Leserwandern: 21. Etappe
Rekord geknackt: Schon jetzt sind über 2630 Leser mitgewandert

2636 Teilnehmer sind bis jetzt mitgewandert – das sind bereits mehr als im vergangenen Sommer insgesamt. 122 Leserwanderer nahmen am Nationalfeiertag den Weg von Schlieren nach Dietikon unter die Füsse.

Sven Altermatt
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Leserwandern 2016: 21. Etappe
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Sven Altermatt

Der 1. August war wie immer auch ein Tag der grossen Worte. Politiker, Prominente und Leitartikler nutzten den Nationalfeiertag, um sich mit dem Zustand der Schweiz zu befassen. Es war ein Tag der Zitate, ein Tag der Anspielungen und Metaphern. Die Schweiz sei und bleibe ein Erfolgsmodell, war vielerorts zu hören. Das nationale Wanderwegnetz steht für die «NZZ am Sonntag» sinnbildlich dafür. Nirgendwo auf der Welt ist dieses dichter und besser ausgebaut als hierzulande. Kein Detail werde dabei dem Zufall überlassen, schrieb die Zeitung in einem Kommentar zum 1. August: «Die gelb-rot-weiss-blau beschilderten Wege basieren auf Verfassung, Gesetzen, Verordnungen, Normen, Vereinbarungen.»

Das Wanderwegnetz als Synonym für Föderalismus und Präzision? Die Leserwanderer jedenfalls nutzten den Nationalfeiertag, um sich selbst ein kleines Denkmal zu schaffen: Am 1. August knackten sie den letztjährigen Teilnehmerrekord, fünf Ertappen vor Schluss also. 2636 Wanderer waren bisher dabei – bereits 76 mehr, als es 2015 nach allen Etappen waren. Allein auf der 21. Etappe marschierten 122 Teilnehmer von Schlieren nach Dietikon.

Drei Erfolgsfaktoren

Tatsächlich konnten die Leserwanderer dieses Jahr bislang von nahezu idealen Bedingungen profitieren. Da ist das trockene, mit Temperaturen um 25 Grad nicht zu kalte oder heisse Wetter. Noch 2014 dominierte nasses und kaltes Wetter, während die Wanderer im Hitzesommer 2015 um einen abkühlenden Regen manchmal ganz froh gewesen wären.

Da ist aber auch das überarbeitete Wander-Programm: Kaum jemand muss dieses Jahr wegen Ferien auf die Wanderung vor seiner Haustüre verzichten – weil das Leserwandern erstmals jeden Tag in einer anderen Region der Nordwestschweiz gastiert.

Und da ist schliesslich die bewährte Erfolgsformel: Jeden Wochentag in den Sommerferien eine Wanderung, Sehenswürdigkeiten und prominente Gäste. Es braucht weder eine Anmeldung noch ein Auto für die Anfahrt. Die Etappen sind für Jung und Alt machbar. Geführt werden die Teilnehmer von erfahrenen Wanderleitern, für die Routenplanung zeichnen regionale Organisationen verantwortlich.

Wanderer werden überrascht

Manchmal wartet sogar eine Überraschung auf die Wanderer. Am Montag waren es gleich mehrere: Auf dem Geistlich-Areal in Schlieren erzählte der langjährige Patron Hans Geistlich aus der Geschichte seines Unternehmens. In Dietikon informierte der ehemalige Rapid-Chef Emil Soller über den neuen Stadtteil, der auf dem früheren Firmenareal entstanden ist. Und unterwegs gab es einen Apéro für die Teilnehmer.

Das war die 21. Etappe

Der Nationalfeiertag war an der einzigen Etappe durch das Limmattal omnipräsent. Lilo Röthele und Daniel Fluck aus Geroldswil trugen beide ihre Jungfrau-Marathon-Trikots. Die zwei hatten diese sportliche Herausforderung bereits mehrmals angenommen. Gestern trugen sie die Trikots aber, weil sie wie die Schweizer Flagge in rot-weiss gehalten sind. «Wir dachten, das ist am 1. August das perfekte Wander-Outfit», sagte Röthele. Doch auch andere Teilnehmer dachten bei ihrer Kleider- und Accessoire-Wahl an Helvetias Geburtstag. Mehrmals gesichtet wurden Schweizer Flaggen, die aus den Rucksäcken wippten, und Dächlikappen, auf deren Front das weisse Kreuz auf rotem Grund prangte. Eine Dame hatte sich etwas ganz Spezielles einfallen lassen: Auf ihren roten Wandersocken fanden sich – wie könnte es anders sein – weisse Kreuze.

Für Moritz Egloff war der Rundgang durch das Geistlich-Areal in Schlieren auch ein Ausflug in die Vergangenheit. «In den 1970er-Jahren pendelte ich täglich von Spreitenbach nach Zürich», erzählte er. Er erinnert sich lebhaft an die heftigen Gerüche, welche die Firma damals umwaberten. «Die kamen von den Knochenvorräten für die Leimproduktion. Diese wurden vor dem Gelände gelagert.» Zum Glück seien diese Zeiten vorbei, sagte er lachend.

Die Existenz des sogenannten Schlierensees war für viele Teilnehmer eine Neuigkeit, mit der Wanderleiter Peter Müdespacher die 122 Wanderer verblüffte. Dieser See habe sich der Limmat entlang zwischen Schlieren und Dietikon erstreckt. Er entstand im Nachzug der letzten Eiszeit vor etwa 23 000 Jahren. Der Seespiegel lag rund vier bis fünf Meter über dem heutigen Talboden, wie Müdespacher den interessierten Wanderern erklärte. «Ein gewaltiges Hochwasser riss den linken Teil der Hardwald-Moräne mit und liess den See ausfliessen.»

Wieder mit dabei waren Träger von Barfuss-Schuhen. Diese seien einfach unglaublich bequem, sagte eine Dame, deren Gummischuhe ihre Füsse bis auf die Zehen wie ein Handschuh umschlossen. Weil Regen prognostiziert war, hätte sie beinahe darauf verzichtet. Zum Glück blieb die Witterung trocken: «Für mich ist der Gang über den Kies wie eine Fussmassage.» (Gah/Aru)