Der Gemeinderat Regensdorf denkt laut über einen Austritt aus dem Zweckverband des Spitals Limmattal nach. Einen entsprechenden Antrag wird er der Gemeindeversammlung im September dieses Jahres vorlegen. Sagt das Volk Ja, könnte mit Regensdorf eine der drei grossen «Limmi»-Trägergemeinden Ende 2014 – nach Ablauf der dreijährigen Kündigungsfrist – aus dem Zweckverband ausscheiden.

Dass eine Gemeinde keinem Spital-Zweckverband mehr angehören muss, ist im Rahmen des neuen Spitalplanungs- und Finanzierungsgesetzes möglich. Aus diesem Grund habe man nun genau prüfen wollen, ob ein Verbleiben der Gemeinde im Zweckverband noch Sinn mache, sagt Max Walter, Gemeindepräsident von Regensdorf. «Das ist eine Entscheidung», so Walter, «die wir letztlich der Gemeindeversammlung überlassen wollen.»

Auf «rein sachlicher Ebene»

Der Gemeinderat selber hat jedoch bereits Stellung bezogen. «Wir haben externe Berater zugezogen, um die Risiken und Chancen zu evaluieren», sagt Walter, der bis im Juni dieses Jahres noch Verwaltungsratspräsident des «Limmis» war. Aufgrund dieser «speziellen Doppelrolle», wie er es selber nennt, habe er sich bei dieser Frage bewusst zurückgehalten. Walter, der das Spital in einer ausgesprochen turbulenten Zeit präsidierte, in der er viel Kritik einstecken musste, betont auch, der Entscheid sei auf einer «rein sachlichen Ebene» gefallen und bedeute keineswegs, dass man nicht mehr hinter dem «Limmi» stehe. Trotzdem sei die Situation für den Gemeinderat Regensdorf klar: «Gerade auch, weil das Furttal relativ weit weg vom Spital ist, macht ein Verbleib im Zweckverband für uns keinen Sinn mehr», findet der Gemeindepräsident. Das sei vor allem «eine ideelle Frage».

Mindestens noch drei Jahre dabei

Walter ist überzeugt, dass ein Ausscheiden seiner Gemeinde aus dem Zweckverband für das Spital Limmattal keine negativen Folgen hätte: «Spätestens in drei Jahren sollte das Spital kostendeckend arbeiten können», sagt er. Mindestens so lange wäre Regensdorf aufgrund der Kündigungsfrist auch noch Teil des Zweckverbands und würde, genau wie die anderen Trägergemeinden, ein allfälliges Defizit mitfinanzieren.

In drei Jahren schwarze Null?

Ob dies überhaupt noch nötig sein wird, kann heute noch niemand sagen. Denn zurzeit erarbeitet der Verwaltungsrat gemeinsam mit der Spitalleitung einen umfassenden Businessplan, der die Umsetzung des Spitalplanungs- und Finanzierungsgesetzes genauso wie den geplanten Spitalneubau einbezieht (siehe Kasten).

Man gehe prinzipiell davon aus, dass das Spital möglicherweise schon ab 2012 nicht mehr auf Zahlungen der Trägergemeinden angewiesen sein werde, sagt Rolf Schaeren, Vizepräsident des Verwaltungsrats des Spitals und Dietiker Finanzvorstand. «Gelingt es uns, innerhalb der nächsten drei Jahre eine schwarze Null zu schreiben, wovon ich ausgehe, hätte ein Austritt von Regensdorf keine Konsequenzen für das Spital», sagt Schaeren. «Daher ist der Verwaltungsrat diesbezüglich an und für sich gelassen.»

Trotzdem, so Schaeren, habe ihn die Regensdorfer Mitteilung erstaunt. «Ich bin überrascht, dass der Gemeinderat diese Entscheidung jetzt schon getroffen hat.» Schliesslich gelte es, die Auswirkung «einer ganzen Reihe von Rahmenbedingungen» zuerst noch zu evaluieren.

«Nur wer dabei ist, kann mitreden»

Dass im Falle eines Austritts andere Furttaler Gemeinden dem Beispiel Regensdorfs folgen werden, hält Schaeren für möglich. «Ich hoffe aber sehr», sagt der Vizepräsident des Spitals, «dass keine Limmattaler Gemeinden austreten.» Schliesslich verschaffe das Spital der Region einen enormen Standortvorteil. Und: «Nur wer im Zweckverband dabei ist, kann auch mitreden», so Schaeren. Dass diese Demokratie tatsächlich funktioniere, habe sich gerade während der unruhigen Zeit im letzten Jahr eindrücklich gezeigt.