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Rebekka Stotz: Der nächste Griff beim Gipfelsturm

Die Kletterin Rebekka Stotz startet heute in St. Gallen in die neue Saison. Die Zuversicht ist gross, die Ambitionen ebenfalls.

Jonas Burch
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Gute Aussichten: Rebekka Stotz blickt zuversichtlich in die Saison.JBU

Gute Aussichten: Rebekka Stotz blickt zuversichtlich in die Saison.JBU

Rückblende 2011. In jenes Jahr, an dem Rebekka Stotz ihr Highlight und den Tiefpunkt ihrer bisherigen Kletter-Laufbahn erlebt hat. «Ja, es war ein Jahr voller Höhen und Tiefen», umschreibt die Urdorferin die letzte Saison. Immerhin folgte der Höhepunkt mit dem dritten Platz am Europacup in Pau nach dem Tiefpunkt – dem Halbfinal-Out an der Jugend-WM. «Rebekka hat im letzten Jahr viel Lehrgeld zahlen müssen. Aber die Erfahrungen machen sie noch stärker», sagt Stotz’ Nationaltrainer Urs Stöcker.

Nur noch mit der Elite

2012. Neues Jahr, neues Glück. Heute startet die Boulder- und Lead-Spezialistin in St. Gallen in die Saison. «Dieser Anlass dient für mich als Standortbestimmung», sagt die 19-Jährige. Das erste grosse Kräftemessen steht in drei Wochen am Europacup in Slowenien an. In diesem Jahr misst sich die Limmattalerin nur noch mit der Elite, die Jugendwettbewerbe gehören der Vergangenheit an.

Und die Vorzeichen auf ein erfolgreiches Jahr stehen gut. «Rebekka ist sehr fit und hat kräftemässig enorm zugelegt», weiss Stöcker. Im Schweizer Vergleich gehört die Fachmatur-Absolventin zu den Top 3 in der Boulder- und Lead-Disziplin. Zum ganz grossen Coup hat es Stotz bisher (noch) nicht gereicht. «Ich bin meist vorne dabei, während die Siegerinnen ständig abwechseln. Auf dieser Konstanz kann ich aufbauen.»

Um für die neue Saison gewappnet zu sein, trainiert sie mindestens fünfmal wöchentlich. Entweder in der Schlieremer Kletterhalle oder im Kletterzentrum Milandia in Greifensee. Trainiert wird sowohl im Regionalkader als auch mit der Nationalmannschaft. Ein Aufwand, den Stotz nur allzu gerne auf sich nimmt. Denn einen Ausgleich zum Klettern braucht die Sportkletterin nicht. Im Gegenteil: «Beim Klettern kann ich abschalten.»

Der Umgang mit dem Stress

Trotz aller Euphorie will sich Stotz besonders im mentalen Bereich verbessern. Das gibt sie auch unumwunden zu. Unter Stress versagen dem Klettertalent leider zu oft die Nerven. Eine Tatsache, die auch ihrem Mentor nicht entgangen ist: «Daran arbeiten wir intensiv. Je mehr Wettkampf-Praxis Rebekka sammelt, desto weniger wird das zum Problem.»

Das absolute Highlight der Saison wird im Herbst die Kletter-WM in Paris sein. Bis dahin ists noch ein weiter Weg. Stein für Stein. Sorgen über eine durchwachsene Saison macht sich Stotz ohnehin keine: «Ich nehme alles, so wies kommt.» Simpel, aber umso treffender.

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