Die 100-Meter-Überdeckung am Weininger Ende des Gubrist-Tunnels kommt im Zürcher Kantonsrat an. Der Zürcher Regierungsrat hat für das Projekt einen Kredit in der Höhe von 5 Millionen Franken beantragt. Am Donnerstag wurde der Regierungsratsbeschluss publiziert. Der Antrag kommt zweieinhalb Monate, nachdem der Bundesrat das generelle Projekt bewilligt hat.

Der Gubrist-Deckel kostet alleine 30 Millionen Franken. Das Bundesamt für Strassen (Astra) zahlt 25 Millionen. Bei den 5 Millionen, die der Kanton aus seinem Strassenfonds zahlen soll, handelt es sich um Mehrkosten. Sie ergeben sich aus dem Wunsch von Kanton und Gemeinde, dass der Deckel bebaubar sein muss. Auf ihm sollen gemäss Planung der Gemeinde ein neuer Werkhof und ein neues Feuerwehrdepot entstehen.

Mit 3 Millionen Franken soll sich die Gemeinde Weiningen am Gubrist-Deckel beteiligen. Der Betrag ist für die Fussgänger- und Veloverbindung gedacht, die über das Portal führen wird. Über diesen Kredit simmt das Weininger Volk noch ab. «Sicher vor 2020», sagt Gemeindepräsident Hanspeter Haug (SVP). Denn 2020 starten die Bauarbeiten für den Gubrist-Deckel. 2025 sollen sie abgeschlossen sein. Ein genauerer Abstimmungstermin lässt sich noch nicht nennen.

Die Bedingung beim Baurechtszins

Eigentümerin des fertigen Gubrist-Deckels ist dann das Astra, welches das Baurecht auf dem Deckel dem Kanton zur Verfügung stellt. Dies ohne Baurechtszins, da der Kanton schon 5 Millionen Franken zahlt. Der Kanton wird auf dem Deckel aber nichts bauen. Er will das Baurecht seinerseits kostenlos der Gemeinde übertragen – unter einer Bedingung: Sollte die Gemeinde Weiningen ihre 3 Millionen Franken für die Fussgänger- und Veloverbindung nicht zahlen, würde der Kanton von ihr einen Baurechtszins für den Gubrist-Deckel verlangen. Zahlt die Gemeinde die 3 Millionen Franken, ist sie vom Baurechtszins befreit. Diese Bedingung liegt darin begründet, dass der Kanton damit den Fussgänger- und Veloverkehr fördert und so auch die Verkehrssituation auf der Kantonsstrasse verbessert. Der Gubrist-Deckel kann also mit oder ohne Gemeindegeld gebaut werden.


Auflage im Januar oder Februar 2018


Anders ist es beim Kantonskredit: «Die 5 Millionen Franken sind fix eingeplant. Ohne sie würde das Projekt scheitern», sagt Silvio von Wartburg, Sprecher der Astra-Filiale Winterthur. Auch eine abgespeckte Version des Gubrist-Deckels sei ohne die 5 Millionen Franken nicht möglich.
Das Ausführungsprojekt für den Deckel soll im Rahmen des Plangenehmigungsverfahrens im Januar oder Februar 2018 öffentlich aufliegen. Das Generalsekretariat des Umwelt-, Verkehrs-, Energie- und Kommunikationsdepartements (Uvek) von Bundesrätin Doris Leuthard (CVP) wird die Auflage auslösen. Durchgeführt wird sie vom Kanton Zürich und den Gemeinden Weiningen und Unterengstringen. Der Weininger Gemeinderat informiert am Donnerstagabend auch die Weininger Gemeindeversammlung über die neuste Entwicklung beim Gubrist.