Sprecher Markus Pfanner auf Anfrage der Limmattaler Zeitung sagt.


Bis zum 12. Dezember hat der Uitiker Gemeinderat nun die Möglichkeit, eine Stellungnahme zum Rekurs einzureichen. Wann die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion entscheidet, ist jedoch offen. Da es sich um ein laufendes Verfahren handle, können dazu keine Angaben gemacht werden, wie Sprecher Urs Grob sagt. Fest steht, dass das neue Regime weiterhin angewendet wird. Solange die neue Verkehrsanordnung noch nicht in Kraft getreten ist, bildet deren Vorgänger aus dem Jahr 1983 die gesetzliche Grundlage.

Streit um Beleuchtung bald vorbei?


Ein mit dem Üetliberg-Fahrverbot verknüpftes Dossier dürfte bald ad acta gelegt werden. Erst im September reichte der Uitiker Gemeinderat eine Einwendung ein gegen den von Grün Stadt Zürich geplanten Waldweg zwischen dem Parkplatz Feldermoos und der SZU-Haltestelle Waldegg. Uitikon störte sich daran, dass für diesen keine Beleuchtung geplant war. Dabei solle der Weg als attraktive Verbindung zwischen Parkplatz und SZU-Bahn dienen. «Es haben Gespräche zwischen der Stadt Zürich und uns stattgefunden und ich bin optimistisch, dass wir eine gute Lösung finden werden», so Wolf.