Zürich

Regierungsrat findet Kindesschutz-Regeln des Bundes zu wenig konkret

Wer als Fachperson beruflich Kontakt zu Kindern hat, soll nach dem Willen des Bundes bei Verdacht auf eine Entwicklungsstörung Meldung erstatten. Der Zürcher Regierungsrat findet die Regelung zu wenig konkret (Symbolbild).

Wer als Fachperson beruflich Kontakt zu Kindern hat, soll nach dem Willen des Bundes bei Verdacht auf eine Entwicklungsstörung Meldung erstatten. Der Zürcher Regierungsrat findet die Regelung zu wenig konkret (Symbolbild).

Der Regierungsrat des Kantons Zürich begrüsst zwar grundsätzlich die neuen Regeln zum Kindesschutz, die der Bund in die Vernehmlassung gegeben hat. Er dringt aber auf konkretere Vorgaben, wie er in seiner am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme

Der Bundesrat will Fachpersonen, die beruflich regelmässig Kontakt zu Kindern haben, dazu verpflichten, Meldung zu erstatten, wenn sie den Verdacht haben, dass ein Kind in seiner Entwicklung gefährdet ist. Wer dem Berufsgeheimnis unterliegt, soll zur Meldung nicht verpflichtet, aber berechtigt sein. Eine ausdrückliche Entbindung vom Berufsgeheimnis soll entfallen.

Der Regierungsrat sieht nun aber die Gefahr, dass solche Meldungen vorschnell erstattet werden. Immer wieder befürchteten nämlich Personen, die beruflich mit Kindern zu tun hätten, sie könnten einen Verdacht zu spät melden und dann straf- oder zivilrechtlich belangt beziehungsweise in den Medien kritisiert werden.

Nötig sei deshalb, die Begriffe wie etwa "Fachpersonen" klar zu bezeichnen. Auch die "Lebensbereiche" seien weniger breit zu fassen, damit eine taugliche Abgrenzung möglich sei.

Unklar sei im Entwurf zudem, was "regelmässiger Kontakt zu Kindern" bedeute. Auch hier mangle es an Klarheit, denn sonst könnten fast alle Personen gemeint sein, die mit Kindern zu tun haben - vom Musiklehrer über die Betreuerin im Shopping-Center-Kinderhort bis hin zum Pfadileiter. (sda)

Meistgesehen

Artboard 1