Weiningen
Reformierte Kirche soll Alterswohnungen bauen

Zwei Mitglieder der reformierten Kirchgemeinde Weiningen habe eine neue Idee für die künftige Nutzung der beiden Grundstücke in Unterengstringen lanciert.

Sandro Zimmerli
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Das Grundstück an der Unterengstringer Bergstrasse sorgt für viel Gesprächsstoff. zim

Das Grundstück an der Unterengstringer Bergstrasse sorgt für viel Gesprächsstoff. zim

Limmattaler Zeitung

Drei Trakte mit einem Pfarrhaus, Mehrzweckräumen und 23 Alterswohnungen – an einer Informationsveranstaltung der reformierten Kirchgemeinde Weiningen haben die beiden Mitglieder Eduard Sidler und Georg Schiess ein Projekt zur künftigen Nutzung der beiden Grundstücke an der Unterengstringer Bergstrasse vorgestellt.

Ihre Idee sieht vor, dass die Kirchgemeinde als Bauherrin auftritt und die Wohnungen vermietet. Ein ähnliches Modell wird derzeit in Adliswil realisiert. Wer eine Wohnungen mieten will, zahlt zur Finanzierung der Anlagekosten mit einer Einmaleinlage die Mietkosten für 45Jahre. Bei Todesfällen oder Wegzügen wird den jeweiligen Bewohnern oder ihren Erben der Restwert zurückerstattet.

Mit ihrem Vorschlag wollen Sidler und Schiess dafür sorgen, dass die Kirchgemeinde weiterhin im Besitz der Grundstücke bleibt, trotzdem aber neue Räumlichkeiten erhält. «Allerdings läuft dieses Modell auf ein Nullsummenspiel hinaus. Schuldenabbau ist nicht möglich», so Sidler. Die Kirchenpflege befürchtet dagegen, dass sich die Kirchgemeinde mit diesem Projekt finanziell übernimmt. «Das Risiko bei diesem Vorschlag ist hoch. Was ist, wenn Wohnungen nicht vermietet werden können, sie lange leer stehen oder schnelle Wechsel einsetzen», gab Barbara Haller zu bedenken.

Längere Debatte

Hintergrund dieses Vorschlages ist die seit einiger Zeit geführte Diskussion um die Zukunft der einzelnen Liegenschaften der Kirchgemeinde, die die Gemeinden Unterengstringen, Weiningen, Geroldswil und Oetwil umfasst. Die angespannte finanzielle Lage hat die Kirchenpflege dazu bewogen, im Liegenschaftenbereich Lösungen zur Verbesserung der Situation zu suchen.

Im Fokus stehen das Grundstück, auf dem sich das Unterengstringer Pfarrhaus befindet, die angrenzende Wiese sowie der Wohnblock im Geroldswiler Zentrum. Bereits an der letzten Gemeindeversammlung hatte die Kirchenpflege fünf Varianten für die weitere Verwendung der Unterengstringer Grundstücke präsentiert (siehe Box).

Während einige Besucher der Informationsveranstaltung die Idee von Sidler und Schiess begrüssten, regte der Unterengstringer Pfarrer Kristian Joòb eine andere Variante an. Er schlug vor die Grundstücke zu verkaufen, den Investor aber zu verpflichten eine Überbauung etappiert zu realisieren. Zudem soll sich die Kirche in eine der neuen Wohnungen einmieten. So könne der Pfarrer im Pfarrhaus wohnen bleiben, bis das Haus auf der Wiese erstellt ist. Mit dem Erlös könnten Schulden abgebaut werden.

Einig waren sich die Besucher, dass in Unterengstringen weiterhin ein Pfarrhaus und Mehrzweckräume stehen müssen. «Unterengstringen ist das Stiefkind der Kirchgemeinde», meinte eine Votantin. Es sei an der Zeit, dass in dieser Gemeinde etwas für die Mitglieder, besonders die Jugendlichen, getan werde. Zudem wurde die Kirchenpflege aufgefordert, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die eine Auslegeordnung der Vorschläge durchführt.