So positiv das Treffen zwischen den rund 50 Personen auch verlief, der erste Anstoss dazu war von aussen gekommen. Und es ging um ein Thema, das bei den Limmattaler Kirchgemeinden ursprünglich grosse Skepsis ausgelöst hatte.

Vier Modelle stehen zur Debatte

Im Juli 2012 war bekannt geworden, dass der Kirchenrat Umstrukturierungen plant, die für die reformierten Kirchgemeinden im Kanton tiefgreifende Folgen haben werden. In der Antwort auf ein von der Kirchensynode überwiesenes Postulat schrieb der Kirchenrat, man wolle in Zukunft möglichst nur noch Kirchgemeinden mit mindestens 5000 Gemeindemitgliedern. Denn weil Mitgliederzahlen und personelle Ressourcen schrumpfen und die Finanzen knapper werden, komme der gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit eine steigende Bedeutung zu.

Der Kirchenrat konnte sich vier mögliche Modelle der Kooperation vorstellen: eine Zusammenarbeit benachbarter Kirchgemeinden in einzelnen Bereichen, Pfarrunionen, die eine Pfarrperson teilen, Zusammenschlüsse zu Zweckverbänden oder Fusionen.

Vor allem das Wort Fusionen löste bei den Limmattaler Kirchenpflegen viel Widerstand aus. Nachdem der Kirchenrat im April dieses Jahres präzisierte, wie er sich das Projekt, das nun «KirchGemeindenPlus» genannt wird, vorstellt, protestierten die Präsidenten in einem Brief. Sie kritisierten, der Kirchenrat habe sich bereits zu sehr auf die Idee der Fusionen eingeschossen. Im Limmattal komme hingegen nur ein niederschwelliges Kooperationsmodell infrage.

Auch beim - nicht öffentlichen - Treffen am Montagabend in Dietikon ging es «überhaupt nicht um Fusionen», wie Daniel Wiederkehr, reformierter Pfarrer in Dietikon, sagt. Das Thema sei nur die Zusammenarbeit gewesen: «Es geht um die Frage: Wo können wir zusammenspannen?»

Das Treffen der sieben Kirchgemeinden - Dietikon, Schlieren, Urdorf, Birmensdorf/ Aesch, Oberengstringen, Unterengstringen/ Weiningen/ Oetwil/ Geroldswil und Uitikon - ist laut Wiederkehr erfreulich verlaufen. «Die Idee, dass wir aus dem ‹Gärtlidenken› herauskommen und das Limmattal als unsere gemeinsame Region wahrnehmen, kam sehr gut an», so der Pfarrer. «Die anfängliche Skepsis ist einem Elan gewichen. Man merkt, die Zusammenarbeit ist der einzige Weg, der uns weiterführt.»

Um auszuloten, wo genau man Synergien schaffen kann, diskutierten die verschiedenen Ressorts gemeindeübergreifend ihre Ideen. Vorstellen könne man sich beispielsweise eine Zusammenarbeit im Bereich Aus- und Weiterbildung, Aktivitäten für das Reformationsjubiläum oder einen gemeinsamen Pool von Katecheten oder Diakonen auf Abruf, sagt Wiederkehr. Heikel seien Kooperationen aber dort, wo es um alte Menschen gehe, die nicht mehr mobil sind oder um das Umfeld junger Menschen.

Zuerst braucht es Vertrauen

Die Limmattaler Kirchgemeinden haben mit dem ersten Treffen einen wertvollen Schritt gemacht, ist Wiederkehr überzeugt. «Wenn man erst einmal Vertrauen zueinander bekommt, ist der Übergang in die nächste Phase einfacher.» So könne man sich nach und nach auf eine formellere Zusammenarbeit einstellen.

Nun werden die Kirchgemeindepräsidenten die Vorschläge auswerten und bei einer nächsten Sitzung im März 2014 eruieren, wo eine Kooperation möglich und sinnvoll ist. In einem Jahr wollen sich die Kirchenpflegen und Pfarrpersonen wieder treffen und entscheiden, welche Pilotprojekte konkret angegangen werden.