Die berüchtigte Schlägergang «Snakes» sorgt schon seit mehreren Jahren in der ganzen Schweiz für Unruhe. Deren Mitglieder sind vor allem auf Trinkgelage und Raufereien aus. Viele von ihnen wohnen in der Zürcher Agglomeration. So auch die beiden Limmattaler Beschuldigten, die sich am letzten Freitag vor dem Zürcher Obergericht verantworten mussten.

Unbestritten war der Ablauf des verhängnisvollen Abends: Am 6. Juli 2013 tranken sich die beiden Mittzwanziger in Schlieren einen mächtigen Rausch an und begaben sich darauf zusammen mit einem dritten Mann ans Zürich-Fest. Auf dem Sechseläutenplatz angekommen gingen sie aus unbekannten Gründen auf einen
25-Jährigen los. Mit Faustschlägen und einer Bierflasche prügelten sie das Opfer beinahe zu Tode. Ein Schlag mit der Flasche zog lebensgefährliche Halsverletzungen nach sich. Die Polizei konnte die drei flüchtigen Männer Ende September 2013 festnehmen.

Unbedingte Freiheitsstrafen

Am letzten Freitag mussten sich die beiden Haupttäter vor dem Zürcher Obergericht verantworten. Sie wehrten sich gegen ein erstinstanzliches Urteil des Bezirksgerichts Zürich. Dieses hatte den mehrfach vorbestraften Angreifer mit der Bierflasche bereits im August 2014 wegen schwerer Körperverletzung zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 51 Monaten verurteilt. Der zweite Täter wurde wegen Körperverletzung zu 15 Monaten unbedingt verurteilt.

Vor Obergericht versuchten die Verteidiger, deutliche Strafsenkungen zu erreichen, dies vor allem aufgrund der heute umfassenden Geständnisse ihrer Klienten. Dieser Versuch blieb jedoch weitgehend ohne Erfolg. So bestätigte das Obergericht die Strafe von vier Jahren und drei Monaten gegen den Haupttäter umfassend, abzüglich 710 bereits verbüsster Hafttage. Der Beschuldigte wurde ausserdem verpflichtet, dem Opfer ein Schmerzensgeld von 35 000 Franken zu bezahlen. Mehr Glück hatte der Mittäter, der neu eine Freiheitsstrafe von nur einem Jahr absitzen muss. Allerdings muss er die Strafe auch verbüssen. Zudem muss er dem Privatkläger eine Genugtuung von 1000 Franken bezahlen.