Rechtes Limmattal
«Die Bevölkerung hat jetzt die Weichen gestellt»: Fast 90 Prozent stimmen dem Planungskredit für ein neues Seniorenzentrum in Weiningen zu

Die Stimmberechtigten aus Oberengstringen, Unterengstringen, Weiningen, Geroldswil und Oetwil bekennen sich mit ihrem Ja zum 2,5-Millionen-Kredit an der Urne deutlich zum geplanten Neubau.

Florian Schmitz
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Dank Schrägdächer und vieler Winkel soll sich der Neubau gut in seine Umgebung einfügen.

Dank Schrägdächer und vieler Winkel soll sich der Neubau gut in seine Umgebung einfügen.

zvg/Renderisch

«Ich war optimistisch, aber hätte nicht gedacht, dass die Zustimmung so überwältigend ausfällt», sagt René Brüggemann, Leiter des Seniorenzentrums Im Morgen in Weiningen. «Das ist ein Vertrauensbeweis für alle, die am Neubauprojekt mitarbeiten, und auch für den laufenden Betrieb.»

Nach den ersten Resultaten am Sonntagnachmittag blieb einzig die Frage offen, ob die Zustimmung für den Planungskredit von 2,5 Millionen Franken für den Neubau des Seniorenzentrums Im Morgen in Weiningen sogar 90 Prozent übertrifft. Letztlich waren es 88,6 Prozent: In den fünf Gemeinden rechts der Limmat sprachen sich 5101 Stimmberechtigte für die Vorlage aus und 676 dagegen. Damit kann nun die detaillierte Planung des insgesamt rund 49 Millionen Franken teuren Neubauprojekts in Angriff genommen werden. Die Stimmbeteiligung lag bei 43,1 Prozent.

Am höchsten fiel die Zustimmung mit 91,1 Prozent in Unterengstringen aus, am tiefsten in Geroldswil, wo 84,8 Prozent der Abstimmenden die Vorlage annahmen. «Nach diesem Resultat kann man sagen, dass die Bevölkerung vorbehaltlos hinter dem Projekt steht», sagt Mario Okle (parteilos), Gemeindepräsident von Weiningen, wo der Ja-Anteil 88,8 Prozent betrug. Dass die Zustimmung auch in der Standortgemeinde so hoch sei, spreche für das Projekt, sagt er. Sonst hätte es aus der Nachbarschaft wohl mehr Vorbehalte gegeben.

Klares Ja zu den neuen Statuten

Neben dem Planungskredit befanden die Stimmberechtigten aus Oberengstringen, Unterengstringen, Weiningen, Geroldswil und Oetwil auch über die totalrevidierten Statuten des gemeinsamen Zweckverbands Seniorenzentrum Im Morgen. Mit einem Ja-Anteil von 89,1 fiel die Zustimmung sogar noch leicht höher aus als beim Planungskredit. 5012 Stimmberechtigte sprachen sich für die Revision aus, 615 dagegen. Die Stimmbeteiligung betrug 43,1 Prozent. Nötig geworden war die Revision wegen des 2018 in Kraft getretenen Gemeindegesetzes. Die grösste Veränderung der per 2022 gültigen neuen Statuten ist, dass der Zweckverband nun über einen eigenen finanziellen Haushalt verfügt. (flo)

Gute Vorarbeit trug zu hoher Zustimmung bei

Die Deutlichkeit des Abstimmungsresultats sorgt allseits für Freude. Das Projekt stehe nun auf einer guten Basis, sagt Oberengstringens Gemeindepräsident André Bender (SVP). In der grössten Gemeinde sprachen sich 89,6 Prozent für den Planungskredit aus. Bender ist überzeugt, dass die gute Vorarbeit im Vorfeld der Abstimmung viel zum Resultat beigetragen habe.

Dem stimmen die anderen Gemeindepräsidenten rechts der Limmat zu. Sie alle betonen auch, wie wichtig es gewesen sei, dass alle Gemeinden sich vor der Abstimmung konsequent hinter die Vorlage stellten. «Es hat sicher geholfen, dass wir als Gemeindepräsidenten alle zusammen eine positive Empfehlung abgegeben haben», sagt etwa Unterengstringens Gemeindepräsident Simon Wirth (FDP). Und lobt zugleich die gute Arbeit der zuständigen Baukommission sowie des Fachvorstands des gemeinsamen Zweckverbands Seniorenzentrum Im Morgen und der Architekten. «Das Projekt ist sehr überzeugend und durchdacht», ergänzt er.

Von einem wunderbaren Ergebnis spricht der Geroldswiler Gemeindepräsident Michael Deplazes (parteilos):

«Die Bevölkerung hat jetzt die Weichen gestellt und gezeigt, dass das Projekt auf dem richtigen Weg ist.»

Auch wegen der längeren Vorgeschichte und trotz des stolzen Preisschilds für das Projekt sei die hohe Zustimmung ein tolles Signal, sagt die Oetwiler Gemeindepräsidentin Rahel von Planta (FDP). Im Dorf stimmten 86,6 Prozent dem Planungskredit zu. Und das, obwohl im Vorfeld alle Informationsveranstaltungen abgesagt werden mussten. Das zeige, dass die Stimmberechtigten mit dem beleuchtenden Bericht sehr gut informiert wurden und das Projekt gut aufgegleist worden sei.

«Jetzt können wir die Vergangenheit endgültig hinter uns lassen und den Blick voll nach vorne richten», freut sich auch Deplazes. Die Modernisierungsbestrebungen für das Seniorenzentrum wurden schon Ende der 1990er-Jahre erstmals diskutiert und 2018 scheiterte ein bereits ausgewähltes Sanierungsprojekt an den Verhandlungen mit den Architekten.

Schon am Dienstag steht die nächste Sitzung an

Das Neubauprojekt von den Zürcher Atelier WW Architekten sieht vier versetzte dreistöckige Gebäudeteile mit Schrägdächern vor. Zunächst sollen die ersten drei Gebäudeteile im Süden der Parzelle errichtet werden, während der Betrieb im alten Gebäude weiterläuft. Nach dem Umzug und Rückbau des bestehenden Gebäudes wird auf diesem Teil des Grundstücks der vierte Gebäudeteil und ein auch für die Öffentlichkeit zugänglicher Park entstehen. Das Seniorenzentrum wird nach Fertigstellung 140 Pflegeplätze statt wie bisher 90 bieten.

Der Neubau besteht aus vier versetzten Gebäudeteilen. In der ersten Bauetappe werden nur die drei Gebäudeteile im Süden des Grundstücks errichtet.

Der Neubau besteht aus vier versetzten Gebäudeteilen. In der ersten Bauetappe werden nur die drei Gebäudeteile im Süden des Grundstücks errichtet.

Visualisierung: zvg

Zentrumsleiter Brüggemann ist optimistisch, dass das Projekt nun gut weiterentwickelt werden kann, damit der Baukredit an der Urne auch viel Zustimmung erhält. Dabei wollen die Verantwortlichen keine Zeit verlieren: Am Dienstag trifft sich die fünfköpfige Baukommission bereits zur nächsten Sitzung, um die Ausschreibung der Bauherrenbegleitung aufzugleisen, wie Präsident Peter Mohr sagt. Auch der Vertrag mit den Architekten soll möglichst bald abgeschlossen werden, damit die detaillierte Projektplanung nach dem Ja der Bevölkerung möglichst schnell Fahrt aufnehmen könne.

Wie geplant soll den Stimmberechtigten rechts der Limmat Ende 2022 oder Anfang 2023 der Baukredit an der Urne vorgelegt werden, bekräftigt Mohr. Der Zeitplan sei sportlich, auch weil 2022 in allen Gemeinden Gesamterneuerungswahlen anstünden und zu vielen Veränderungen in allen Gremien führen könnten.