Weiningen
Reformierte Kirche legt neues Budget auf und zieht die Notbremse

Die Kirchenpflege wird im Verlaufe des heutigen Tages einen neuen Voranschlag auf den Kanzleien der Gemeinden Unterengstringen, Weiningen, Geroldswil und Oetwil auflegen, wie Kirchgemeindepräsidentin Barbara Haller auf Anfrage erklärte.

Sandro Zimmerli
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Um das Finanzdebakel abzuwenden, wird das Budget 2014 überarbeitet.

Um das Finanzdebakel abzuwenden, wird das Budget 2014 überarbeitet.

Limmattaler Zeitung

Die Kirchgemeindeversammlung der reformierten Kirche Weiningen verspricht, eine besondere zu werden. Schon seit einiger Zeit ist die Weisung auf der Homepage der Kirche aufgeschaltet. Allerdings wird kommenden Mittwoch wohl nicht über das dort publizierte Budget befunden. Denn die Kirchenpflege wird im Verlaufe des heutigen Tages einen neuen Voranschlag auf den Kanzleien der Gemeinden Unterengstringen, Weiningen, Geroldswil und Oetwil auflegen, wie Kirchgemeindepräsidentin Barbara Haller auf Anfrage erklärte.

Zu diesem aussergewöhnlichen Schritt hat sich die Kirchenpflege nach Diskussionen mit der Rechnungsprüfungskommission (RPK) entschieden. Letztere lehnt das Budget sowie alle anderen damit verbundenen Geschäfte zuhanden der Kirchgemeindeversammlung ab. So beantragt die Kirchenpflege unter anderem die Schaffung einer 60- bis 80-Prozent-Stelle für einen Kirchgemeindeschreiber. Im Budget sind dafür 70 000 Franken veranschlagt. Weiter will die Kirchenpflege eine auf zwei Jahre befristete 50-Prozent-Stelle für die Leitung des Treffpunkts Geroldswil schaffen.

Für die RPK ist das zu viel des Guten. «Die Fixkosten werden auf einen Schlag um rund 300 000 Franken angehoben. Das führt im Finanzplan bis 2017 zu einem Minus von rund 1,27 Millionen Franken», sagt RPK-Präsidentin Gabriela Kleiner. Damit würden auch die Bemühungen der letzten Jahre schnell wieder zunichtegemacht.

Schwierige finanzielle Lage

Kleiner weist auf die schwierige finanzielle Situation hin, in der sich die Kirchgemeinde befand. Mit dem Verkauf des Wohnblockes in Geroldswil für 3,79 Millionen Franken im vergangenen Jahr schienen die Probleme gelöst. Mit dem Erlös sollten Teile der Schulden getilgt und mittelfristige Investitionen in der Höhe von 2,1 Millionen Franken finanziert werden.

«Im vorliegenden Finanzplan ist dieses Bestreben nicht ersichtlich. Die Investitionen wurden nach hinten verschoben», sagt Kleiner. Dies sei gegenüber dem Steuerzahler nicht korrekt. In der Konsequenz führt diese Argumentation dazu, dass die RPK das Budget ablehnt und der Kirchenpflege empfiehlt, den Voranschlag und die mittelfristige Planung zu überarbeiten.

Gemeindeschreiber soll entlasten

Dieser Empfehlung ist die Kirchenpflege nun nachgekommen. «Wir haben das Budget und den Finanzplan überarbeitet. Beides wird der RPK-Präsidentin Gabriela Kleiner heute Abend präsentiert», sagt Haller. Dabei habe man unter anderem die Investitionen anders auf die kommenden Jahre verteilt. So werde es bis auf zwei Jahre keine negativen Cashflows mehr geben und der Finanzhaushalt sei gesund. Damit an der Kirchgemeindeversammlung über das neue Budget abgestimmt werden könne, brauche es die Zustimmung der anwesenden Stimmberechtigten. Die Kirchenpflege werde zu Beginn der Versammlung einen entsprechenden Antrag stellen.

Weiter auf der Traktandenliste verbleiben die beantragten neuen Stellen. «Die Stelle des Kirchgemeindeschreibers ist uns sehr wichtig. Die Arbeit der Behörde ist in den letzten Jahren sehr anspruchsvoll geworden», so Haller. Ein Kirchgemeindeschreiber würde zur Entlastung der Behördenmitglieder beitragen. Beispiele aus anderen Kirchgemeinden hätten dies gezeigt.

Bei der 50-Prozent-Stelle für die Leitung des Treffpunkts Geroldswil weist Haller darauf hin, dass diese auf zwei Jahre befristet sei. Die beiden 10-Prozent-Stellen für die «rejoice»-Gottesdienste und für die Erwachsenenbildung seien an Ertragsüberschüsse gekoppelt.