Dietikon
Rechnung mit einer roten Null: Aber immerhin steigt nun die Steuerkraft

Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht für Dietikon. Die gute: Die Rechnung 2014 der Stadt schliesst um mehr als 9 Millionen Franken besser ab als budgetiert. Die schlechte: Das nützt der Stadt zurzeit herzlich wenig.

Bettina Hamilton-Irvine
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Die Steuerkraft pro Person ist in Dietikon gestiegen – auch dank den Neuzuzügern im neuen Stadtteil Limmatfeld.

Die Steuerkraft pro Person ist in Dietikon gestiegen – auch dank den Neuzuzügern im neuen Stadtteil Limmatfeld.

ARU

Seit 2012 der neue Finanzausgleich eingeführt wurde, nimmt Dietikon den kantonalen Übergangsausgleich in Anspruch. Mit diesem garantiert der Kanton den Gemeinden eine ausgeglichene Rechnung – aber nur, wenn sie im Gegenzug ihren Steuerfuss jeweils auf den aktuellen Maximalwert anheben. Aktuell ist das 1,25-mal so viel wie der Durchschnittssteuerfuss, was einen Wert von 124 Prozent ergibt. Das gibt Gemeinden wie Dietikon vorübergehend eine gewisse Sicherheit, macht sie aber auch stark abhängig vom Kanton.

Letztlich kein Unterschied

Der hat Dietikon für das Rechnungsjahr 16,1 Millionen aus dem Übergangsausgleich zugesichert. Wenn die Stadt nun aber, wie im aktuellen Fall, besser wirtschaftet als erwartet, muss sie das Geld direkt dem Kanton zurückzahlen. Somit beansprucht sie nun nur noch 6,8 Millionen aus dem Übergangsausgleich. Unter dem Strich macht es kaum einen Unterschied: Budgetiert war ein Minus von 379 000 Franken, effektiv resultiert nun ein Minus von 742 000 Franken. Bei diesem Aufwandüberschuss handelt es sich um Leistungen, die vom Kanton im Rahmen des Übergangsausgleichs nicht ausgeglichen werden. Dazu zählen der Betrieb der stadteigenen Liegenschaft Krone und des Skilifts sowie die Gemeindezuschüsse für IV- und AHV-Rentner.

Dass Dietikon auch 2014 mit einer roten Null abschliesst, ist aber nicht nur dem Übergangsausgleich zu verdanken. Die Stadt bekommt weitere 31,8 Millionen Franken aus dem kantonalen Ressourcenausgleich für Gemeinden mit tiefer Steuerkraft.

Die Verbesserung gegenüber dem Budget hat vor allem zwei Gründe. So hat Dietikon einerseits bei der gesetzlichen wirtschaftlichen Hilfe 4,4 Millionen Franken weniger ausgegeben als budgetiert. Finanzvorstand Rolf Schaeren betonte gestern vor den Medien aber, dass sich die Ausgaben in diesem Bereich immer noch etwa auf Vorjahresniveau bewegen, es sei bloss die befürchtete Steigerung nicht eingetreten. Andererseits sind 5,5 Millionen mehr Steuern aus den Vorjahren hereingekommen als im Voranschlag erwartet. 1,8 Millionen mehr ausgegeben als budgetiert hat Dietikon dafür bei den Kleinkinderbetreuungsbeiträgen. Zudem machen dem Finanzvorstand weiterhin die Zusatzleistungen zur AHV/IV Sorgen: Hier hat die Stadt 900 000 Franken mehr ausgegeben als budgetiert.

Steuerkraft steigt

Eine erfreuliche Tendenz zeigt sich laut Schaeren bei den Steuereinnahmen: «Das Bevölkerungswachstum scheint sich hier nun niederzuschlagen.» So steigt die Steuerkraft pro Einwohner – dabei werden juristische und natürliche Personen gerechnet – von 2084 auf 2254 Franken. Im Vorjahr war sie gesunken, weil die Stadt aufgrund eines verlorenen Gerichtsfalls einem Immobilienbesitzer mehrere Millionen zurückzahlen musste.

Die weitaus grössten Kostentreiber bleiben einmal mehr die Schul- und die Sozialabteilung. In beiden Bereichen kann die Stadt einen Grossteil der Ausgaben nicht beeinflussen. Sie sind weiter gestiegen und betragen für die Schule nun rund 45 Millionen, für die Sozialabteilung rund 38 Millionen – wobei dies sogar noch 2 Millionen weniger sind als budgetiert.

Investiert hat Dietikon deutlich weniger als geplant: Statt der budgetierten 13,8 Millionen Franken wurden es bloss 8,9 Millionen. Davon fallen noch 1,5 Millionen auf die Sanierung und den Neubau des des Altersheims Ruggacker.