Schlieren
Raucherraum im Altersheim Sandbühl soll geschlossen bleiben

Der Raucherraum im Altersheim Sandbühl soll nicht wieder für die Heimbewohner geöffnet werden. Auch sollen die Balkone des Heims nicht hindernisfrei zugängig gemacht werden, damit Raucher im Rollstuhl selbstständig nach draussen gelangen können.

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Der Raucherraum im Altersheim Sandbühl soll geschlossen bleiben.

Der Raucherraum im Altersheim Sandbühl soll geschlossen bleiben.

Keystone

Der Stadtrat beantragt dem Gemeinderat, ein entsprechendes Postulat von Heidemarie Busch (CVP) und 24 Mitunterzeichnenden abzuschreiben.

Seit das Raucherzimmer im Altersheim im März 2012 zum Nichtraucher-Personalaufenthaltsraum umfunktioniert wurde, sei es besonders für die Bewohner, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, fast unmöglich, noch irgendwo zu rauchen, schrieb Busch in ihrem Postulat. Die vom Altersheim vorgeschlagenen alternativen Raucherbereiche - der Garten und die Balkone - seien für Menschen im Rollstuhl nicht ohne Umstände erreichbar. Ausserdem sei es «nicht gemütlich», im Winter oder bei Regen draussen zu rauchen.

Sie wisse, dass Rauchen nicht gesund sei, schrieb Busch weiter, sie meine aber auch, «dass die Bewohner im Altersheim mit einem Altersdurchschnitt von 88 Jahren alt genug sind, um zu entscheiden, ob sie rauchen wollen oder nicht». Deshalb solle der Stadtrat prüfen, ob das Raucherzimmer wieder geöffnet werden könne. Sei dies nicht möglich, solle er «dafür zu sorgen, dass die Balkone hindernisfrei zu erreichen sind.»

Raum wurde nur selten genutzt

Der Schlieremer Stadtrat empfiehlt dem Parlament nun, beide Anliegen abzulehnen. Dazu wehrt er sich gegen den impliziten Vorwurf, der Raum sei geschlossen worden, um den Bewohnern «vorzuschreiben, ob sie rauchen dürfen oder nicht.» Vielmehr sei der Raum umfunktioniert worden, um den Mitarbeitenden Zeit unter sich zu gewähren. Aus Platzmangel sei dafür nur das alte Raucherzimmer infrage gekommen. Ausserdem würde die in die Jahre gekommene Lüftung den gesetzlichen Bestimmungen für ein Fumoir nicht mehr entsprechen. Dazu werde der Raum auch gar nicht genug genutzt, um ihn wieder zu öffnen. Nur gerade vier Bewohner hätten in den letzten Jahren regelmässig oder sporadisch darin geraucht.

Nach einer eingehenden Prüfung ist der Stadtrat zusammen mit der Heimleitung zum Schluss gekommen, dass das Angebot für Raucher ausreichend sei. Die Raucherecke im Garten habe sich bewährt, auch seien die Raucher dort durch eine Verglasung vor Wind und Wetter geschützt. Der hindernisfreie Zugang zu den Balkonen sei mit einer Fachperson geprüft worden, aus baulichen Gründen jedoch «kaum möglich». Pro Balkon würde solch ein Zugang 5000 bis 10 000 Franken kosten. Mittlerweile seien aber bereits zusätzlich Handläufe installiert worden, um Betreten und Verlassen der Balkone sicherer zu gestalten. (rue)