Dies wurde möglich, weil Geroldswil per 1. Januar 2014 eine Leistungsvereinbarung mit der Fachstelle Tagesfamilien des Sozialdienstes Limmattal einging. Mit zwei Kinderkrippen und einer Tagesvorschule besteht bereits ein Angebot an Betreuungsplätzen. Doch gerade bei Kindern bis 18 Monate konnte die Nachfrage bisher nicht gedeckt werden.

Mit den Tagesfamilien soll nun Abhilfe geschaffen werden. Diese sind beim Sozialdienst angestellt und erhalten dadurch ein qualifiziertes Arbeitszeugnis und sind bei allen Sozialversicherungen versichert. Sie werden aber auch nach Kriterien des Dachverbandes Tagesfamilien Kanton Zürich und den Empfehlungen der Bildungsdirektion abgeklärt und begleitet. Die Betreuung gewinnt damit an Qualität und Professionalität. Karl Suter, Abteilungsleiter Soziales der Gemeinde Geroldswil, formuliert es so: «Von dieser Vereinbarung profitieren alle drei involvierten Parteien: die Eltern, die Gemeinde und die Tagesfamilie.»

Wechsel bei der Finanzierung

Den administrativen Aufwand der Lohnabrechnung und der Sozialversicherung nehme der Sozialdienst Limmattal den Eltern nun ab, sagt Suter. Er zeigt sich erfreut darüber, dass man den Eltern auch Alternativen zu stationären Betreuungsplätzen anbieten kann. Da nun auch die Betreuung in Tagesfamilien für Vorschulkinder subventioniert wird, ist dies für die Eltern etwa gleich teuer wie die Betreuung in den Kindertagesstätten mit finanzieller Unterstützung.

Die Anforderungen, welche erfüllt sein müssen, bis die Gemeinde einen Beitrag an die Betreuungskosten zahlt, bleiben gleich. Auch werden wie anhin nur Vorschulkinder finanziell unterstützt. «Ab dem Schuleintritt im Kindergarten obliegt die familienexterne Betreuung der Schulgemeinde», erklärt Suter. Vor 2012 subventionierte die Gemeinde Geroldswil auch die Kinder im Vorschulalter nicht. Um sagen zu können, welche Auswirkungen diese neuen Beiträge für die Gemeinde haben, werden die Zahlen vom letzten Jahr nun gesammelt und analysiert, sagt Suter.

Im kantonalen Vergleich schlecht

Die neusten Zahlen zur familienergänzenden Kinderbetreuung in Geroldswil stammen von 2012. Sie sind im Kinderbetreuungs- index des Kantons Zürich aufgeführt. Anhand von Zahlen für Betreuungsplätze oder Subventionen pro Kind wird darin eine Rangliste der Gemeinden erstellt. Geroldswil lag 2012 auf dem 136. Platz von 157 Plätzen und bildete somit das Schlusslicht der Limmattaler Gemeinden; die Stadt Dietikon erreichte als beste Gemeinde Rang 20. Nun könnte es auch für Geroldswil aufwärtsgehen: Heute zahlt die Gemeinde nämlich nicht nur Subventionen für Vorschulkinder, sondern kann dank den Tagesfamilien auch mehr Betreuungsplätze anbieten.